Und der Oscar für den meisten Dank geht an …

Als David Niven 1959 vor 20 Millionen Fernsehzuschauern den „Oscar“ als Bester Hauptdarsteller entgegennahm, fasste er sich kurz.

People have been saying thank you for Oscars for thirty years, and I have nothing to add except thank you.

Und schon war er wieder weg.

60 Jahre später, bei den Oscars im vergangenen Jahr, hatte Rami Malek, ebenfalls Gewinner als Bester Hauptdarsteller, ein kleines bisschen mehr hinzuzufügen. In einer dreiminütigen Rede (erlaubt sind eigentlich nur 45 Sekunden) dankte er zunächst seiner Mutter, seiner Familie, seinem verstorbenen Vater, dann der Academy, zwei der Produzenten, „allen“ bei den Produktionsfirmen Fox und New Regency, der Band Queen (um die es im Film geht), der Crew, dem Cast, seiner Freundin und Co-Darstellerin und „jedem, der an mich geglaubt hat“; er sprach über seine Kindheit, das Hadern mit der eigenen Identität, seine Geschichte als Sohn einer Einwandererfamilie.

352 Wörter umfasste seine Danksagung, zehnmal so viele wie eine durchschnittliche Rede vor 60 Jahren. Seine Kolleginnen und Kollegen hatten ähnlich viel loszuwerden. Dabei bedankten sie sich am häufigsten bei ihrer Crew und ihren Produzenten. Außerdem bei ihren Familien, Freunden, Agenten, Publizisten, so ziemlich bei jedem vom Anwalt bis zur Großmutter.

Einer der am meisten erwähnten Menschen in der Geschichte der Oscar-Dankesreden ist Harvey Weinstein. Ihm wurde so oft gedankt wie Gott. Bei den letzten drei Verleihungen gingen die meisten Dankeschöns an Regisseur Damien Chazelle („Whiplash“, „La La Land“, „First Man“) – während Weinstein (fast) unerwähnt blieb.

Was wir beim Stöbern im Oscar-Archiv sonst noch entdeckt haben (für größere Version bitte klicken):

Wer sich bei wem im Einzelnen bedankt hat, können Sie hier sehen:

6 Kommentare

  1. Müsste bzw. sollte die untere Grafik irgendwie interaktiv sein? Wenn ich darauf klicke, dann wird sie lediglich als Vollbild dargestellt. Ein weiterer Klick führt dann wieder zurück zum Artikel.

  2. Ja, die Datei am Ende des Artikels ist interaktiv und zeigt die Danksagungen der einzelnen Personen an. Sonst wüsste man gar nicht, dass Alfonso Cuarón einzig seinem Anwalt gedankt hat?!?

  3. @ Carsten & Jens

    Sie dürfen das Ausführen der Skripte von assets.adobedtm.com nicht verboten haben, sonst funktioniert es nicht. Bei Adblockern bspw. stehen diese standardmäßig auf der Blacklist. Also entweder die Skripte manuell erlauben oder den Adblocker deaktivieren. Dasselbe gilt auch für Browser mit integrierter Adblock-/Anti-Tracking-Funktion.

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