Warum die Lügenpresse-Vorwürfe gegen die „Tagesschau“ falsch sind

Beim „Stern“ sieht man in „Lügenpresse“-Rufen natürlich üble Hetze. Außer, eine andere Redaktion trifft eine journalistische Entscheidung, mit der man nicht einverstanden ist. Dann hält man „Lügenpresse“ beim „Stern“ für einen nicht unberechtigten Vorwurf. So viel moralische Flexibilität muss dann schon sein.

Die „Tagesschau“ sieht sich in diesen Tagen heftiger Kritik – auch vom „Stern“ – ausgesetzt, weil sie im Fernsehen nicht über den Fall einer Studentin berichtet hat, die in Freiburg vor sechs Wochen vergewaltigt und ermordet wurde. Wobei: Das ist schon falsch. Dass die „Tagesschau“ nicht über diesen Mord berichtete, der viele Menschen in der Region erschüttert hat, löste gar keine größeren Proteste aus. Von wütenden Online-Kommentarwellen, die forderten: „Berichtet endlich im Fernsehen über den Mord in Freiburg!“ ist nichts bekannt. Anstoß nahmen Menschen erst, als die „Tagesschau“, die nicht über den Mord und die Ermittlungen berichtet hatte, entsprechend auch nicht über die Festnahme eines Verdächtigen berichtete.

Dieser Verdächtige ist ein 17-Jähriger, der im vergangenen Jahr als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland gekommen ist. Das ändert nach Ansicht der Kritiker alles.

Der „Stern“ hält die Nachricht seiner Festnahme für „eine der wichtigsten Nachrichten des Tages“. Er begründet das nicht. Er schreibt nicht, ob jede Festnahme in einem der mehreren Hundert Mordfälle jährlich eine der jeweils wichtigsten Nachrichten des Tages ist und somit in die 20-Uhr-„Tagesschau“ gehört. Aber dass diese Festnahme nicht gemeldet wurde, ist für den „Stern“ ein Skandal.

Der Verdacht, den der „Stern“ erst nur kolportiert, sich dann aber weitgehend zu eigen macht, lautet: Die „Tagesschau“ verschwieg die Festnahme, weil es sich um einen Flüchtling handelte.

Dieser Vorwurf ist absurd. Die „Tagesschau“ „verschweigt“ fast alle Festnahmen in Mordfällen. Sie berichtet selten über Mordfälle. Sie hat diesen Mordfall schon „verschwiegen“, als noch gar nicht klar war, dass der mutmaßliche Täter ein Flüchtling ist.

Der „Stern“ und die vielen anderen Kritiker tun so, als hätte die „Tagesschau“ anders berichtet als sonst, weil ein Flüchtling beteiligt ist. Das Gegenteil ist richtig: Die „Tagesschau“ hat berichtet wie sonst, obwohl ein Flüchtling beteiligt ist.

Es ist nicht so, dass die „Tagesschau“ eine Ausnahme von ihrer sonstigen Regel gemacht hat. Sondern der „Stern“ und all die anderen Empörten fordern, dass sie im Fall von Flüchtlingen eine Ausnahme machen soll.

Wenn ein Flüchtling eine Straftat begeht, die – so schrecklich sie ist – in gewisser Weise leider alltäglich ist, dann soll sie nach dem Willen des „Stern“ und der anderen Kritiker plötzlich so wichtig sein, dass sie unbedingt in die 20-Uhr-„Tagesschau“ gehört. Straftaten von Flüchtlingen sollen anscheinend hervorgehoben vermeldet werden.

Das entspricht ganz der Forderung und Praxis von prominenten Fremdenfeinden wie Udo Ulfkotte, die im Netz jede Meldung über eine Straftat, an der Ausländer beteiligt sein sollen, teilen und bedeutungsschwanger kommentieren. Durch die Sammlung von Einzelfällen dokumentieren sie scheinbar, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln kann. (Und indem sie sich nur auf solche Fälle konzentrieren, suggerieren sie ein verzerrtes Bild von Ausländerkriminalität in Deutschland und Europa.)

Oder war die Meldung von der Festnahme des Afghanen von überragender Bedeutung, weil es womöglich der erste Flüchtling ist, der in Deutschland wegen einer solchen Tat verhaftet wurde? Macht die Premiere den Nachrichtenwert aus, in dem Sinne wie auch vielleicht der erste Schweinegrippe-Tote eine Nachricht ist, die besonders viel Aufmerksamkeit bekommt?

Aber was ist das für ein merkwürdiges Verständnis von Nachrichtenwürdigkeit? Hat irgendwer wirklich gedacht, dass von den Hunderttausenden Flüchtlingen und Migranten, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, kein einziger solch furchtbare Taten begehen wird, wie sie auch von Deutschen ohne Migrationshintergrund immer wieder begangen werden? Ist das eine Nachricht: Jetzt auch Flüchtlinge unter den Sexualmördern in Deutschland?

Das ist es natürlich, wenn man ernsthaft politisch argumentiert, dass die Studentin in Freiburg noch leben könnte, wenn dieser eine Afghane nicht nach Deutschland gekommen wäre und man deshalb keine Afghanen nach Deutschland lassen soll, weil einer von ihnen hier womöglich eine solche Straftat begehen wird. Die extreme Kurzforum dieser „Argumentation“ ist an vielen Stellen gerade zu lesen: Angela Merkel – oder „die Willkommenskultur“ – ist schuld am Tod der Studentin.

Auf rechten Seiten wie dem Online-Magazin „Tichys Einblick“ geht man noch weiter: Dass Einwanderer aus muslimischen Ländern Sexualmorde begehen, sei Teil ihrer Natur oder Kultur, wird hier suggeriert. Der Mordfall in Freiburg präsentiere sich „zynisch gesehen lediglich als letzte Eskalationsstufe und logische Schlussfolgerung einer hunderttausendfachen Einwanderung von mehrheitlich Männern aus zutiefst frauenverachtenden Gesellschaften“, schreibt Anabel Schunke. Für sie steht dieser mutmaßliche Sexualmörder aus Afghanistan exemplarisch für das Gros aller Einwanderer. Der eine Fall habe „bewiesen“, „dass selbst die Integration der Jungen unter den Asylbewerbern angesichts einer so grundverschiedenen und vor allem verrohten Kultur in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt ist“.

Immer wieder ist zu lesen, dass es unproblematisch sei, die Herkunft von Tatverdächtigen zu nennen, weil doch niemand aus einem Flüchtling, der einen Sexualmord begeht, folgern würde, dass alle Flüchtlinge so sind. Das Gegenteil ist richtig. Rechte Wutpublizisten und der Mob im Netz sehen jeden Einzelfall als Bestätigung einer Regel, von der sie ohnehin längst überzeugt sind.

Und nur am Rande, kurz zur Einordnung, wie sich der Humanismus der freundlichen Hipsterfaschos von der Identitären Bewegung angesichts der Tatsache ausdrückt, dass die ermordete Studentin in der Flüchtlingshilfe engagiert war:

Ob es angesichts der absehbaren Reaktionen richtig ist, an den klassischen Relevanzregeln für Nachrichten in der 20-Uhr-„Tagesschau“ festzuhalten, ist eine andere Frage. Spätestens durch die öffentliche Debatte jetzt, in die sich unter anderem auch SPD-Chef Sigmar Gabriel eingeschaltet hat, ist das Thema ja von bundesweiter politischer Bedeutung. Andererseits kann es auch nicht Aufgabe einer Sendung wie der „Tagesschau“ sein, auf die erwartbare Empörung von rechts schon vorausschauend zu reagieren und sich auf diese Weise von Fremdenfeinden die Berichterstattung diktieren lassen.

Das populistische Online-Magazin „Stern“ stellt sich an die Spitze der Krakeeler. Ursprünglich „meldete“ es (inzwischen etwas entschärft):

„Tagesschau“ ignoriert Festnahme in Freiburg – das ist die absurde Begründung

In ihrer gestrigen Sendung verzichtete die „Tagesschau“ auf eine Meldung zum scheinbar aufgeklärten Mordfall von Freiburg. Auf ihrer Facebookseite liefern die Verantwortlichen eine hanebüchene Erklärung für ihre Ignoranz.

Die Unterstellung, wegen der Herkunft des Tatverdächtigen habe die „Tagesschau“ nicht über den Fall berichtet, erscheint dem „Stern“ dagegen anscheinend nicht „absurd“ oder „hahnebüchen“:

[Die „Tagesschau“] setzt sich damit dem Vorwurf der Lügenpresse aus. Und dieses Mal nicht ganz zu Unrecht.

Über den Fall in Freiburg und seine mögliche Aufklärung ist breit berichtet worden; die Herkunft des mutmaßlichen Täters ist von der Polizei und den Medien genannt worden. Aber das reicht immer noch nicht, um den „Lügenpressen“-Vorwurf absurd wirken zu lassen? Es muss wirklich jedes einzelne Medium berichten und die „Tagesschau“ zwingend in ihrer 20-Uhr-Ausgabe, um den Vorwurf zu entkräften, die deutschen Medien wollten das Volk gezielt in die Irre führen?

Wenn sich erweisen sollte, dass Flüchtlinge überproportional an solchen Gewaltverbrechen beteiligt sind, wäre das selbstverständlich ein Thema für die „Tagesschau“, sagt deren Chefredakteur Kai Gniffke.

„Tagesschau“-Blog: Der Mordfall von Freiburg

289 Kommentare

  1. Auf den Punkt gebracht und sehr schön das „Argumentationsmuster“ besorgter Bürger entlarvt. Schade nur, dass das leider kaum einer zur Kenntnis nehmen wird, der sich dort dummdreist einreiht, obwohl es ihm intellektuell eigentlich erlaubt wäre, es besser zu wissen. Warum (und wo genau) ist den Leuten nur jede Differenzierung abhanden gekommen? (Nach)Denken tut doch eigentlich gar nicht so weh…

  2. „Wenn sich erweisen sollte, dass Flüchtlinge überproportional an solchen Gewaltverbrechen beteiligt sind, wäre das selbstverständlich ein Thema für die „Tagesschau“, sagt deren Chefredakteur Kai Gniffke.“

    Wo/Wann hat er das gesagt? Im verlinkten Blog finde ich das nicht.

  3. Das Argument scheint auf den ersten Blick schlüssig, hat aber einen Haken: über Bautzen wurde berichtet, auch über den Anschlag auf eine Moschee in Dresden, genauso über den Todesfall Khaled Bahray. Völlig zu recht übrigens. Nur eben nicht über Freiburg. Berichterstattung sollte neutral sein und sachlich. Denn wenn die Tagesschau nicht berichtet, dann holen sich die Menschen ihre Informationen bei PI, RT oder demnächst Breitbart.
    Das ZDF hat es diesmal besser gemacht. Ein, zwei Sätze zur Sachlage, danach weiter zum nächsten Beitrag.

  4. Grundsätzlich volle Zustimmung, mich beschäftigt nur die Tatsache das in Fällen mit migrantischen Opfern die überregionalen Medien sofort und umfänglich berichten (Bsp. Inder in Mügeln, der Selbstmord des Somaliers in Schmölln, der Tote vor dem Flüchtlingsheim in DD). Will sagen wäre der jetzte Täter das Opfer gewesen („Toter junger Afghane in FR aufgefunden“) hätte die Tagesschau sicher berichtet. Es geht jetzt gar nicht ums aufrechnen, sondern um eventuell doch andere Maßstäbe. Natürlich kann man auch die Hate Crime Debatte anschließen, aber auch dann umgeht man schwer dem Vorwurfe das einige Opfer „wertvoller“ sind als andere. Ich weiß auch nicht wie man das besser machen kann, aber mit der Tatsache das bei einer Meldung „Mord und Vergewaltingung an junger Frau“ ein sehr sehr großer Teil der Leser/Seher/User den „Das war ein Ausländer“ Gedanken hat kommt man nicht vorbei. Und damit muss man umgehen und sich nicht wegducken.

  5. @Schwarzmaler
    Wie Stefan sagte: Vergewaltigung und zum Teil nachfolgender Mord sind – schrecklicher- oder glücklicherweise – in Deutschland fast Tagesordnung, verglichen mit Mordanschlägen auf Flüchtlinge. Auch wenn sich das anscheinend gerade ändert.
    Außerdem schüttet das ganze natürlich Feuer ins Öl, unnotwendigerweise, in ein von Rechtsradikalen gestartetes Feuer. Ist das zwingend erforderlich? Was ändert es für die Einwohner Deutschlands, darüber nicht informiert zu werden, wenn sie auch über praktisch alle anderen Sexualmorde nicht informiert werden?
    Kosten ./. Nutzen (klingt zynisch, tut mir leid, ich kann’s nicht besser beschreiben).

    Stefan, danke für die Stellungnahme und die klaren Worte.

    Nochmal zur Einordnung:
    Aus einer neu nach Deutschland gekommenen Gruppe Menschen hat sich ein geringer Anteil, wie zu erwarten war (weil: Menschen) als Arschloch erwiesen (immer vorausgesetzt, der Verdacht bestätigt sich).
    Darum wollen nun einige diese Gruppe komplett aussperren.
    Daraus würde folgern, dass man das bei allen neu Hinzugekommenen machen soll
    – Touristen
    – Arbeitnehmern (ja, auch die aus dem „Westen“)
    – vor allem aber dem größten Importeur von Verbrechern: Neugeborenen.
    Ja: jedes Jahr werden Tausende Verbrecher in unsere Gesellschaft gespült. Mit den Neugeborenen (ich muss wohl nicht erklären warum). Wir können das nicht verhindern, wir müssen uns damit abfindne.
    Und niemand, schon gar nicht Rechte, will Geburten abschaffen deswegen. Aber es ist wahr: hätte deutsche Familie X keinen Sohn bekommen, hätte dieser später nicht Mord / Diebstahl / Vergewaltigung / Steuerhinterziehung begangen.
    Soll heißen: Zuwanderung kann niemals für weniger Straftäter sorgen. Ploppt ja kein Straftäter aus der Existenz, nur weil ein syrischer Flüchtling über die Grenze kommt. Die Zahl der Straftäter steht an einer Wand und kann sich durch Hinzukommen von Menschen, egal wie, nur in eine Richtung ändern.

    Anders wäre es, wenn man mehr Beratungsangebote und Betreuung für Gefährdete (z.B. Opfer sexuellen Missbrauchs oder „geringfügiger Aufgefallene) anbieten würde. Was Geld kostet. Geld für Straftäter.

    Das arme Mädchen. Ihre arme Familie. Überhaupt, all die armen Opfer dort draußen. Damn, warum muss so ein Scheiß überhaupt passieren…

  6. also bitte immer so berichten, dass die von rechts außen (nicht von rechts) nichts zu meckern haben, ja?

    Ok, liebe Journalisten? Das ist jetzt das Maß von Relevanz.

    Oder am besten so: Berichtet nur noch über Vergewaltigungen. Kommt schon, mehr Vergewaltigungen bitte. Vielleicht sollte stern.de einen Vergewaltigungsressort erstellen.

    Den Stern interessiert doch der Fall nur, weil es entfernt mit Geschlechtsorganen zu tun hat.

    Dämlich ist diese Kritik von stern.de, genauso wie 95% der Seite selbst. Es ist leider nur ein einfaches schweres Verbrechen.
    Wenn es hier ein politisches oder rassistisches Motiv gegeben hätte, dann wäre es erwähnenswert in der Tagesschau. Oder wenn er irgendwie prominent gewesen wäre.
    Aber der Junge hätte wahrscheinlich irgndeine, auch eine ausländischeFrau vergewaltigt, wenn er die Chance gesehen hätte. Das ist ein

    Bezeichnend ist natürlich auch, in welchem Ressort der stern diese allzu wichtige Meldung platziert: Unterhaltung.

    Und hier haben wie die Entlarvung des Sterns und des Autors Jens Maier: Es ist die Rubrik Unterhaltung und wenn man sich die anderen Artikel anschaut, dann kann der JEns Maier die Tagesschau gar nicht beurteilen.

    Er sollte lieber Brisant schauen auf ARD

  7. Da stimme ich BV sehr zu. Jedoch sind für mich die besorgten Bürger auch die Konsumenten am Ende der Kette und ich hinterfrage auch schon sehr viele „Argumentationsmuster“ in dem gelieferten Produkt. Ich habe im vergangenen Jahr (wieder) lernen müssen, ganz genau zu lesen und zu unterscheiden, was Berichterstattung, Haltung, Kommentar und Kolumne ist und festgestellt, dass die Medien mir das trotz des Vorwurfs „Lügenpresse“ nicht leichter gemacht haben bisher. Eine Haltung von Medien kann ich sehr gut akzeptieren, aber auf Handwerk und Werte bestehe ich. Ich hoffe, die Medien unterstützen uns, kompetenter mit ihnen umzugehen und differenzieren zu können, wie z.B Übermedien es mit diesem Artikel gemacht hat. Vielen Dank dafür.

  8. @alle, die denken, dass die Taten gegen Ausländer eher in den Nachrichten landen:
    Das liegt daran, dass bei diesen Taten zunächst ein Verdacht auf rassistisch oder politische Motive existieren.

    Eine Schlägerei zwischen verschiedenen Gruppen werden sie auch erst in der Tagesschau mitbekommen, wenn die Gruppe besonders groß war, aber nie, wenn es keine gesellschaftliche Relevanz oder keinen politischen Hintergrund gibt

  9. Was ist eigentlich mit diesem Kriterium: Sind die Empfänger an einer Nachricht interessiert oder nicht? Ich schätze, dass sich Wenige für jeden Mordfall, jede sexuelle Belästigung, jede Hakenkreuzschmiererei oder jeden Hausbrand interessieren. Wenn aber Migranten oder Radikale beteiligt sind, ist das Informationsbedürfnis groß. Die Menschen wollen das wissen. Ich denke zu Recht, denn dies können Zeichen sein, dass sich unsere Gesellschaft ändert.

  10. Über folgende Ereignisse wurde unterdessen in den 20-Uhr-Ausgaben der Tagesschau berichtet:

    – „Flüchtlingsunterkunft im oberfränkischen Gößweinstein ausgebrannt“ (20.08.16 – Sachschaden)
    – „Ermittlungen gegen rechtsextremes Netzwerk nach Brandanschlag in Nauen“ (04.03.16 – Sachschaden)
    – „Festnahmen nach versuchtem Handgranaten-Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft“ (09.02.16 – kein Schaden)

  11. Danke für den Artikel.

    Ein in der Tat absurder Ansatz allzu vieler Medien: Der Behauptung, negative Flüchtlingsmeldungen würden unterdrückt, damit zu begegnen, alles was irgendwie mit Flüchtlingen zu tun hat, per se für meldenswert zu halten. Andernfalls gäbe man den Lügenpresse-Rufern recht. Zumal es wohl genau aus diesem Grund im Freiburger Fall eben kein Berichterstattungsdefizit gab und gibt. Eher im Gegenteil. Nur wenn sich die Tagesschau an ihre Standards für ihre 20-Uhr-Ausgabe hält, muss das natürlich verdächtig wirken – schließlich berichten doch die anderen darüber! Es ist ein bisschen zum Verzweifeln. Nee, nicht nur ein bisschen.

  12. Ich habe heute im Radio auf zwei verschiedenen ÖR-Sendern gehört, der Fall habe nun, da ein afghanischer Flüchtling als mutmaßlicher Täter festgenommen wurde, „eine politische Dimension bekommen“. Und ich fragte mich: Hä? Ist der Irrsinn jetzt schon so weit durchgedrungen? Bloß weil rechte Hetzer versuchen, aus dem Fall ein Politikum zu machen, soll er jetzt auch eines sein? Das auch noch in die 20-Uhr-Tagesschau gehört?

    Der Fall hat keine politische Dimension. Er wird politisch instrumentalisiert. Nur letzteres ist selbst ein Politikum, aber auch keines für die Hauptnachrichten, da es leider alltäglich ist.

    Tichys Einblick liefert hier übrigens ein weiteres der unzähligen Beispiele für die rassistische Verwendung des Begriffs „Kultur“. So wie der N…. gern schnackselt und mit Drogen dealt und der Zig….. gern klaut, so vergewaltigt der Moslem halt gern, weil das eben in seiner Natur bzw. Kultur liegt. Nur besitzt solcherart Vulgärrassismus heute die Frechheit, sich „Religionskritik“ zu nennen.

    Und der Stern möge sich bitte mal mit dem Unterschied zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ vertraut machen.

  13. @Leser: Ja, jeder Fall könnte ein Zeichen sein, dass die Gesellschaft sich durch die Flüchtlinge ändert. Oder er könnte es auch nicht sein, sondern eben: ein Fall, wie es sie immer gab. Das ist am einzelnen Fall naturgemäß furchtbar schwer zu erkennen.

    Aber natürlich soll das Informationsbedürfnis der Menschen befriedigt werden. Das wird es ja auch, durch eine breite Berichterstattung. Die Frage hier ist nur: Muss es von der „Tagesschau“ befriedigt werden?

  14. Nachtrag:

    Mit „Geld für Straftäter“ meinte ich: versucht das mal, der rechten Klientel sowas zu verkaufen.

    Ich fände bessere Versorgung für Täter (wie auch Opfer) gut – das norwegische Modell ist m.E. eindeutig in seinen Ergebnissen, ebenso wie das unfreiwillige amerikanische Experiment.

    Aber AfD & Co werden schreien, wenn wir Hilfe für Straftäter anbieten und sie werden dann auch schreien, wenn diese Straftäter eben genau das bleiben.

  15. @4 Stefan Niggemeier: Wenn auch nur der Eindruck entsteht, daß Straftaten von Deutschen gegen Ausländer („politisch motiviert“) anders behandelt werden als Straftaten von Ausländern gegen Deutsche („normale Kriminalität“) sehe ich darin eine Gefahr. Justitia trägt aus gutem Grund eine Binde vor den Augen, und auch die Medien sollten sich fragen, ob sie unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Bildung oder Glaube einen Sachverhalt neutral wiedergeben.

  16. Ich finde es erstaunlich, wieviel Bedeutung der Tagesschau als sogenannte Nachrichtenikone immer noch beigemessen wird. Die Zeiten, als ich noch gespannt um 20 Uhr vor der Glotze saß, um mich über das Weltgeschehen zu informieren, sind schon sehr lange vorbei.
    Die Sendung dauert immer 15 Minuten, selbst wenn es relevante Nachrichten für eine halbe Stunde gäbe. Die Redaktion muss also eine Auswahl treffen und manches Ereignis, das man selbst für wichtig hält, schafft es eben nicht in die Hauptausgabe, so what? Informiere ich mich eben woanders, Google is your friend!
    Wenn „Bild“ und „Stern“ das jetzt dramatisieren, zeigt das nur, dass die immer noch in der Denke der siebziger Jahre stehengeblieben sind.
    Karl-Heinz Köpke trägt einen Schnurrbart? Skandal!

  17. Kann man so machen. Aber dann bitte in Zukunft auch nicht mehr über kleinere Fälle berichten, bei denen niemand geschädigt wurde und noch kein Täter überführt ist:
    https://www.tagesschau.de/inland/anschlaege-fluechtlingsunterkuenfte-101.html
    „Das Ausmaß der Gewalt ist erschreckend…Nicht auf die zweite Tote warten“
    Was wäre denn los gewesen, wenn nach dem Mord in Freiburg so in der Tagesschau berichtet worden und die Tat lässig mit den zahlreichen Grapschereien und nicht tödlichen Übergriffen im ganzen Land verknüpft worden wäre? Es habe sich ja im Nachhinein als richtige Fährte erwiesen, würde ein Verantwortlicher Dr. Kai Ulfkotte jetzt triumphierend sagen, da müsse man Ross und Reiter schon mal beim Namen nennen dürfen, auch wenn die letzte Sicherheit noch fehlt.
    Und jetzt also Manege frei für die kunstvolle Beschönigung der Tatsache, dass hier mit zweierlei Maas gemessen wird. Ich freu mich drauf.

  18. Mit Andreas Müller ist ja nun auch der Haus-und-Hof-Relativierer hier präsent.

    Sie beklagen zweierlei Maß? Nun, dann listen Sie doch mal vergleichbare Fälle auf. Wann und wie oft hat die Tagesschau über Sexualmorde berichtet? Was macht diesen Mord anders als Dutzende andere?

    Nebenbei: der 17jährige ist offiziell immer noch ein Tatverdächtiger, kein Täter.

  19. Nachdem ich am Samstag so viel Hass zum Thema gelesen habe, tut es so gut endlich eine differenzierte Meinung, die meinem Gefühlen und Gedanken entspricht zu lesen. Vielen Dank!
    Aber genau das ist das Problem, wer anders denkt möchte auch nur seine eigene Anschauung bestätigt wissen.

  20. Protipp: Die Tagesschau, die gerade mal 15 Minuten dauert, abzgl. Sportgedöns, abzgl. Wettergedöns muss immer auswählen und abwägen.
    Und da sowohl in Deutschland, als auch in der Welt täglich soviel passiert fallen immer bestimmte Nachrichten runter, die genauso gut auch in die Sendung gepasst hätten.
    Zugunglück in Indien oder Erdrutsch in Rumänien?
    Bei einem kuratieren Angebot gibt’s immer irgendwelche Erdbeertonis die sich über eine fehlende Nachricht aufregen.

  21. „Hat irgendwer wirklich gedacht, dass von den Hunderttausenden Flüchtlingen und Migranten, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, kein einziger solch furchtbare Taten begehen wird, wie sie auch von Deutschen ohne Migrationshintergrund immer wieder begangen werden?“
    Das höre ich öfter als Strohmann: dass die „Linken“ (alles, was nicht CDU-CSU-AFD ist) dies glauben und behaupten würden, so als naive Gutmenschen. Wenn man dann darauf hinweist, dass dies nicht stimmt, kommt – wie im Artikel beschrieben – das Argument, man wolle „die ganzen Straftäter“ also reinlassen.

  22. Weil es kriminelle Flüchtlinge gibt, soll man Flüchtlinge aussperren?
    Genausogut könnte man auch gegen Notfallmedizin sein. Wie viele Leute, die irgendwann im Leben durch eine Notaufnahme gerettet wurden, sind kriminell oder werden es später? Also weg damit!

    Die Häufigkeit von Morden, Sexualdelikten und anderen Straftaten wäre schon berichtenswert, aber eben als Statistik (hat zugenommen, hat abgenommen, Aufklärungsquote steigt oder fällt, etc.); kommt öfter in den Medien, obwohl ich nicht weiß, ob es auch in der Tagesschau vorkommt.
    Wenn von etlichen Horrorstorys über vergewaltigende Flüchtlinge sich ausnahmsweise mal eine bestätigt, dann ist das wie der dumme Hund von einer Tante von mir, der dauernd irgendwelche Leute angebellt hat, inklusive zahlreicher Familienmitglieder, bis er einmal tatsächlich einen Einbrecher erwischte. (Der Einbrecher hatte gar nicht bei Herrchen oder Frauchen einbrechen wollen und hätte genausogut legitim sein können, aber hey, erwischt ist erwischt!)

    „Lügenpresse“ ist eigentlich ein anderes Wort für „Medien, die nicht berichten, was ich in meiner Filterblase hören will.“ Und solange man sich das nicht klar macht, tanzt man nach der Pfeife der Lügenpresserufer.

  23. Dafür, dass der Vergewaltigungs-Fall in Freiburg nicht einmal relevant genug für eine kurze Meldung in der Tagesschau war, haben sich mittlerweile erstaunlich viele Politiker, Journalisten und Medienjournalisten zu dem Thema zu Wort gemeldet.

  24. Der Lügenpresse-Vorwurf ist alleine schon deswegen absurd, weil diejenigen, die jetzt am lautesten „Lügenpresse“ krakeelen, garantiert nicht die Tagesschau als ihr Haupt-Nachrichtenmedium haben, dieweile diese doch eh „Lügenpresse“ ist.

    Der Mechanismus geht eher so: Wenn wieder mal „irgendwas mit Flüchtlingen“ passiert (in einem hinreichend großen Heuhaufen finden sich immer Nadeln), dann schaut man nach, welche „Mainstream-Presse“ darüber nicht so zeitnah berichtet, wie man sich das vorstellt, und nagelt diese an die Wand. Das dient dann als Beweis für „Lügenpresse“. Dass das ein völlig verzerrtes Bild der Wirklichkeit suggeriert, gehört zum Geschäftsmodell der Krakeeler.

    @BV: Nachdenken macht das Geschäftsmodell „geschlossenes Weltbild“ kaputt. ;-)

  25. @Richard Ott: Sagt das nicht mehr über das Geltungs- und Mitteilungsbedürnis derjenigen aus als über die Gepflogenheiten der Tagesschau?

  26. „Aber natürlich soll das Informationsbedürfnis der Menschen befriedigt werden. Das wird es ja auch, durch eine breite Berichterstattung. Die Frage hier ist nur: Muss es von der ‚Tagesschau‘ befriedigt werden?“

    Die beiden wichtigsten Kriterien, das habe ich so in meinem Journalismus-Studium gelernt, sind Relevanz und Aktualität. Relevant ist es, weil es viele Menschen interessiert und ein Mord eines Flüchtlings gerade heutzutage immer ein Politikum (was mit diesem Artikel einmal mehr bewiesen wurde) ist.

    Warum sollte also nicht darüber berichtet werden? Mir fallen dazu nur ideologische Gründe ein.

  27. Dass die Tagesschau extra wegen der Herkunft des Täters nicht berichtet hat, ist wohl Schwachsinn. Dass die Menschen an anderer Ecke davon erfahren würden und dann den „Lügenpressen“-Vorwurf erheben würden wie sie es jetzt tun, würde den Öffentlich-Rechtlichen in diesem Fall ja bewusst gewesen sein. Folglich hätten sie sich aus irrigem Grund selbst torpediert. Viel wahrscheinlicher ist das Szenario, dass sie nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hatten: Entweder brechen sie ihr Ausschlussprinzip der regionalen Bedeutsamkeit und berichten, um vielleicht verlorene Schäfchen der „Lügenpresse“-Rufer wieder an Bord zu holen, wovon diese sich aber in ihrer Denkweise eher bestätigt fühlen. Oder sie geben diese auf und nehmen den Shitstorm, der so oder so gekommen wäre, auf sich, behalten aber wenigstens ihre Prinzipien bei.

    Dennoch ist die Definition der regionalen Bedeutsamkeit nicht so klar wie die Tagesschauleute vielleicht denken. Sie haben schon oft regionale Ereignisse, vielleicht nicht für sich allein stehend, aber zumindest als Aufhänger für weitreichendere Thematiken oder Debatten eingebaut (nicht aufs Lokale heruntergebrochen, sondern vom Lokalen hochgebrochen). In diesem Zusammenhang z.B. regionale/lokale Eigenprojekte mit/für Flüchtlinge, die mit der nationalen Flüchtlingspolitik an sich nichts zu tun haben, aber eben als Zeichen für die gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen dargestellt werden. Oder auch „Einzelfälle“ rechter Gewalttäter, die als Beispiele für die scheinbar wachsende „Fremdenfeindlichkeit“ in Deutschland genommen werden und zu dieser dann Politiker interviewt werden und so weiter. Dagegen hat meiner Meinung nach auch nichts gesprochen.

    Aber wieso soll es hier dann anders sein? Wieso wird bei Gewalttätern, die Migranten mit islamischer Ideologie sind, mit zweierlei Maß gemessen? Ebenso wenig wie Anschläge auf Flüchtlingsheime sind Gewalttaten dieser Menschen „Einzelfälle“. Ab welcher Zahl an Opfern soll man laut dem Autor denn über diese „Regelmäßigkeit“ berichten dürfen? Nie? Wenn die Anzahl der Straftäter/taten einen gewissen Anteil an der islamischen Bevölkerung erreicht hat? Reicht es nicht, dass Straftäter aus islamischen Ländern regional und überregional in einigen Verbrechenskategorien überdurchschnittlich gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen vorhanden sind? Bei vermeintlich rechten Straftätern hat man ja auch kein Problem, rechte Ideologien als gemeinsamen Nenner für das Handeln der Täter auszumachen und weitreichend zu diskutieren. Diese Ausrede „Ja, ich weiß um die Patriarchie und die Verachtung von Frauen und Ungläubigen im Islam, aber Deutsche verüben ja auch jeden Tag solche Straftaten, also dürfen wir uns kein Urteil erlauben“ ist ziemlich komisch. Denn einerseits ist es eben nicht so, dass Deutsche in derselben Art und Frequenz solche Straftaten begehen und andererseits: Selbst wenn es so wäre, wieso solle man dann noch mehr solcher Kriminalität importieren wollen? Ist das wirklich das beste Argument, dass Islam-Apologeten vorweisen können, um keine Diskussion führen zu müssen? Ebenso bei der Tatsache, dass es mit anderen Einwanderergruppen kaum Integrationsprobleme des Ausmaßes gibt, wie sie bei islamischen Immigranten vorherrschen, obwohl für alle dieselben Regeln gelten. Wie kann die Verantwortung hier also nicht den Migranten zugewiesen werden und andererseits aber pauschal geurteilt werden „Hier hat sich Deutschland bei der Integration eben nicht richtig angestrengt“?

    Amüsant ist auch, dass jetzt geschrieben wird „Hat irgendwer wirklich gedacht, dass von den Hunderttausenden Flüchtlingen und Migranten, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, kein einziger solch furchtbare Taten begehen wird?“ Nein, rational denkende Menschen, die um den Islam wissen, haben damit gerechnet. Ihre Befürchtungen wurden im Vorhinein in vielen Leitmedien aber als „irrationale Ängste“ und „Hetze“ bezeichnet. Jetzt im Nachhinein soll das Ganze also „normalisiert“ werden, jetzt hat es ja eh jeder gewusst und das ist ja auch völlig normal, deshalb muss nicht über die Ursache diskutiert werden.

    Es geht mir und vielen anderen (für Asylheimanzünder kann ich nicht sprechen) nicht darum, Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu pauschalisieren, denn Rasse/Hautfarbe zwingt/manipuliert Menschen nicht biologisch, auf bestimmte/untereinander ähnliche Weise zu denken und zu handeln. Kultur (hier in Form von fremd- und selbstaufgelegten religiösen Dogmen) hingegen kann das mit Individuen tun, kann ihrerseits aber auch verändert werden (im Gegensatz zu Rasse/Hautfarbe). Es muss deshalb darauf aufmerksam gemacht werden, dass es ein statistisch auffälliges Gewalt-und Kriminalitätsproblem unter islamischen Einwanderern gibt. Denn dies führt nicht vom Individuumdenken weg zum Gruppendenken, sondern vom Gruppendenken hin zum Individuumdenken: Denn dadurch würden Mitglieder der Kultur, die integriert sind und sich nichts zu Schulden kommen lassen, motiviert, darüber nachzudenken, warum viele ihrer Glaubensgenossen so anders handeln und denken als sie, vor allem DASS sie anders sind. Und einige, die bereits aus Angst vor Vergeltung ihrer Glaubensbrüder geschwiegen haben, würden durch die öffentliche Debatte wohl ermutigt, an Reformen innerhalb der Community mitzuwirken. Und die Kriminellen, Steinzeitlichen, um die es ja eigentlich geht, würden durch eine größere gesellschaftliche und theologische Debatte (selbst wenn sie sich nicht kritisch mit sich selbst beschäftigen wollen) zumindest die Botschaft bekommen, dass sie nicht mehr lediglich als Arm eines Kollektivs behandelt werden, in dem sie sich zuvor bequem verstecken und „ich werde diskriminiert, weil ich Teil dieser Gruppe bin“ rufen konnten. Sondern dass ihre Zugehörigkeit zur muslimischen Glaubensgruppe nicht gleichbedeutend mit Rasse/Hautfarbe unveränderlich ist und sie deshalb künftig Individualität, Eigenverantwortung beweisen müssen.

    Die Normalisierung islamisch begründeter Straftaten durch Medien und Politik sorgt hingegen für das Gegenteil: die Reformer innerhalb der Communities werden im Stich gelassen zugunsten einer Sicht der islamischen Community als monolithisches Kollektiv. Dass dadurch viele Apologeten immer noch Islamkritik als Rassismus verstehen, ist deshalb kein Wunder. Genauso wenig, dass wenn es erfreuliche Nachrichten über das Verhalten von Muslimen gibt (wenn sie z.B. eine gefundene Brieftasche zur Polizei bringen) ihnen von den Medien die volle Verantwortung dafür gewährt wird („Religion of Peace“), während sie bei auffälligen Straftaten medial selten die volle Verantwortung tragen müssen, sondern eher „Deutschland bei der Integration der Migranten versagt hat“. Wenn Deutschland neben dem Fehlverhalten seiner Bevölkerung (z.B. zurecht bei rechten Gewalttäter) auch immer wieder für das Fehlverhalten anderer Völker verantwortlich gemacht wird, kann da was nicht stimmen – und Deutschland nur verlieren.

  28. @16 Schwarzmaler20:

    Der Eindruck lässt sich aber kaum vermeiden. Die Tagesschau sondiert nach gewissen Gesichtspunkten; bspw. erachtet sie politisch motivierte Taten für gesellschaftlich relevanter, als triebgesteuerte Taten. Dementsprechend hat sie vorher nicht über den Fall berichtet und das hat sie nun konsequent zu Ende geführt. Sollte sich die Tat als politisch motiviert herausstellen, dann würde die Tagesschau auch berichten. Ähnlich wie in den Fällen diverser Festnahmen von mutmaßlichen Terroristen.

    Was in dieser Debatte passiert, ist der sogenannte confirmation bias, sogar in doppelter Hinsicht. Bestimmte Menschen haben eine bestimmte Meinung zu einem Thema (Flüchtlinge sind an sich gefährlicher und die Presse lügt und verschweigt die Wahrheit) und fühlen sich durch diese Einzelfälle bestätigt, wobei dann alles drumherum ausgeblendet wird. Das ist letztlich die eigentliche Gefahr: Dass eine immer größer werdende Anzahl von Menschen dieser Denkweise verfallen.

    Wie man dem begegnen kann? Sicherlich nicht, indem man die eigenen Prinzipien dieser Denkweise anpasst. Das tun schon genügend Menschen, indem sie jede Straftat eines Migranten sammeln und zusammenstellen (lustigerweise könnte man das auch für viele andere Gruppen machen; bspw. ist ja die Gruppe der Männer sehr viel gewalttätiger als die Gruppe der Frauen, was aber von den meisten besorgten Bürgern achselzuckend hingenommen werden kann…). Sinnvollerweise kann man dieser Denkweise nur durch Aufklärung begegnen: Also die eigenen Prinzipien möglichst konsequent vertreten und diese dann möglichst nachvollziehbar erklären.

  29. Der Fall hat(te) schon überregionale Bedeutung, da es in der Nähe ein zweites Opfer gibt. Es gab/gibt Berichte in Richtung Serienmord.

    Daher wurde auch sehr zeitnah in Aktenzeichen XY – ungelöste berichtet.

    Insofern hätte auch die Tagesschau kurz berichtet können, dass ein Tatverdächtiger in einem der beiden Fälle ermittelt wurde.

  30. Was mich eigentlich an der Debatte stört – mal rechts und links beiseite, auch Rassismus und Gewalt, ob nun von Deutschen, von Ausländern, von Menschen – ist die elitäre Denkweise dahinter. Jeder hier weiß, worum es geht, hat sich sofort über Twitter informiert, aber viele scheinen „das Volk“ vor Meldungen schützen zu wollen, schützen zu müssen, die den Rechtsradikalen nützen könnten. Das gleiche Volk, dem dann vorgeworfen wird, sich aus trüben Quellen zu informieren. Um in der Metapher zu bleiben: ich sehe die Aufgabe der der Eliten nicht darin, die Quellen zuzuschütten oder den Zugang zu den Quellen zu reglementieren, sondern ausreichende saubere Quellen anzubieten.

  31. @ 14 STEFAN NIGGEMEIER:
    Danke für die Antwort. Die Frage, ob das Informationsbedürfnis der Menschen in diesem spezifischen Fall durch die Tagesschau oder durch Internetmedien oder die Presse befriedigt werden sollte, ist eine berechtigte Frage, da stimme ich Ihnen zu.

    Wenn man die Frage stellt, ob man etwas berichtet oder nicht, sollte man m.E. von der Überlegung ausgehen: Interessiert es die Adressaten oder nicht. (Im konkreten Fall dürfte es wohl Viele interessieren, dass ein Tatverdächtiger gefasst wurde und dass er Migrant/Flüchtling und minderjährig war, in einer Gastfamilie lebte etc.)

    Ein anderer Ansatz wäre zu fragen: Hat es den Adressaten zu interessieren? Würde es ihn vielleicht nur beunruhigen, wie unser Innenminister mal kontempliert hat? Damit so ein Ansatz akzeptiert würde, müssten die Medien allerdings eine hohe Vertrauensstellung genießen. Dem ist, glaube ich, nicht (mehr?) so.

  32. Diese „Argumentationsmuster“ sind erlernt und anerzogen. Die meisten Bürger können gar nicht anders. Sie wollen täglich hören und lesen, wie „schlecht“ die anderen sind. Und wenn keine Asylanten oder Ausländer greifbar sind, dann eben das Nachbardorf oder die nächste Stadt. Sie brauchen es wie die Luft zum Leben. Sie wollen keine Gleichstellung. Deren Selbstwertgefühl schreit förmlich danach. Denn wenn die „schlecht“ sind, dann kann ich (wir) ja nur „gut“ sein. Das hat nichts mit dumm oder gebildet zu tun. Geht quer durch alle Schichten. Inländer wie Ausländer. Frauen wie Männer. Die Glücklichen, die von diesem „Virus“ nicht befallen sind, schütteln den Kopf und gehen einfach weiter…
    Besten Dank für den Artikel.

  33. @ 29 NN:

    Nun, zu allererst muss man konstatieren, dass eine rechtsradikale Ideologie etwas anderes ist, als der muslimische Glauben. Eine rechtsradikale Ideologie richtet sich per Definition gegen Menschen, die nicht der akzeptierten Gruppe angehören (bspw. dem „Volk der Biodeutschen“). Begeht nun ein Mensch mit einer rechtsradikalen Ideologie eine Straftat gegen einen Menschen der verhassten Gruppe, dann liegt der Schluss sehr nahe, dass er es aufgrund seiner Ideologie tat.
    Beim Islam ist das ein bissel viel schwieriger. Zuerst gibt es nicht „den Islam“. Das wäre in etwa so verallgemeinernd, wie wenn wir von „dem Mann“ reden (der, wie oben erwähnt, sehr viel öfter gewalttätig ist, als „die Frau). Man sollte also sinnvollerweise zwischen den verschiedenen Strömungen des Islams differenzieren. Zweitens hat man erstmal nur Korrelationen. Wenn nun (ich habe keine Ahnung, ob das stimmt) der Anteil gewalttätiger Männer bei bestimmten Strömungen des Islam größer ist, als unter deutschen Männern, woran liegt das dann genau? Wir haben ja erstmal nur Korrelationen, keine Kausalitäten. An dem Islam? An dem dort vermittelten Frauenbild? Wenn ja, an welchem und wo wurde das auf welche Weise vermittelt? Wenn man aber schon diese Dinge untersucht, warum versucht man das dann nicht gleich ohne einen möglichst wertenden Kontext herzustellen?

    Man sollte hier daher etwas aufpassen, da es hier substanzielle Unterschiede gibt. Es gibt aber noch einen weiteren: Dadurch, dass Rechtsextremismus durch – nunja – extremistisches Verhalten definiert ist, tritt man hier keiner unschuldigen Personen auf die Füße. Spricht man nun muslimischen Menschen eine größere Gewaltbereitschaft zu und betrachtet die dann dementsprechend vorurteilsbeladen, dann fühlen sich gemäßigte Muslime – von denen es mehr als genügend gibt – verständlicherweise mies behandelt. Das wäre in etwa so, wenn Feministinnen immer wieder auf den gewalttätigen Mann hinweisen, da fühlt man sich als Mann doch auch nicht sonderlich gut bei. Und beim Mann ist es statistisch tatsächlich über jeden Zweifel erhaben, dass er gewalttätiger ist, als Frauen. Mit einer Effektstärke, die die Flüchtlinge wohl in hundert Jahren nicht erreichen können.

  34. @Geisenheimer, #28:
    Wenn sich die Relevanz nur daraus ergibt, dass sich „das“ Publikum für den Täter interessiert, nicht für das Opfer, spricht das ja nicht direkt für die Anteilnahme dieses Publikums. Zweitens würde ich ja gerne wissen, interessiert das die _Mehrheit_ der Menschen, oder nur _viele_? Wenige laute Leute werden evt. nur stärker wahrgenommen, sind aber nur eine relativ kleine Minderheit.
    Drittens: Wenn jemand daraus gerne ein Politikum machen will, ist das was anderes, als wenn der Täter selbst aus politischen, religiösen oder sonstigen weltanschaulichen Gründen handelt. Gegenbeispiel, wenn jemand aus Langeweile seine Schule anzünden will, und der Brand wird ohne größeren Sachschaden gelöscht, wäre das eine Meldung wert? Also außerhalb der Lokalseite der jeweiligen Stadt?

    Und, wie weiter oben angesprochen, von allen möglichen Straftaten soll ausgerechnet diese in die Tagesschau, die formatbedingt nur recht wenig Platz hat? Ist das Weglassen ideologischer als das Melden?

    Wenn der Stern darüber berichten will, hält ihn niemand ab. Die auch nur halbwegs realistisch denkenden Menschen sind nicht davon ausgegangen, dass Flüchtlinge per se gute Menschen sind, insofern ist dieser Flüchtling kein Argument für oder gegen etwas.

    Oder, wenn man wollte, könnte man ihn als Argument für strengere Gesetze gegen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung anführen, weil er sich das in Afghanistan nicht getraut hätte, wo die Strafen deutlich härter sind.

  35. @Andreas Müller / #18
    Ja, politische und unpolitische Straftaten werden mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen. Kein Skandal.

    @Kristopher Geisenheimer / #28
    Sie sollten Ihre Kriterien für Relevanz und Politika überprüfen. Der Mord selbst ist weder (überregional) relevant noch politisch, das ist allenfalls das rassistische Krakeele drumherum. Und imho ist noch nicht mal das wirklich relevant.

    @NN / #29
    Also Deutsche vergewaltigen einfach so, aber Afghanen machen das aus „islamischer Ideologie“ heraus?
    Später wird das sogar eine „islamisch begründete Straftat“. Haben Sie schon ein Bekennerschreiben vorliegen, oder wie?

    „Es muss deshalb darauf aufmerksam gemacht werden, dass es ein statistisch auffälliges Gewalt-und Kriminalitätsproblem unter islamischen Einwanderern gibt.“

    Ich glaube, das müsste erstmal belegt werden, bitte auch unter Einbeziehung der Faktoren, deren Einfluss auf die Kriminalitätsstatistik bereits erwiesen ist (v.a. Geschlecht, Alter und sozialer Status). Und dann ist immer noch die Frage, welche Schlussfolgerungen man daraus zieht.

    Ich bin übrigens, in Ihrer Denke und Sprache, Mitglied der christlich-abendländischen Kultur bzw. Träger dieser Ideologie. Ich bin einigermaßen gut integriert und habe mir bisher nichts Schwerwiegendes zu Schulden kommen lassen. Wenn irgendwelche „Glaubensgenossen“ von mir Verbrechen begehen oder sich sonstwie danebenbenehmen, veranlasst mich das selten zu Gedanken über die Steinzeit oder was auch immer. Mache ich da was falsch?

  36. Ein schöner Artikel, der die Dinge zurechtrückt. Ich hoffe, dass die Stern-Meldung in dessen Redaktion ordentlich diskutiert wird. Und dass die Entscheidung fällt, solche augenscheinlich gesellschaftlich sensiblen Themen nicht mehr von Mitarbeitern der Rubrik „Unterhaltung“ kommentieren zu lassen.

  37. @ EARENDIL #37
    Die unter #18 verlinkte Straftat war ungeklärt und hat sich als unpolitisch herausgestellt. Genau darum geht es. Richtig soll es wohl heißen:
    Für Straftaten, die sich politisch korrekt nutzen lassen, gelten eigene Maßstäbe.

  38. Was mir bei den Wahrheitsliebenden Angst macht ist, dass der Täter wichtiger ist als das Opfer.

    Jede/r Vergewaltigung / Mord ist schlimm. Also soll jede/r in die Tagesschau oder nur welche in dem der Täter ins eigene Weltbild passt?

  39. @29 (NN)

    [Reicht es nicht, dass Straftäter aus islamischen Ländern regional und überregional in einigen Verbrechenskategorien überdurchschnittlich gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen vorhanden sind?]

    Nein, es reicht nicht. Weil die Tatsache, dass überproportional viele Handy-Räuber und „Antänzer“ aus Nordafrika kommen, weder etwas mit deren Religion zu tun haben muss noch mit einem Jungen aus einer komplett anderen Weltregion, der überdies einer völlig anderen Tat beschuldigt wird.

    @ 28 (Kristopher Geisenheimer)

    [Die beiden wichtigsten Kriterien, das habe ich so in meinem Journalismus-Studium gelernt, sind Relevanz und Aktualität. Relevant ist es, weil es viele Menschen interessiert…]

    Journalismus ist für mich immer noch mehr ein Handwerk als ein Studium, aber abgesehen davon: ob und wann etwas relevant ist, dürfte von jedem Medium gewiss unterschiedlich beantwortet werden. Ansonsten könnte die Tagesschau eine Yellow-Press-Abteilung aufmachen – und die Freizeit-Revue eine Polit-Redaktion.

  40. @NN, #29:
    Aaaalso: 1. bis dato wissen wir nicht, ob diese Tat einen religiösen Hintergrund hatte; bei Vergewaltigung und Mord glaube ich das eher nicht, aber vllt. kommt noch ein Bekennerschreiben. Das jetzt mal im Unterschied zu einem angezündetem Flüchtlingsheim. (Um den Einwand vorwegzunehmen, wenn mal eine Afghanin von einem Einheimischen vergewaltigt werden würde, würde ich auch erstmal nicht von einer politischen Tat ausgehen.)
    2. selbst, wenn das einen religiösen Hintergrund hätte, würden jetzt die allermeisten Moslems sagen, nö, hat es nicht. Im Koran steht das anders. Wenn der Typ was anderes sagt, lügt er eben.
    3. zum Thema Individual- vs. Gruppendenken (mein Lieblingsthema): Ich kann und will mich nicht für bspw. die Morde der NSU rechtfertigen, auch wenn diese für eine Gruppe (hier: Nationalität) ausgeübt wurden, zu der ich gehöre. Wieso sollte ein(e) x-beliebige(r) Muslim(a) das anders sehen?
    Gerade _wenn_ man sich von Gruppendenken freimacht, ist doch die logische Reaktion auf Vorwürfe wie: „Dein Religionsgenosse hat eine Frau vergewaltigt und ermordet.“ doch eher: „Ich finde das schrecklich, aber was hat das jetzt mit mir zu tun?“
    4. eine Korrelation zwischen Religion und Straftaten sollten Sie vllt. erstmal belegen, bevor Sie darauf basierend argumentieren.
    5. Ich weiß nicht, ob wer „Deutschland“ für die fehlerhafte Integration verantwortlich macht. Manche Leute sind eher gut integriert, andere eher weniger. Ich wüsste aber insbesondere nicht, inwiefern Deutschland für ein Verbrechen verantwortlich sein kann, das es verbietet und verfolgt.

  41. @41 TH:
    Versetzen Sie sich doch mal in die Situation eines (der vielen) Leser, die es sehr interessiert zu erfahren, ob ein Verbrecher beispielsweise Christ oder Moslem ist. Ich unterstelle mal, dass es viele Leser im Fall Freiburg sehr gerne wissen wollten. Steht nicht das Bedürfnis nach Information im Vordergrund bei der Frage, ob die Medien eine Information liefern sollten oder nicht?

  42. @Kristopher Geisenheimer:

    Die beiden wichtigsten Kriterien, das habe ich so in meinem Journalismus-Studium gelernt, sind Relevanz und Aktualität. Relevant ist es, weil es viele Menschen interessiert und ein Mord eines Flüchtlings gerade heutzutage immer ein Politikum (was mit diesem Artikel einmal mehr bewiesen wurde) ist.

    Relevant ist nicht, was viele Menschen interessiert, sondern was viele Menschen betrifft oder angeht.

    Warum sollte also nicht darüber berichtet werden? Mir fallen dazu nur ideologische Gründe ein.

    Ich sage gar nicht, dass darüber nicht berichtet werden sollte. Ich sage, dass darüber nicht berichtet werden musste. Und das ist nicht nur Wortfledderei, sondern zentral, weil sich die Debatte so verschoben hat. Wir diskutieren längst nicht mehr darüber, ob man über bestimmte Fälle (unter Nennung der Herkunft des Tatverdächtigen) berichten darf. Sondern ob man es muss.

    Praktisch niemand stellt in Frage, dass über diesen Fall berichtet werden durfte. (Das wäre hier auch absurd.) Die Frage ist, ob es ein Skandal ist, wenn die Redaktion einer 15-minütigen Fernsehsendung darauf verzichtete, es zu tun. Aus nachvollziehbaren Gründen, wie ich finde. So wie andere es aus ebenfalls nachvollziehbaren Gründen anders entschieden.

    @NN:

    Ab welcher Zahl an Opfern soll man laut dem Autor denn über diese „Regelmäßigkeit“ berichten dürfen?

    Noch einmal: Ich sage gar nicht, dass man nicht darf. Die Forderung der Kritiker aber ist, dass man über einen solchen Einzelfall berichten muss.

    Amüsant ist auch, dass jetzt geschrieben wird „Hat irgendwer wirklich gedacht, dass von den Hunderttausenden Flüchtlingen und Migranten, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, kein einziger solch furchtbare Taten begehen wird?“ Nein, rational denkende Menschen, die um den Islam wissen, haben damit gerechnet. Ihre Befürchtungen wurden im Vorhinein in vielen Leitmedien aber als „irrationale Ängste“ und „Hetze“ bezeichnet.

    Haben Sie dafür mal einen Beleg?

    Die Normalisierung islamisch begründeter Straftaten durch Medien und Politik sorgt hingegen für das Gegenteil.

    Sie wissen schon, dass diese Straftat „islamisch begründet“ war?

  43. @Andreas Müller / #39
    Da wurde halt mit guten Gründen zunächst eine politische Dimension vermutet, wofür es im Freiburger Fall bislang keinen Anlass gibt. Wenn sich später herausstellt, dass kein politischer Hintergrund vorhanden ist, verliert die Sache eben ihre Relevanz. Und sollte sich in Freiburg wider Erwarten doch ein politischer Hintergrund erweisen, würde dieser Fall natürlich erheblich an Relevanz gewinnen. Skandalös ist da immer noch nichts, abgesehen von den Verbrechen selbst.

    Und könnten Sie auf eine strunzdämliche, von ihrem originären Inhalt längst entkoppelte rechtspopulistische Worthülse wie „politisch korrekt“ nicht wenigstens dort verzichten, wo sie nun wirklich keinerlei Sinn ergibt? Wir spielen doch hier kein Bullshit-Bingo.

  44. @44, STEFAN NIGGEMEIER:
    Sie schreiben:
    „Relevant ist nicht, was viele Menschen interessiert, sondern was viele Menschen betrifft oder angeht.“

    Das ist eine gute Unterscheidung. Meinen Sie, dass das Verbrechen in Freiburg zwar viele Menschen interessiert, aber die meisten nichts angeht?

  45. WIMRE hat die Tagesschau lang und breit über den Todesfall „Tuğçe“ berichtet, obwohl nicht einmal ein juristisches Mordmerkmal vorlag.

    Wenn im gleichen Format Relevanz mit so ungleichen Maßstäben gemessen wird, kommt man schon ins Grübeln, welche Weltbilder dahinterstehen.

  46. @Leser: Zugespitzt gesagt: Ja. Ich finde jedenfalls, die Frage lässt sich unterschiedlich beantworten.

    Und was Ihre Frage an „th“ angeht:

    Versetzen Sie sich doch mal in die Situation eines (der vielen) Leser, die es sehr interessiert zu erfahren, ob ein Verbrecher beispielsweise Christ oder Moslem ist.

    Wie oft wird dieses Interesse denn im Alltag befriedigt? So oft hört man, dass jemand jemanden ermordet / vergewaltigt / ausgeraubt hat, ohne zu erfahren, ob es sich beispielsweise um einen Christ oder einen Atheisten oder Agnostiker handelt. Oder ist das doch nur ein spezielles Interesse bei Muslimen?

  47. @43 (Leser)

    [Versetzen Sie sich doch mal in die Situation eines (der vielen) Leser, die es sehr interessiert zu erfahren, ob ein Verbrecher beispielsweise Christ oder Moslem ist. Ich unterstelle mal, dass es viele Leser im Fall Freiburg sehr gerne wissen wollten. Steht nicht das Bedürfnis nach Information im Vordergrund bei der Frage, ob die Medien eine Information liefern sollten oder nicht?]

    Sie können gerne mal alle Polizeimeldungen bei Facebook durchgehen, da gibt es im Kommentarstrang eine durchgängige Konstante. Fall A: enthät die Täterbeschreibung Stichworte wie „südländisch“, gibt es immens viele Kommentare aufgebrachter Bürger. Fall B: es gibt keine detaillierte Täterbeschreibung, dann gibt es nebst zahlreichen Spekulationen immens viele Kommentare, warum nicht die mögliche Herkunft genannt wird. Fall C: in der Täterbeschreibung tauchen Stichworte auf wie „sprach akzentfrei deutsch“ / „blonde Haare“, dann gibt es nahezu gar keine Kommentare.

    All diese Menschen haben kein „normales“ Interesse an Tätern (die Opfer interessieren sie ebenfalls nur dann, wenn es sich um bestimmte Täter handelt). Sie brauchen Nahrung für ihren Hass.

    Wenn das „Bedürfnis nach Informationen“ aber zu einer Art Trieb mutiert, muss kein Journalist der Welt das als Maßstab seines Handelns nehmen.

  48. 48. STEFAN NIGGEMEIER:
    IIch denke in der Tat, dass es viele Menschen wichtig finden zu erfahren, wenn der Tatverdächtige in Freiburg ein minderjähriger Flüchtling ist. Ob sich unsere Gesellschaft ändert, oder alles bleibt was gut ist usw., ob wir das schaffen, oder nicht, das ist hochvirulent für viele. Ich z.B. möchte Tatsachen erfahren, die für diese Fragen ein Indikator sein können. Ob ich diese dann als Einzelfall oder als Symptom oder als Tendenz einordne, möchte ich selbst entscheiden. Dabei benutze ich auch verlässliche Statistiken.

    Konkret: Bei 300 Morden pro Jahr in Deutschland und ungefähr einer Millionen Flüchtlingen, lassen sich bei Gleichverteilung unter den 80 Millionen Einwohnern vier Morde durch Flüchtlinge erwarten. Das kann ich durchaus abzählen, ich kann also diese Information sinnvoll verarbeiten.

  49. Das Problem ist, die Rechten diskutieren so gerne über Einzelfälle (genauso wie der Boulevard), die ihnen passen und so ungern über das große, abstrakte Ganze (die Statistik).

  50. Ich sehe das anders. Die Tagesschau berichtet tatsächlich hin und wieder über Mordfälle. So wurde beispielsweise auch über die Ergreifung des Täters im Fall „Anneli“ berichtet. Indem Fall bestand, anders als vorliegend, keinerlei Bezug zu aktuellen politischen Themen. Es ist, davon abgesehen, kein „alltäglicher“ Mordfall von denen es Hunderte gibt, sondern zudem ein Sexualverbrechen. Das findet sich in der Kriminalstatistik selten.

    Dass der Fall, anders als die ARD behauptet, überregionale Bedeutung hat, zeigt bereits die wirklich überregionale Berichterstattung in NYT, Washington Post u.a.

    Eine Kausalität zur Flüchtlingspolitik kann man nicht abstreiten. Mit geschlossenen Grenzen wäre der Fall in dieser Form nicht vorgekommen. Die Frage ist, ob man den Schutz Vieler verwehren kann, weil Einzelne Straftaten begehen. Das kann man genausowenig wie von gruppenspezifischen Merkmalen auf einzelne Personen zu schließen. Die Diskussion findet dann aber auf einer anderen Ebene statt, weil man den Zusammenhang nicht von Beginn an leugnet. Dann kann man ehrlich hinterfragen, ob man im konkreten Fall genug getan hat, um den tragischen Ausgang zu verhindern.

    Aus medialer Sicht fällt die Reaktion aus meiner Sicht auch deswegen so harsch aus, weil die Medien Mitte bis Ende 2015 ein unrealistisches Bild von den Erwartungen zeichneten.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/studie-wie-ueber-fluechtlinge-berichtet-wurde-14378135.html

  51. Analog zu Mycroft :-) sollten Sie sich, Leser (51), nicht mit der Frage „Flüchtling oder nicht?“ begnügen. Sie könnten auch fragen, ob einer russische oder polnische oder sonstwelche Ursprünge hat. Sie könnten ebensogut wie nach der Religion wie auch nach der politischen Einstellung eines Tatverdächtigen fragen. Oder nach seinem Einkommen. All diese Merkmale könnten Indikatoren dafür sein, ob sich unsere Gesellschaft ändert.

    Nur leider, leider haben Sie überhaupt keinen Anspruch darauf, dass Ihnen irgendwer – ob Medien oder Ermittlungsbehörden – diese Fragen beantwortet. Weder als Leser noch als Bürger.

    PS: und bei sechs statt statistisch zu erwartenden vier Morden läuten Sie dann Alarm wegen einer Steigerung um 50 Prozent? ;-)

  52. @53 TH:
    Als Finanzierer der öffentlich rechtlichen Medien dachte ich, einen Anspruch auf Informationen zu haben, die mir wichtig sind. Den Anspruch teile ich mir natürlich mit vielen anderen Gebührenzahlern, die möglicherweise etwas anderes interessiert, das das ist so. Aber dass Sie mir jeden Anspruch absprechen, erstaunt mich.

    Tja, was ich mit den Informationen mache, die ich erhalte, ist zunächst einmal meine Sache, finde ich. Vielleicht ist es mir eine Wahlhilfe. Vielleicht nehme ich einen unbegleiteten Minderjährigen bei mir auf. Oder schmeiße den raus, der bei mir wohnt. Sollen die Medien bei einer Veröffentlichungsfrage danach entscheiden, wie der Empfänger einer Information diese verwenden könnte?

  53. @54

    Nur damit ich es verstehe.

    Soll die Tagesschau z. B. über jeden Mord / Vergewaltigung etc. berichten oder über bestimmte Fälle, die Sie interessiert?

  54. Fragt sich nur warum dann tagelang über den Mordfall des sogenannten „Reichsbürgers“ berichtet wurde. Auch dies war für mich ein Einzelfall mit „regionalem Bezug“. Aber das wurde breitgetreten bis es keiner mehr hören konnte. Wo ist zwischen den beiden Fällen der Unterschied? Hier ein Mord, dort ein Mord.

  55. [Als Finanzierer der öffentlich rechtlichen Medien dachte ich, einen Anspruch auf Informationen zu haben, die mir wichtig sind.]

    Lieber Leser,
    was meinen Sie, wie viele Menschen gerne wissen möchten, wer in der Berliner Politszene mit wem ins Bett geht? Sie vielleicht nicht, andere schon – sind dann deren Ansprüche geringerer Natur als die ihrigen? Ich hätte zum Beispiel gerne viel mehr Infos in den Öffentlich-Rechtlichen zu internationalen Cricketspielen. Ja, warum liefern die mir das nicht, wo ich doch jeden Monat für den Laden bezahle?

  56. @53 BÜLENT AKILLI:
    Das war schon weiter oben diskutiert worden.

    Wichtig finde ich Informationen über Verbrechen (inklusive versuchter Verbrechen, Stichwort: „Terror“) im Zusammenhang mit den eine Millionen Hinzugekommenen. Sowohl Verbrechen von diesen als auch solche von linken und rechten Extremisten gegen diese. Nach meiner Wahrnehmung stehe ich mit diesem Interess nicht alleine. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es vielen Menschen egal ist.

    Nicht alles ist natürlich tagesschaurelevant. Auch das wurde oben diskutiert.

  57. Übersehen sollte man nicht ,dass die FAZ durch Herrn Michael Hanfeld heute sich deutlich kritischer gegenüber Herrn Gniffke und die Redaktion äußert. Die Redaktion begreift offensichtlich nicht die Relevanz von Themen(Pardon : Relevanz,Relevanz,Relevanz). Der Begriff der Lückenpresse ist auch viel passender als der „kontaminierte“ Begriff der Lügenpresse. Wer dieses so benennt,ist in diesem Land bereits ein Abtrünniger . Auch das haben die Medien geschafft : Kritik an ihnen ist nur eingeschränkt erlaubt .

  58. @Michael Bauer:

    Die Frage, wann die Tagesschau über ein Verbrechen berichten sollte, ist sicherlich nicht so einfach zu beantworten. Der Fall „Anneli“ taugt hier aber nicht als Vergleichsmaßstab. Weil nun mal (man mag das richtig finden oder nicht) eine Kindesentführung und -ermordung eine anderen öffentlichen und medialen Stellenwert hat, als ein Sexualmord an einer erwachsenen Frau (was vermutlich wohl weniger mit den ggf. unterschiedlichen Fallzahlen zu tun hat).

    Als „Sexualmorde“ (ohne Differenzierung nach Alter des Opfers) wurden im letzten Jahr übrigens 13 polizeilich erfasst; im Jahr davor 18 (Die Statistik ist übrigens tendenziell rückläufig, wenn auch bei insgesamt relativ geringen Fallzahlen, seit 1991 schwankend: „Statista“ hat da eine Balkengrafik parat.).

    Über welche dieser Sexualstraftaten hat denn die Tagesschau in den letzten Jahren berichtet? Wenn Sie hier eine gewisse Anzahl von eher vergleichbaren Beispielen parat hätten, wäre das weit aussagekräftiger als der Einzelfall „Anneli“, der wie gesagt eben in sehr spezifischer Weise anders gelagert ist als der Freiburger Fall.

    Im Übrigen würde ich dann aber schon meinen, dass Herr Niggemeier als Maßstab für eine vergleichbare Berichterstattung der Tageschau in der Vergangenheit, besser die jährlichen „Sexualmorde“ gewählt hätte, als allgemein die „mehreren Hundert Mordfälle jährlich“.

  59. Und als ob die ganze Diskussion nicht schon albern genug wäre und Herr Gniffke in seinem Blog das Vorgehen der Tagesschau nicht ausreichend erklärt hätte, stellt er sich heute einem „Facebook-Live-Videostream“ den Fragen der User. Und der „stern“ entblödet sich tatsächlich nicht, das mit einem Live-Ticker zu verfolgen.
    Für mich an Absurdität nicht mehr zu überbieten!
    Man kann nur hoffen, dass die Angehörigen von Maria L. von diesen unappetitlichen Vorgängen so wenig wie möglich mitbekommen.

  60. @ EARENDIL #45
    „Da wurde halt mit guten Gründen zunächst eine politische Dimension vermutet“
    Man muss da nichts vermuten, kann die Fakten abwarten. Die „guten Gründe“ waren also offensichtlich nicht gut genug. Ich nenne das präfaktische Politik. Weniger vornehm könnte man auch Fake News nennen, was Sie da so eifrig verteidigen. Ist aber natürlich kein Problem, sondern für einen guten Zweck.

  61. @ Frank Reichelt:

    Die Hoffnung hatte ich auch einen kurzen Moment, leider hat sie sich zerschlagen, als ich heute auf Twitter zufällig mitbekommen habe, dass gewisse Leute die Todesanzeige des Opfers (natürlich mit vollständiger Namensnennung) weiterverbreiten und sich darüber echauffieren, dass die Eltern mit hineingeschrieben haben, man möge doch statt Blumen am Grab bitte Geld an eine Einrichtung spenden, die Bildungsarbeit in Bangladesch unterstützt. Man hat außerdem verschiedene Details über den Vater weiterverbreitet und ihn aufgrund seines Engagements für die Flüchtlingshilfe als „Gutmensch“ bezeichnet, dem seine Arbeit wichtiger sei als seine Tochter. Dazu wurden in dem Zusammenhang noch witzig gemeinte Kommentare über ihn, seine Tochter und den Mord verbreitet, bei denen ich mich ausgeklinkt habe, weil ich kurz mal kotzen gehen musste.

  62. @Leser:
    Sehen Sie da einen Widerspruch zu meinen Angaben? Ich schrieb: „Als „Sexualmorde“ (ohne Differenzierung nach Alter des Opfers) wurden im letzten Jahr übrigens 13 polizeilich erfasst; im Jahr davor 18.“

    Davon ab noch eine kleine Ergänzung zu Kommentar#59: Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiß, wie „Statista“ bei den polizeilich erfassten Taten den Begriff „Sexualmord“ definiert. Ich hoffe, es ist trotzdem klar, worum es mir ging: Um eine tatbezogene Vergleichbarkeit von Verbrechen.

  63. Postulat:
    es gibt keine größeren Kriege ohne Hochfinanz und den ihnen gehörigen Medien, ohne den korrupten Politikern und ihren Verwaltungen.
    Wenn nur einer vier genannten Parteien ihre Mitwirkung versagen würde, würde der Menschheit viel Leid und Elend erspart bleiben!

    Um das Volk gegen Andere aufzuhetzen bedarf es der Medien, demgemäß ist der pauschale Vorwurf Lügenpresse gerechtfertigt!

    Die Mainstream Medien bestätigen täglich mit ihren Falschberichten und Hetzberichten den Pauschalvorwurf.
    Der Syrien- und Ukrainekonflikt und die Sanktionen gegen Russland wären mit einer objektiven und wahrheitsgemäßen Berichterstattung gar nicht möglich – die Angst vor dem Volk hätte die Politiker in die Schranken verwiesen!

  64. @52 (Michael Bauer):

    [Eine Kausalität zur Flüchtlingspolitik kann man nicht abstreiten. Mit geschlossenen Grenzen wäre der Fall in dieser Form nicht vorgekommen.]

    Das stimmt. Hätte man keine Russlanddeutschen hereingelassen, hätte man dadurch auch mindestens einen Mord verhindern können. Hätte man die Gastarbeiter nie hereingelassen, wären gewiss auch mehrere Morde verhindert worden. Die Nachfahren der damals Heimatvertriebenen, selbst die Nachfahren der Hugenotten haben Morde verübt.

    Kausalitäten, wohin das Auge blickt.

  65. @62 Das sind Gründe wieso ich eben nicht glaube, dass es diesen Leuten um die Opfer geht.

    Auch vorher gab es Institutionen, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht haben. Egal welcher Herkunft das Opfer oder der Täter waren. Nur erleben wir den Aufschrei jetzt erst in dieser Größenordnung. Bei dieser Sachlage gehe ich mal davon aus, dass Vereine gegen Gewalt gegen Frauen und Frauenhäuser mit Spendengeldern überhäuft werden. Oder?

  66. @66, BÜLENT AKILLI:
    Beim Stichwort Aufschrei denkt man natürlich sofort an #Aufschrei. Dass hat aber wenig mit Medien zu tun.

  67. Übermedien sollte nicht auf jeden Nebenschauplatz aufspringen und von echter Medienkritik ablenken. Vielleicht mal Harald Woetzels Erwiderung auf die Niggemeier-Kritik besprechen oder die Lückenpresse von Teusch aufgreifen.

  68. Genau das, was ich auch mir dazu gedacht hatte. Schön fände ich aber noch folgende Schlussfolgerung:

    Wenn man der Logik der Rassisten folgt und alle Menschen mit Migrationshintergrund abschiebt, weil es Menschen mit Migrationshintergrund gibt, die Sexualstraftaten und Kapitalverbrechen begehen, sollte man auch alle Deutschen aus Deutschland rauswerfen, da es ja Deutsche gibt, die Sexualstraftaten und Kapitalverbrechen begehen.

    Dann gäbe es zumindest keine Fremdenfeindlichkeit mehr in Deutschland, da dann ja niemand mehr hier leben würde ;-)

  69. Völlig daneben so zu kommentieren. Der Mord von Hand eines Flüchtlings hat natürlich einen anderen Stellenwert als der eines Deutschen. Zurecht sind die Menschen empört, dass Nachrichten, die sie interessieren – so auch die des afghanischen Mörders – nicht den Weg in die Tagesthemen finden. Man kann niemandem Vorschreiben was er aus welchen Gründen zu denken hat, und Nachrichten sind in der Pflicht uns über die Dinge aufzuklären, die uns Zuschauer interessieren, nicht über das, was sie für angebracht halten.

  70. Zitat: “ Durch die Sammlung von Einzelfällen dokumentieren sie scheinbar, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln kann. “
    Also sind nach Ihrer Definition 100 oder 1000 “ Einzelfälle “ nicht zusammenhängend zu sehen? In größeren Mengen sind Einzelfälle keine Einzelfälle mehr!
    Und für die Unwissenden: Als Einzelfall wird ein konkretes Vorkommnis, in der Regel von Verantwortlichen, bewertet, wenn dieses Vorkommnis besser nicht vorgekommen wäre und die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Vorkommnis wieder auftritt, nach Ansicht des Bewertenden vernachlässigbar gering sei.
    Das Wort Einzelfall soll darauf hindeuten, dass das Vorkommnis einzigartig sei. Damit ist auch Verantwortung für dieses Vorkommnis ebenso abzulehnen (»Wer hätte denn dies wissen können?« oder »Jeder macht mal Fehler.«) wie Gegenmaßnahmen für zukünftige solche Vorkommnisse (»Das wird nicht wieder passieren.«) Es dient oft als Euphemismus, um ein negatives Vorkommnis singulär erscheinen zu lassen, und soll die Menschen beruhigen. Schwieriger wird dies, wenn eine gehäufte Zahl von „Einzelfällen“ auftritt, da diese ja gerade durch die Seltenheit ihres Vorkommens definiert sind.
    Somit ist Ihr Denken über die Aussage des Herrn Ulfkotte völlig falsch.

  71. @28: „Die beiden wichtigsten Kriterien, das habe ich so in meinem Journalismus-Studium gelernt, sind Relevanz und Aktualität. Relevant ist es, weil es viele Menschen interessiert und ein Mord eines Flüchtlings gerade heutzutage immer ein Politikum (was mit diesem Artikel einmal mehr bewiesen wurde) ist.“

    Gerade heutzutage immer? Wie viele Morde von Flüchtlingen gab es denn schon, dass Sie daraus ein „immer“ ableiten können?

    „Warum sollte also nicht darüber berichtet werden? Mir fallen dazu nur ideologische Gründe ein.“

    Fallen Ihnen auch nur ideologische Gründe dazu ein, dass weder in der Tagesschau noch in heute über das mutmaßliche ‚Beziehungsdrama‘ in Niederdrückten berichtet wurde? Da hat wohl ein Sportschütze seine Ex und deren Sohn umgebracht. Und sich dann selbst erschossen. Drei Tote, der mutmassliche Täter ein Sportschütze, aktuell auch (am Sonntag passiert). Ideologie oder nicht?

  72. Natürlich ist es ein Thema, nicht nur weil es den klassischen Küchenruf erfüllt, sondern, weil Täterschaft längst politische Reaktion herausfordert und Folgen haben wird. Die Instrumentalisierung muss schließlich möglichst verhindert werden, zum Beispiel, indem man es einbettet in Statistiken. Aber schweigen zu einem Thema über das alle reden? Wie sich Herr Gniffke windet, im Nachhinein, ist zum Fremdschämen – und wenn jetzt „heute“ und Tagesthemen doch berichten – müsste da nicht auch dieser Blogeintrag ergänzt werden? Man muss ja nicht immer richtig liegen.

  73. @Alvin Bamberger/75:
    „Der Mord von Hand eines Flüchtlings hat natürlich einen anderen Stellenwert als der eines Deutschen.“

    „Natürlich“? Warum?

  74. Mal eine dumme Frage: Hat die ARD bei Brisant darüber berichtet? Kriminalfälle gehören in ein Boulevardmagazin und nicht in die Nachrichten. Mich stört bei RTL aktuell, dass sie zu häufig über Kriminalfälle berichten.

  75. @Soeren: Ja, jetzt ist es ein Thema, und genau das steht auch da oben schon im Text (und stand es auch von Anfang an):

    Ob es angesichts der absehbaren Reaktionen richtig ist, an den klassischen Relevanzregeln für Nachrichten in der 20-Uhr-„Tagesschau“ festzuhalten, ist eine andere Frage. Spätestens durch die öffentliche Debatte jetzt, in die sich unter anderem auch SPD-Chef Sigmar Gabriel eingeschaltet hat, ist das Thema ja von bundesweiter politischer Bedeutung.

  76. Ok, die Kommentar-Nummerierungen verändern sich hier wohl sukzessive wegen unterschiedlicher Freischaltungen. Deshalb nur zur Klarstellung (und weil das hier vielleicht zu Missverständnissen geführt hat): Meine vorhergehende „kleine Ergänzung“ bezog sich auf meinen eigenen wiederum vorhergehenden Kommentar. Unter der da von mir angegebenen #59 „residiert“ jetzt jedenfalls jemand anderes.

  77. Tut mir leid, aber einige LEser hier sind – bei allen Respekt – zu beschränkt, um zu erkennen, weshalb über eine brenndende Flüchtlingsunterkunft eher berichtet wird als über eine Vergewaltigung.
    Noch einmal zum Nachlesen:
    Bei einer brennen Flüchtlingsunterkunft ist es leider sehr wahrscheinlich, dass dahinter eine politische oder eine rassistische motivierte Tat steckt.
    Bei einer Vergewaltigung dagegen – das muss man jetzt leider wirklich so platt sagen und das tut allen Opfern unrecht – steckt meist ein einfacher Verbrecher. Aber ohne politisches oder rassistisches Motiv – und selbst wenn er Blondinen bevorzugt, das ist kein Rassismus.

    Ok, es geht hier nicht um
    – Deutsche gegen Ausländer: Ohhhh! Darüber wird gleich berichtet.
    – Ausländer gegen Deutschen: Ahhhh! Das wird wieder verschwiegen.

    Es geht hier um:
    – politisch oder rassistisch motiviert: muss genannt werden
    – „gewöhnliches“ Gewaltverbrechen: ist leider zu alltäglich

    Und jeder der das Gefühl hat, es wird doch falsch berichtet, sollte zuerst sich selbst hinterfragen und nicht die Tagesschau-Redaktion, die hier wohl nun doch dem populistischen Druck einiger Freizeit-Abgeordneter nachgibt

  78. @57 HS
    Weil hier ein selbsternannter Reichsbürger einen Polizisten erschossen hat.
    Ein Polizist gehört zur Exekutiven des Staates. Ich erwarte tatsächlich, dass in Deutschland über jeden toten Polizisten berichtet wird. Denn ein Angriff auf einen Polizisten ist ein Angriff auf den Staat.

    Und vergessen sie nicht – als die Salafisten die Polizei bei der Emo angegriffen hatten, wurde das sogar in der Tagesschau gezeigt.

  79. @78: „Die Instrumentalisierung muss schließlich möglichst verhindert werden, zum Beispiel, indem man es einbettet in Statistiken.“

    Das ist widersinnig – hätte man die Instrumentalisierung verhindern wollen, hätte man den Mord-Trittbrettfahrern zuvorkommen können und müssen. Da aber erst die emsigen Zweit-Missbraucher da waren, kann die Instrumentalisierung nicht mehr verhindert werden. Sie ist bereits geschehen. Nicht, dass Verschwörungstheorien nicht meist ziemlich krude wären, aber diese, Ihre, ging nun voll in die Hose.

    „Aber schweigen zu einem Thema über das alle reden? Wie sich Herr Gniffke windet, im Nachhinein, ist zum Fremdschämen – und wenn jetzt „heute“ und Tagesthemen doch berichten – müsste da nicht auch dieser Blogeintrag ergänzt werden? Man muss ja nicht immer richtig liegen“

    Zum Fremdschämen ist eher, dass Sie den Artikel unter dem Sie zu kommentieren vorgeben, wohl nicht richtig gelesen haben. S.N. hat Sie ja schon darauf hingewiesen.

  80. Es wird ja nichts verschwiegen, in den Boulevardmagazinen war es Thema, es ist nur keine Nachricht für die Tagesschau.

  81. Auf dem Fall Tugce, und warum darüber überregional berichtet wurde, obwohl es auch nur ein Mord war, wird hier natürlich nicht darauf eingegangen. Toller Journalismus!

  82. Herr Niggemeier spricht von einem in „gewisser Weise alltäglichem“ Verbrechen um damit zu begründen, dass der Nachrichtenwert für die Tagesschau nicht hoch genug war. Es handelt sich – unabhängig von der Täterherkunft – nicht um ein „alltägliches“ Verbrechen. Sexualmorde sind sehr selten, die meisten Gewaltverbrechen mit Todesfolge finden im sozialen Nahbereich statt und haben keinen sexuellen Hintergrund. Dass jemand von einer ihm fremden Person im öffentlichen Raum getötet wird, ist vergleichsweise selten. Solche Taten erregen deswegen so große Aufmerksamkeit, weil sie für ein Unsicherheitsgefühl im öffentlichen Raum sorgen, sei die Wahrscheinlichkeit selber Opfer zu werden noch so gering.
    Es verwundert mich zudem, dass ein von einem weißen Polizisten in den USA erschossener Schwarzer in den USA offenbar einen höheren Nachrichtenwert für die Tagesschau hat, als ein von einem Asylbewerber in Deutschland begangener Sexualmord. Dabei gibt es gute Gründe, beiden Ereignissen eine politische Dimension zuzumessen was sie dann auch über eine Tat von lediglich regionaler Bedeutung hinaus hebt.

  83. Die Tagesschau steht wahrscheinlich deshalb in der massiven Kritik, weil es nicht nur darum geht, das Mysterium der Lügenpresse zu erhalten, auch wenn von zehn etablierten Medien womöglich acht über diese Nachricht informiert haben. Es geht auch darum, ein Mal mehr die Staatstreue des Regierungsfernsehens zu thematisieren, das ja mit Zwangsgebühren finanziert wird, eine besondere Lieblingssparte in der Bandbreite der unsachlicheren Medienkritik.

  84. Absolut treffend argumentiert. Ganz bitter, dass sich auch der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes der Kritik an der Tagesschau anschloss – sie hätte berichten müssen, weil dies auch andere überregionale Medien getan hätten. Das ist ein Plädoyer für eine journalistische Nicht-Haltung.
    Im DJV-Blog war auch die Rede von einem „von einem Flüchtling begangenen Verbrechen“, als wäre der Verdächtige schon verurteilt, als wäre nicht die Unschuldsvermutung eine der wichtigsten journalistischen Tugenden.
    So sieht nicht die Antwort auf Populismus aus, das ist Populismus.

  85. Was der Tagesschau im Großen, passiert mir bei jeder Polizei-Meldung, wenn ich mich erdreiste, die nicht relevante Herkunft eines Täters zu verschweigen.

    Sofort ist der Vorwurf der Zensur da.

  86. Die Leicht- und Vollfaschisten wollen halt mit ihren subjektiven Positionen die Agenda bestimmen. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele seriöse Journalisten in Deutschland aufrecht bleiben. Die Kollegen vom Stern sind es offensichtlich nicht mehr.

  87. Die Tagesschau hätte sich einfach nicht erklären dürfen/müssen. Es wäre den Hetzern wahrscheinlich nicht mal aufgefallen, dass es keine kleine Meldung zu dem Fall gab (mehr als eine NIF – kleine Nachricht im Film – wär’s eh nicht geworden).
    Meine Frage ist aber auch: wenn die Tagesschau aus diesen sehr nachvollziehbaren Gründen auf eine Berichterstattung verzichtet (u.a. „es gilt die Unschuldsvermutung“), muss sie dann nicht auch im Netz, in den sozialen Medien darauf verzichten? Auf Twitter und in Facebook fand die Berichterstattung statt. Aber gerade im #HetzNetz fallen diese respektlosen, würdelosen Menschen doch über solche Fälle her? Lieber Stefan Niggemeier. Ich würde mir sehr sehr sehr eine Antwort auf diese Frage wünschen!!! Warum gelten fürs Netz andere journalistische Regeln??

  88. @28, Kristopher Geisenheimer: „Die beiden wichtigsten Kriterien, das habe ich so in meinem Journalismus-Studium gelernt, sind Relevanz und Aktualität. Relevant ist es, weil es viele Menschen interessiert und ein Mord eines Flüchtlings gerade heutzutage immer ein Politikum (was mit diesem Artikel einmal mehr bewiesen wurde) ist.“

    Da haben Sie etwas verpasst – die wichtigsten Kriterien sind Relevanz (ist etwas wichtig) und Publikumsinteresse (ist etwas interessant). Für Nachrichten ist auch Aktualität bedeutsam.

    Wenn all das relevant wäre, was viele interessiert, müsste die Tagesschau auch über die Trennung von Pietro Lombardi und Sarah Engels berichten.

    Relevanz gerade nicht von Massengeschmack, sondern von verlässlichen Kriterien abzuleiten, zeigt journalistische Haltung. Die hat die Tagesschau bewiesen.

  89. @Niggemeier: Wollte eigentlich gerade an Übermedien mal was spenden, wegen diesem und auch anderer Artikel. Geht aber wohl nur als Abo oder Blendle oder so. Gibt es eine Möglichkeit eine Spende zu überweisen?

  90. Ich versuchs nochmal ohne Link.

    Da gibt es eine Interaktive Karte von D, auf der jedwede Straftat eines Täters mit Migrationshintergrund örtlich markiert ist, mit Verlinkung auf den jeweiligen Presseartikel oder Polizeibericht den man durch anklicken öffnen und lesen kann.

    Für 2016 sind an die 10.000 „Einzel-“ Fälle gelistet.

    Sind jetzt die „böse“, die die Karte erstellt haben, oder die, die mittels der Karte angegangen werden, oder die, die versuchen die Karte zu ignorieren und/oder „schlechtzureden“ wie so vieles Andere auch???

  91. @Andreas Müller: Sie definieren „Filterblase“ als „Menschen, die anderer Meinung sind als ich selbst“? Aber, gut, das kann ich mir als Journalist in Deutschland natürlich nicht erlauben, anderer Meinung zu sein als der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses.

  92. @102
    Nein, jeder kann seine Meinung haben. Insbesondere habe ich ja gleich gesagt, dass man das so sehen kann (wenn man darin denn konsequent wäre). Und da hat sich die Tagesschau nicht mit Ruhm bekleckert.
    Aber gerade die Kommentare unter diesem Beitrag zeugen teilweise von akrobatischer Realitätsverweigerung. Dabei ist es Zeit zum Aufwachen. Es braut sich ein Sturm zusammen, in dem diese Verweigerung keinen Bestand haben kann. Übermedien hat auch an anderer Stelle schon fleissig mitgewirkt an der Realitätsverweigerung:
    https://uebermedien.de/6532/bitte-nehmen-sie-mich-in-ihren-verteiler-fuer-vergewaltigungen-auf/
    Der Inhalt des Interviews ist widerlegt. Unzählige Leute überall im Land kennen Geschichten aus ihrem Nahbereich, die dem widersprechen. Die lassen sich das nicht von Medien ausreden. Polizeibeamte jeder Ebene und Prominenz bestätigen das jeden Tag. Die etablierten Politiker und die Medien spielen ein Spiel, das sie nur verlieren können. Das wird ins Auge gehen!

  93. @90 AL

    Fall Tugce:
    1. Hier haben Journalisten verrückt gespielt, viel gemeldet, was sich später nicht mehr beweisen ließ und am Ende sogar dem Ansehen des Opfers geschadet hatte –> Punkt 2
    2. Der Fall fiel zeitlich in die Phase der Zivilcourage-Debatte, daher war es tatsächlich für die Redaktion meldenswert und es gab Videomaterial dazu
    3. Die Polizei-Pressestelle hat hier wohl auch unabsichtlich zur Prominenz des Falls beigetragen, da hier ganz konkret zwei Mädchen als Zeugen gesucht wurden

    Man muss schon gewisse Neigungen haben, um hier die „Banalität“ des Falls nicht erkennen zu wollen ODER man interessiert sich gar nicht für die Tagesschau-Relevanz und möchte nur seine Leute mit Hetzmaterial füttern.

  94. @Andreas Müller: „Unzählige Leute überall im Land kennen Geschichten aus ihrem Nahbereich, die dem widersprechen.“

    Na, das ist mal ein statistisch belegter Beweis… Postfaktisch nennt man das wohl. Ihnen geht es offensichtlich nicht um rationales Analysieren sondern um das Schüren von Emotionen. Bäh.

  95. @ Cervo #106
    Sie sind ein schönes Beispiel dafür, wie Realitätsverweigerung funktioniert. Oloew hat mit seinem Interview (sicherlich unabsichtlich) in meinen Nahbereich getroffen. Ich kannte den Fall schon vorher und habe ihn dann noch sehr gründlich nachrecherchiert und dokumentiert. Tut man das, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Oloews hemmungslos an der Realität vorbei argumentieren.
    Mit dieser Erfahrung im Rücken bin ich durch moralische Statements überhaupt nicht beeinfluss- und beeindruckbar. Da bleib ich kalt wie ein Fisch. Das bedeutet übrigens auch, dass es mir im Traum nicht eingefallen wäre, über die Freiburger Morde etwas zu sagen, bevor Fakten auf dem Tisch liegen. Trotz der Morde von Bad Friedrichshall und Reutlingen. Jeder natürlich ein Einzelfall, aber das Bild puzzelt sich unaufhaltsam zusammen.

  96. @Andreas Müller: “ Jeder natürlich ein Einzelfall, aber das Bild puzzelt sich unaufhaltsam zusammen.“ nuff said

  97. Bravo!
    1. Anmerkung: In der „Tagesschau“ können aus Zeitgründen nur wenige Themen behandelt werden. Ob ein bestimmtes Thema berücksichtigt wird, hängt auch von der übrigen Nachrichtenlage ab; bedeutsame Wahlen oder Katastrophen etwa lassen weniger Raum für die übrigen Themen.
    2. Anmerkung: Für mich ist daher der ARD-Videotext die wichtigere Referenz, auch im Netz: Was da nicht steht, kann ich getrost noch am nächsten Tag in der Zeitung lesen. Dieser Mord in Freiburg wurde dort m. E. nach frühzeitig und nach Bekanntwerden des privaten Hintergrundes des Tatverdächtigen ausgiebig behandelt, eigentlich eher zu viel. Sauber Arbeit.

  98. 86, CIVICHIEF:
    Zuerst hat mir Ihre Argumentation gefallen: Über politisch motivierte Taten soll berichtet werden, über gewöhnliche Verbrechen nicht. Ergo: Hakenkreuzschmierereien an Moscheen ja, Sexualmord nein.

    Doch dann kam ich ins Grübeln: Sind Terroranschläge politisch (oder religiös) motiviert? Sylvester in Köln war definitiv nicht politisch motiviert. Ich unterstelle, dass auch Sie begrüßen, dass über Terroranschläge und Köln berichtet wurde. Es gibt also noch andere Gründe dafür, ob Medien berichten sollen oder nicht. Ich vermute, hinter der Überlegung, dass über politisch motivierte Taten berichtet werden soll, steckt ein allgemeinerer Grund, irgendwas in der Richtung, dass berichtet werden soll, wenn es wichtig ist oder wichtig werden kann.

    Zurück zum Mord in Freiburg. Bei weniger als 20 Sexualmorden pro Jahr in Deutschland ist es schon überraschend, weil statistisch unwahrscheinlich, dass ein unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling Täter sein soll. Einzelfälle gehorchen zwar keiner Statistik, aber ich schaue schon genau hin und möchte die Informationen haben. Denn wie sich die Kriminalität von Menschen mit einem fremden kulturellen Hintergrund entwickelt, ist ein wichtiges Thema, schließlich hängt die Freude über die Willkommenskultur auch daran, wie sich die Hinzukommenden in unsere Gesellschaft integrieren.

    Allerdings muss ich es natürlich akzeptieren, wenn eine Mehrheit unserer Gesellschaft relativ sicher sein sollte, dass Kriminalität, Islamismus und Terror durch „neu Hinzukommende“ keine Gefahr sind und eher auf die Gefahr von Rechts achten wollen. Dann verstehe und akzeptiere ich natürlich, dass über den Mord in Freiburg nicht in der ARD berichtet wird.

  99. Dieser Kommentator hat nichts, aber auch garnichts gelernt. Sich mit diesem Text reinzuwaschen ist ja offensichtlich, sozusagen eine Schadensbegrenzung, mehr nicht.

  100. Den Einzelfall kann man so oder so bewerten. Fälle wie von Tucge machen deutlich, dass die Tagesschau manchmal auch anders bewertet. Kann die Aufregung in dem Fall nicht nachvollziehen.

    Aufgrund dieses Einzelsfalls jedoch einen Artikel mit einer derartigen Überschrift zu machen, ist bemerkenswert. Man sollte schon auch den Elefanten im Zimmer wahrnehmen und erwähnen.

    Die Tagesschau lässt relevante Ereignisse weg und blässt unwichtige oder falsche Ereignisse auf. Zuletzt die geradezu lächerliche Story von der siebenjährigen Bana. Der Maßstab für das Weglassen oder Aufblasen ist dabei, ob das Ereignis ins Propagada-Schema passt.

  101. @civichief

    >Bei einer brennen Flüchtlingsunterkunft ist es leider sehr wahrscheinlich, dass dahinter eine politische oder eine rassistische motivierte Tat steckt.

    Nö, ist tatsächlich eher unwahrscheinlich, Brandstiftung durch Bewohner ist z.B. viel wahrscheinlicher

  102. @104: „Unzählige Leute überall im Land kennen Geschichten aus ihrem Nahbereich, die dem widersprechen. Die lassen sich das nicht von Medien ausreden. Polizeibeamte jeder Ebene und Prominenz bestätigen das jeden Tag.“

    Na, das ist mal überzeugend. Ein Klassiker geradezu – die Menge an Menschen, die plötzlich „Polizeibeamte jeder Ebene und Prominenz“ kennen wollen, macht mich allerdings ein wenig misstrauisch.

    „Sie sind ein schönes Beispiel dafür, wie Realitätsverweigerung funktioniert. “

    Und Sie Herr Andreas Müller sind ein, nun ja, ’schönes‘ Beispiel dafür wie schnell bestimmte Leute persönlich und ausfallend werden und sich selbst und das zuvor noch geheuchelte „Jeder kann eine Meinung haben“ Lügen strafen, sobald die geäusserte Meinung nicht Ihrer entspricht. Weiter so!

  103. 91: „Es handelt sich – unabhängig von der Täterherkunft – nicht um ein „alltägliches“ Verbrechen. Sexualmorde sind sehr selten, die meisten Gewaltverbrechen mit Todesfolge finden im sozialen Nahbereich statt und haben keinen sexuellen Hintergrund.“

    Na dann ist ja gut. Oder auch nicht: Denn wäre es nicht geradezu dringend angesagt, über jedes dieser Gewaltverbrechen mit Todesfolge im sozialen Nahbereich in der Tagesschau zu berichten? Denn offenkundig ist es der sozialen Nahbereich derjenige, der so gefährlich ist. Und einen sozialen Nahbereich hat ja nun jeder. Geht uns also alle an.

  104. ich kann mir das hier nur so vorstellen: Einige tun dümmer als sie sind, damit ihr Gefühl nicht trügerisch erscheint oder um andere Leute anzufeuern.

    @111 Leser
    Bzgl. Köln: Das hat eine politische Bedeutung, denn gegegn besseren Wissens hatte der Polizeibericht zunächst behauptet, es sei ruhig gewesen und es sei nichts erwähnenswertes passiert. Das war gelogen.
    Und dann musste man herausfinden, ob die Pressesteller der Polizei Köln von sich aus so behauptete oder ob es ANweisungen vom Polizeipräsidenten oder gar vom Innenministerium gab.
    Außerdem galt es aufzuklären, ob die Polizei in der Nacht vielleicht überfordert war oder unterbesetzt.

    Daher ist es ein Politikum und hätte von Anfang an in der Tagesschau gemusst, aber dafür hätte die Polizei Pressestelle am 1. Januer 2016 eben nicht lügen dürfen. Denn die Tagesschau-Redaktion sitzt in Hamburg. Das WDR-Studio in Köln unweit des Doms muss man hier hinterfragen, aber nicht die Tagesschau.

    @114 Klaus bzgl brennenden Flüchtlingsheim und Brandstiftung der Bewohner:
    Ja, diese Fälle gibt es und zuletzt kamen nur solche Fälle in die Nachrichten, also das wird schon mal nicht verschwiegen, wenn ein WOhnheim brennt, weil die Bewohner gezündelt haben (das gibt es auch bei Obdachlosenunterkünften, übrigens).
    Aber sie erinnern sich an die 1990er? Das waren damals Neonazis. Und die Zahlen der Polizei beweisen, dass es gerade 2015 eben viele Brandstiftungen auf Wohnheime für Flüchtlinge gab, die nicht von den Bewohnern ausgelöst wurden, sondern entweder von Neonazis, Rassisen oder von Nachbarn, die keine Flüchtlingsheim neben sich haben wollten, die aber nicht als Neonazi oder Rassisten einzuordnen sind – sie hatten dann meist zum Glück nur noch unbewohnte Unterkünfte angezündet. Der Verdacht ist daher immer noch naheliegend.

    Außerdem – und das hat die Wahrnehmung auch verändert – berichtet man heute eben wegen der Unsicherheit, ob es ein politisch/rassistisch motivierter Anschlag oder ob es Brandstiftung des wütenden Nachbarn oder der Bewohner ist, kaum noch prominent über solche Fälle.

    Eines ist klar:
    Die Diskussion über Relevanz für die 15-minütige Tagesschau ist schwierig, aber in diesem Fall hat Herr Niggemeier das gut erläutert (warum soll die Tagesschau jetzt bei Ermittlung eines Tatverdächtigen darüber berichten, wenn sie schon vorher nicht berichtet hatte).
    Und einige wollen gar nicht argumentieren, sondern einfach ihr Weltbild bestätigt sehen.

    Schöne Adventszeit, mein Standpunkt ist mehr als deutlich geworden

  105. >Wenn sich erweisen sollte, dass Flüchtlinge überproportional an solchen Gewaltverbrechen beteiligt sind, wäre das selbstverständlich ein Thema für die „Tagesschau“, sagt deren Chefredakteur Kai Gniffke.

    Wie kann man auch nur annehmen, dass junge Männer aus vormodernen Armuts- und Kriegsgebieten mit Islamo-Kultur überproportional an Gewaltverbrechen beteiligt sind.

    Herr Gniffke muss sofort zurüctreten!

  106. @Andreas Müller / #64 sowie Klaus / #114
    Asylbewerberheime aus politischen Gründen anzuzünden hat seit Jahrzehnten Tradition in Deutschland, insofern liegt die Vermutung nahe, dass da ein politischer Hintergrund vorliegt. Bei Sexualmorden ist das bislang nicht so.

    Übrigens wird auch nicht jeder Brand in einem Asylbewerberheim in der Tagesschau vermeldet. Kommt halt drauf an, was sonst noch passiert ist oder für wie bedeutend die Sache gehalten wird.

    @HS / #57
    Bei den Reichsbürgern liegt ebenfalls ein politischer Hintergrund vor.

    @Andreas Müller / #108
    Sie sind anscheinend nicht nur für moralische Argumente unerreichbar (was schon nichts ist, worauf man stolz sein könnte), sondern auch für sonstige Argumente. Und wer Ihre „gefühlte Realität“ nicht teilt, ist Realitätsverweigerer. Postfaktisches Geblubber per excellence. Da leg ich mich doch lieber wieder schlafen. Wecken Sie mich, wenn Sie mit mehr als Gefühlen und anekdotischer Evidenz aufwarten können.

    @Alvin Bamberger / #75
    „Der Mord von Hand eines Flüchtlings hat natürlich einen anderen Stellenwert als der eines Deutschen.“

    Da er nun so vernehmlich rumtrampelt, sollte man den Elefanten im Raum auch mal beim Namen nennen: Das gesteigerte Interesse an gerade diesem Sexualmord ist im Wesentlichen rassistischer Natur. Es geht nicht um das Opfer und seine Angehörigen (die werden im Gegenteil noch beleidigt und verhöhnt), es geht nicht um Gewalt gegen Frauen, es geht nicht um Angst vor Verbrechen, es geht nur darum, dass der mutmaßliche Täter aus Afghanistan stammt und damit als Illustration für eine behauptete kulturelle Minderwertigkeit und Bedrohlichkeit einer schon vorher ausgemachten Feindesgruppe dient. Nur darum ist dieser Mord „natürlich“ von größerem Interesse als die anderen Sexualmorde.

    Das kann aber kein Relevanzkriterium sein. Die Tagesschau hat nicht die Aufgabe, als Futterkrippe für Rassisten zu dienen.

  107. @111 (Leser)

    Ich danke Ihnen besonders für ihren letzten Absatz. Denn damit haben Sie ihre Haltung ja hinreichend skizziert. Aus ihrer Sicht sollte die Gesellschaft mehr auf die Gefahren durch Zugewanderte achten als auf Gefahren von Rechts. Natürlich schreiben Sie so etwas möglichst verklausuliert, damit sie nicht so leicht angreifbar sind.

    Wie groß nun die Gefahr durch Zugewanderte ist, wissen Sie auch nicht. Sie möchten aber gerne Informationen dazu haben, ob da Zusammenhänge bestehen zwischen Kriminalität und soziokultureller Herkunft. Das hätten Sie im konkreten Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht von der Tagesschau erwarten können, denn das klären ja gerade die Ermittler in Freiburg.

    Also konnten die Medien seriös nur vermelden, dass der Tatverdächtige ein 17jähriger Flüchtling aus Afghanistan ist. Es gibt keinerlei Infos zum Tathergang, zum Tatmotiv, zur Sozialisiation etc. – somit hatten dann auch Sie lediglich ein Interesse daran, dass die Herkunft genannt wird, ohne daraus Rückschlüsse ziehen zu können.

    Es wird also klar, dass ihr Interesse an Zusammenhängen eher vorgeschoben wirkt.

    Vielleicht sind Sie da gar nicht so weit weg von Andreas Müller. Der beklagt sich über die Realitätsverweigerung von Andersdenkenden, stützt sich auf Aussagen namentlich nicht bekannter Polizisten und vermag uns hier auch nicht zu sagen, welcher Art denn die zunehmenden Straftaten sein sollen. Es soll eine Zunahme von was geben? Vergewaltigungen? Sexuelle Übergriffe? Solche Fälle landen in offiziellen Statistiken, da muss man nicht raunen.

    Mir ist bekannt, dass es bei allgemeiner Straßenkriminalität (Diebstahl, Raub) einen hohen Anteil nordafrikikanischer Täter gibt. Aber Sexualstraftaten? Nein.

    Lieber „Leser“, ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie längst ein ziemlich geschlossenes Weltbild haben. Ich glaube nicht, dass Sie tatsächlich Informationen haben möchten, um zu lernen. Sie suchen das, was Sie in ihrer Weltsicht bestätigen könnte. Andreas Müller macht das ebenso. Er hat zwar keine Statistiken, er hat nur Einzelfälle – weiß aber jetzt schon, dass sich „das Bild“ unaufhaltsam zusammenpuzzelt. Das grenzt schon an Allwissenheit.

    Gemeinsam ist Ihnen beiden nur eines, was man gerade in den sozialen Medien schön beobachten kann: den Andersdenkenden mürbe machen. Behauptungen heraushauen, den Anderen zu detaillierten Reaktionen zwingen, dann eine andere Behauptung, wieder Reaktionen und mittendrin nimmt ein „Freund“ den ersten Faden wieder auf. So lange, bis die Gegenseite es leid ist. Unterm Strich sieht es dann so aus, dass die Hater die Oberhand gewinnen. Das pflanzt sich gerade fort quer durch die Republik (und nicht nur bei uns).

  108. @Klaus / 119
    „Wie kann man auch nur annehmen, dass junge Männer aus vormodernen Armuts- und Kriegsgebieten mit Islamo-Kultur überproportional an Gewaltverbrechen beteiligt sind.“

    Es mag für Sie unvorstellbar sein, aber es gibt tatsächlich Menschen, die sich nicht von rechtspopulistischer Propaganda verblöden lassen und die rassistische Klischees nicht mit der Realität verwechseln. Diese im rechten Neusprech auch „Realitätsverweigerer“ genannten Menschen geben tatsächlich etwas auf statistische Empirie und Analyse. Krass, oder?

    „Herr Gniffke muss sofort zurüctreten!“

    Deine Mudda muss zurücktreten.

  109. @ Nr. 51 eser
    5. Dezember 2016 um 18:07

    „Konkret: Bei 300 Morden pro Jahr in Deutschland und ungefähr einer Millionen Flüchtlingen, lassen sich bei Gleichverteilung unter den 80 Millionen Einwohnern vier Morde durch Flüchtlinge erwarten. Das kann ich durchaus abzählen, ich kann also diese Information sinnvoll verarbeiten.“

    Das mit dem „sinnvoll verarbeiten“ wird wohl Nichts:

    Nicht allein die Quantität potentieller Täter ist ursächlich, sondern auch die Qualität in Form von Rahmenbedingungen.

    So ist es z.B. für die doch viel größerer Gruppe der Deutschen nicht möglich, gegen Aufenthaltsbestimmungen zu verstoßen weswegen die zahlenmäßig doch sehr viel geringere Gruppe der Ausländer ungleich mehr Verstöße dagegen aufzuweisen hat.

    Drogenabhängige werden im Rahmen der Beschaffungskriminalität auch häufger wegen Ladendiebstahls verurteilt als Rentner, obwohl es von letzteren viel mehr gibt.

    etc. …

    Siehe auch:
    http://www.uni-siegen.de/phil/sozialwissenschaften/soziologie/mitarbeiter/geissler/ueberblick_1_08.pdf

  110. @TH / #121
    Als Ergänzung: Wer schon vorher weiß, zu welchem Bild sich Puzzleteile zusammensetzen, hat eine Vorlage zur Hand.

  111. @earendil

    Sie können das, genau wie Herr Gniffke, unmöglich selbst glauben.

    Natürlich ist die Gruppe der Asylanten überporoportional an Gewalttaten beteiligt.

    Stellen sie sich der Realität, kommen sie raus aus ihrer (Filter-)blase, reden sie mehr mit Migranten…

  112. moin, moin,

    dem ist nichts hinzuzufügen. Wer sich einmal mit ein paar Fakten „belasten“ will, der möge diesen Bericht lesen des BMI.

    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Kurzmeldungen/lage-kriminalit%C3%A4t-kontextzuwanderung-1-2016.pdf?__blob=publicationFile

    Aber wahrscheinlich werden die postfaktischen Stimmungsmacher auch das BMI zum Kartell der großen Lüge zählen, passen doch deren Ergebnisse nicht in das Bild von den mordlüsternen, Frauen vergewaltigenden, stehlenden Ausländern, die unserer abendländischen Kultur den Garaus machen wollen.

  113. „Jeder natürlich ein Einzelfall, aber das Bild puzzelt sich unaufhaltsam zusammen.“

    Ein Glück, wenn man dank gesundem Menschenverstand vorher schon weiß, wie dieses Bild aussieht, und das Puzzle deshalb viel schneller erkennen kann als die ganzen begriffsstutzigen Realitätsverweigerer, gelle?

  114. Klaus,

    nennen Sie bitte eine zuverlässige Quelle für ihre Behauptung „natürlich (!) ist die Gruppe der Asylanten überproportional an Gewalttaten beteiligt“. Welche Art von Gewalttaten? Welche Asylbewerber sind es? Besteht ein Zusammenhang zwischen geflohenen Menschen aus Syrien, Pakistan, Marokko? Oder wollen wir alle in einen Topf werfen? Warum dann nicht gleich lediglich unterscheiden zwischen Inländer und Ausländer? Zwischen Religionen: Christen, Muslime, Juden?

    Ah, kommen Sie, so genau wollen Sie es ja auch gar nicht wissen, oder? Geht doch nur darum, etwas „Stimmung“ zu verbreiten. Frei nach dem Motto: man wird ja wohl noch etwas ausgrenzend sein dürfen. Oder auch: meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.

  115. @Klaus

    Sie haben sicher Belege. Lassen Sie mich auch teilhaben?
    Sonst muss ich am Ende den besseren Argumenten beugen, die bislang eher von Earendil kamen. Helfen Sie mir?

  116. @kleitos

    Genau, die Mordrate unter Asylanten ist so hoch weil sie eben eng mit Asylanten zusammenleben müssen, der Rahmen gibt es vor.

  117. @125: „Natürlich ist die Gruppe der Asylanten überporoportional an Gewalttaten beteiligt.“

    a) Was ist daran in Ihrer Gedankenwelt „natürlich“?
    b) Hätten Sie dafür vielleicht einen Beleg oder bleibt es bei der bloßen Behauptung?

    „Stellen sie sich der Realität, kommen sie raus aus ihrer (Filter-)blase, reden sie mehr mit Migranten…“

    ‚Selber, selber‘ – in den Echokammern der Schlechtmenschen eines der beliebtesten ‚Argumente‘.

  118. @129: „Genau, die Mordrate unter Asylanten ist so hoch.“

    Wie hoch ist die „Mordrate unter Asylanten“ denn nun? Ihr „genau“ ergibt übrigens überhaupt keinen Sinn.

  119. In der Diskussion sieht man sehr deutlich, dass der „Lügenpresse“ Vorwurf nicht in der plötzlichen Erkenntnis wurzelt, die Nachrichtenredaktionen sortierten absichtlich aus, um damit bestimmte Geschehnisse zu verschweigen und ein verzerrtes Bild der Realität zu liefern. Dies haben Zeitungen und andere traditionelle Nachrichtenmedien schon immer aus verschiedenen Gründen getan. Einerseits wäre es sonst nicht möglich der Fülle an täglich eingehenden Meldungen Herr zu werden, anderenfalls lang genau in der Selektion der Erfolg der Medien, die ihre Leser- oder Zuschauerschaft mit bestimmten Informationen versorgten, die gerade auf Grund ihres besonderen Zuschnittes eine gemeinschaftsbildende Kraft entfalteten und so Anschlusskommunikationen in der jeweiligen „news community“ ermöglichten. Was wir nun verstärkt beobachten ist ein Strukturwandel der Öffentlichkeit, der sich besonders in einer zunehmenden Differenzierung und Fragmentierung der Gesellschaft manifestiert. Teile der Gesellschaft können sich mit den selektierten Themen und der Art der Darstellung nicht mehr identifizieren, sie fühlen sich nicht mehr als Teil der „news community“ und finden in sozialen Netzwerken und anderen Internetportalen Gleichgesinnte, die die eigene Meinung nicht mehr als deviant oder sozial geächtet erscheinen lassen. Dort wachsen neue „news-communities“, die dann unter Umständen eine Herausforderung für etablierte Medien darstellen können. Umso wichtiger ist, dass diese den populistischen Forderungen nicht nachgeben und ihre Nachrichtenauswahl transparent begründen

  120. Achwas, die meisten Gewalttäter sind Fans der Mannschaft, die der Erzfeind der eigenen Mannschaft ist.

    Jetzt merke ich gerade, die Tagesschau berichtet wirklich selten über Mord und Totschlag, Vergewaltigung und anderen Verbrechen. Ausnahmen sind (semi-gefühlt):
    – Tat hat vermutlich einen ideologischen Hintergrund (politisch, religiös, whatever): Brandanschläge
    – es gab sehr viele Opfer: Amokläufe
    – es gab sehr viele Täter: Silvester Köln
    – Täter und/oder Opfer ist/war schon vorher prominent: diverse Steuerhinterzieher
    – die sonstigen Umstände sind ungewöhnlich oder stehen in einem Zusammenhang mit einem anderen wichtigen Thema, bspw. Zivilcourage: Tucge (da kommen noch Haken drauf)
    – die Polizeiarbeit war bemerkenswert gut oder schlecht
    – Verbrechen an Kindern (auch nicht immer)

    D.h., die Tagesschau verschweigt Jahr für Jahr etliche Verbrechen, von denen ich nie erfahre. Wenn dieser eine Fall ein Fall von“Lügenpresse“ ist, dann die anderen doch auch – offenbar soll das wahre Ausmaß des Verbrechens in D. verheimlicht werden, damit ich dummes Wahlvieh nächtens Merkel wähle!
    Jawoll, so ist das!

  121. @Klaus / #125
    Ihre Filterblase ist ja schon so abgedichtet, dass Sie sich nicht mal mehr vorstellen können, dass Menschen zu anderen Schlüssen kommen als Sie, weil sie nichts auf rechte Propaganda, Gerüchte und Vorurteile geben und stattdessen auf empirisch-statistischen Belegen beharren. Aber das sagte ich ja schon.

    Ihnen hingegen glaube ich sofort, dass Sie das selber glauben, was Sie hier behaupten. Es passt halt so schön in Ihr Bild von den bösen, bedrohlichen „Asylanten“, stimmts?

    Solange ich keine stichhaltigen Belege dafür sehe, dass Asylbewerber überproportional an bestimmten Straftaten beteiligt sind, glaube ich das in der Tat nicht. Warum auch? Nur weil jemand behauptet, „natürlich“ seien unter Linkshändern ganz besonders viele Brandstifter, glaube ich das noch lange nicht. Auch nicht, wenn das ganz viele behaupten. Auch nicht, wenn ich mit Rechts- oder Linkshändern rede. Sie etwa?

    Aber wissen Sie was? Wenn es tatsächlich statistische Belege dafür gäbe, dass Asylbewerber bei manchen Straftaten überrepräsentiert sind, würde mich das nicht überraschen. Und wissen Sie auch warum? Weil aus Kriminalstatistiken zu allen möglichen Straftaten, besonders aber denen, die mit Gewalt zu tun haben, immer drei Faktoren herausstechen, die auf Straftäter überdurchschnittlich häufig zutreffen: 1. männlich, 2. jung (Alter so ca. 15-35), 3. aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Da nun sozialschwache junge Männer unter Asylbewerbern einen recht großen Anteil ausmachen, wäre es eher überraschend, wenn diese nicht überproportional bei einigen Delikten vertreten wären. Trotzdem muss man auch das erstmal belegen und nicht einfach als „natürlich“ behaupten.

    Darüber und über vieles andere hinaus wäre es – Achtung! – in der Tat auch möglich, dass kulturelle oder gesellschaftliche Vorprägungen bei Problemen von bzw. mit Asylbewerbern eine Rolle spielen. Erstens müsste man das aber, wie immer, auch stichhaltig belegen – und nicht belegfrei unvereinbare Kulturkreise konstruieren und so tun, als ob Asylbewerber sowas wie Aliens wären, mit denen ein Zusammenlaben schlichtweg nicht möglich ist. Und zweitens ist das bei Deutschen oder Europäern nicht wesentlich anders, auch bei denen mögen gesellschaftlich-kulturelle Hintergründe gelegentlich eine problematische Rolle spielen.

    Schließlich wäre dann, wenn man denn immerhin mal eine Faktenebene erreicht hätte (wovon Sie und Herr Müller und einige andere hier wie gesagt noch weit entfernt erscheinen), immer noch die Frage, welche Schlussfolgerungen man daraus zieht. Eine einfache und zweifellos wirksame Maßnahme, um die Verbrechenshäufigkeit in Deutschland spürbar zu senken, wäre es, alle Männer des Landes zu verweisen. Damit wären bestimmt 80% aller Gewaltverbrechen schon mal vom Tisch. Ist es nicht unverantwortlich, den Kopf in den Sand zu stecken und Heerscharen gewalttätiger Männer einfach so hier zu belassen? Denkt denn niemand an die Frauen?

    Abgesehen davon, dass ich selber gern weiter hier leben würde, fallen mir aber eine Menge gute Gründe gegen diese einfache, konsequente Lösung ein. Und nicht mal Rechtspopulisten würden Menschen, die gegen diese Lösung sind, als Realitätsverweigerer und politisch-korrekt und so fort beschimpfen. Nicht mal, wenn man mit dem ollen Gutmenschenargument ankommt, trotz allem seien doch die meisten Männer immer noch friedlich und unbescholten.

    Wenn also nicht mal bei den Männern, wo doch der statistische Zusammenhang überdeutlich ist, solche einfachen Lösen angestrebt, ja nicht mal diskutiert werden, ja wo nicht mal das Problem großartig thematisiert wird – wieso fallen da bei Asylbewerbern, Ausländern, Migranten alle Hemmungen?

  122. Und dabei scheint man beim Stern doch schon zu wissen, dass der Verdächtige gar nicht der Täter ist. Schreibt man doch vom „scheinbar aufgeklärten Mordfall“.
    Oder sollte den Redakteuren etwa der Unterschied zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ nicht geläufig sein…?

  123. @121, TH:
    Das sind mir zu viele Unterstellungen, teils schon persönlicher Natur. Ich erwarte keinen weiteren Erkenntnisgewinn mehr und ziehe mich aus der Diskussion zurück.

  124. [gelöscht. Nein, ich habe keine Lust, das Fass jetzt hier auch noch aufzumachen. Darüber können wir gern mal in einem extra Artikel berichten und diskutieren. Aber sicher nicht auf der Grundlage dieses Machwerks.]

  125. @Pitt
    „Viele fragen hier nach Belegen von Straftaten von Mitmenschen mit Migrationshintergrund“
    Falsch, danach fragt hier keiner.
    Und im Zweifelsfall geht es um statistische Daten, die entsprechend eingeordnet wurden. Siehe auch Kommentar 135.

  126. @Pitt / #139
    Sorry, aber russische Staatspropaganda lese ich nicht. Wenn die Darstellung dort auf seriösen Quellen beruht, verlinken Sie bitte diese. Ansonsten muss man sich damit nun wirklich nicht auseinandersetzen.

  127. @17 / Frank Reichelt

    „Ich finde es erstaunlich, wieviel Bedeutung der Tagesschau als sogenannte Nachrichtenikone immer noch beigemessen wird.“

    Das ist eigentlich auch der Punkt, den ich etwas erschreckend finde an diesem unnötigen Shitstorm. Der Sendung wird mehr Relevanz zugemessen, als Sie tatsächlich noch besitzt. Mehr als 50% der Menschen hierzulande alleine besitzen lt. statista ein Smartphone und haben entsprechende Möglichkeiten für Unmengen an Quellen und die Tagesschau wird gehandhabt, als wäre sie tatsächlich noch die heilige Beschäftigung aller Menschen in diesem Land für die 15 Minuten nach 8.

  128. @Chris: Andererseits ist die „Tagesschau“ tatsächlich noch die heilige Beschäftigung für sehr, sehr viele Menschen in diesem Land für die 15 Minuten nach 8. Fast zehn Millionen Menschen gucken das täglich. Das schafft kein anderes Nachrichtenmedium.

  129. Natürlich diktieren Fremdenfeinde die Berichterstattung. Es ist absurd, das zu ignorieren. Der Umstand, dass AfD und Konsorten aus solchem Fällen Kapital schlagen wollen, ist erwartbar und muss daher auch bei der Berichterstattung berücksichtigt werden. Daher ist Kritik am Umgang der Tagesschau durchaus berechtigt (wenn auch nicht in der Form des Sterns).

  130. @Lars, 145: Ich verstehe nicht, was Sie sagen wollen. Weil Fremdenfeinde die Berichterstattung diktieren, muss die Tagesschau auch grundsätzlich über regional bedeutsame Ereignisse berichten? Oder nur dann, wenn sich Fremdenfeinde dafür interessieren, nämlich in dem Moment, wo ein Tatverdächtiger nicht-deutscher Herkunft ist? Vorher haben sich die diktierenden Fremdenfeinde nämlich einen D*eck für den Fall interessiert, das Opfer war schließlich eine ‚Teddybärwerferin‘ aus dem ‚links-versifften Freiburg‘ und es hätte sich ja auch rausstellen können, dass der vermutliche Täter ein Deutscher ist … So oder so hätte die Tagesschau dann jetzt einiges nachzuholen, es sind nämlich seit letztem Freitag noch weitere Tötungsdelikte (und anderes mehr) dazu gekommen (für die sich die diktierenden Fremdenfeinde bisher auch einen D*eck interessieren, aber wer weiss, wer irgendwann als Tatverdächtiger festgestellt werden könnte…). Für eine mehrstündige Tagesschau-Sondersendung reicht das allemal.

  131. @ Someone’s daughter 146

    Das habe ich in einem früheren Beitrag geschrieben. Für eine manche sind bestimmte Themen nur wichtig, wenn es in ihre eigene Agenda passt.

    Es wird doch jetzt schon mehr über den womöglichen Täter gesprochen als über das Opfer. Bevor ein Verdächtiger verhaftet wurde war es ein Todes-/ Vergewaltigung sofern. Jetzt ist wird das Opfer für sich eingenommen.

    Wenn der Gefasste die Tat verübt hat hat unser Rechtssystem seine Arbeit zu machen. Ich finde die Tat verabscheuungswürdig. Und wünsche dem Täter seine gerechte Strafe. Wobei leider keine Strafe den Eltern ihre Tochter und dem Mädchen ihr Leben zurückgeben kann. Aber, und das ist der Unterschied, ich frage mich nicht erst nach der Herkunft des Täters und ob es in meinen Kram passt.

  132. Ein super Text. Einfach nur auf den Punkt gebracht. Schade, dass genau die, die es betrifft bzw. die genau DAS mal lesen sollten, es nicht tun, oder nicht verstehen werden, obwohl ihr Gehirn es eigentlich möglich machen sollte.

  133. @144 / Stefan

    Ja, das ist in Relation in der gemessenen Landschaft vielleicht richtig (über die Erfassung der TV-Quote lässt sich ja auch trefflich streiten, aber vielleicht nicht an dieser Stelle), nur ist das Parallelangebot durch das Internet eben enorm. Selbst wenn sie noch von vielen gesehen wird, ist der Alltag heute mit Sofort-Nachrichten bestückt, welche der Tagesschau eben ihre Wichtigkeit bzw. einstige Position nehmen. Die reinen Zuschauerzahlen sagen ja auch nichts über die qualitative Einschätzung aus.

    Abseits dessen mal wieder ein sehr schöner Artikel. Die 4€/Monat finde ich bisher gut investiert.

  134. Edit von 147 (Korrekturen) :

    6. DEZEMBER 2016 UM 20:36
    @ Someone’s daughter 146

    Das habe ich in einem früheren Beitrag auch geschrieben. Für manche sind bestimmte Themen nur dann wichtig, wenn es in ihre eigene Agenda passt.

    Es wird doch jetzt schon mehr über den womöglichen Täter gesprochen als über das Opfer. Bevor ein Verdächtiger verhaftet wurde war es „nur“ ein Todes-/ Vergewaltigungsfall für viele. Jetzt wird das Opfer für die eigene Sache vereinnahmt.

    Wenn der Gefasste die Tat verübt hat hat unser Rechtssystem seine Arbeit zu machen. Ich finde die Tat verabscheuungswürdig. Und wünsche dem Täter seine gerechte Strafe. Wobei leider keine Strafe den Eltern ihre Tochter und dem Mädchen ihr Leben zurückgeben kann. Aber, und das ist der Unterschied, ich frage nicht erst nach der Herkunft des Täters und ob es in meinen Kram passt.

  135. @Stefan, ich habe den Artikel gelesen und stimme ihm zu.
    Angesichts der Tatsache, daß die Tagesschau am 6.Dezember breit über zwei Vergewaltigungen in Bochum berichtete (weil der Tatverdächtige ein Asylbewerber ist?), scheint mir aber die intensive Verteidigung der Relevanzkriterien für die Tagesschau inzwischen obsolet zu sein.
    Ehrlich gesagt, sehe ich es als -Ihre- vergebliche Liebesmüh an, Deutschlands Hauptnachrichtensendung zu verteidigen, wenn die sich selber nicht mal an ihre Prinzipien halten können.

    @Chris 143
    Ich gehöre zu dieser Anzahl von Leuten mit Smartphone.
    Das dienst mir zum Telefonieren, für WhatsApp, ÖPNV- und Bahnverbindungen und als Navigationsgerät.
    Mein Informationsbedürfnis befriedige ich täglich auf großem Bildschirm im Internetz (hier und auf ein, zwei anderen Seiten, (fast) jeden Abend bei der Tagesschau (als Gegengewicht zur netzeigenen Filterblase) und jeden Sonntag mit einer überregionalen Tageszeitung.
    Das mag Ihnen wie nahezu scheintot vorkommen, aber ich würde nicht drauf wetten, wer von uns beiden dichter dran ist am „normalen“ Nachrichtenempfänger.

  136. Andreas Müller,

    vielleicht sollten Sie tatsächlich mal selbst ihre verlinkten Texte lesen

    – „Über eine Abschiebung werde erst danach entschieden. “ –

    und abwarten, statt hier mit weiteren Mutmaßungen die Debatte zu bereichern. Ihr neurechtes Trolltum geht einem auf den Keks.

  137. @153

    TH hat dankenswerterweise den Link, den Sie teilten für Sie zu Ende gelesen.

    Und der Rechtsstaat hat doch hier genauso funktioniert wie er soll. Das Thema Abschiebung war nicht das Thema des Gerichts, sondern der Tod eines Menschen. Also was wollen Sie mit dem Link belegen?

    Aber Sie bestätigen genau das, was ich schrieb. Von meinen ganzen Ausführungen nehmen Sie diesen Satz um wieder auf ihr Thema zu lenken. Alles andere wohl nicht wichtig genug.

  138. @155
    Ich habe ihn sehr wohl zuende gelesen und deshalb ein korrektes Fragezeichen dahinter gesetzt. Das Fragezeichen ist vielfach berechtigt, weil die Sache noch nicht geklärt ist, es vielleicht sogar Notwehr war.
    Ist es da nicht erstaunlich, dass die Tagesschau am 17.1.2015 über die Mahnwachen zum Gedenken an das Opfer berichtet hat, obwohl zu dem Zeitpunkt noch so gut wie nichts von dem über die Tat bekannt war, was wir heute wissen?
    Kann man sich vorstellen, dass die Tagesschau aus Freiburg über Mahnwachen zum Gedenken an Maria L. berichtet hätte? Womöglich unter der Randbedingung, dass die Wachträumenden nur zutiefst davon überzeugt waren, dass der Täter ein MUFL sein muß? Das ist undenkbar. Es ist zu Recht völlig undenkbar.
    Die legitime und wichtige Frage ist also, warum es in Dresden nicht nur denkbar, sondern praktisch möglich war, dass die Tagesschau Gerüchte und Hetze bundesweit verbreitet hat.

  139. @Jörg: Ich verteidige die „Tagesschau“ ja nicht, um der „Tagesschau“ einen Gefallen zu tun, sondern weil ich glaube, dass sie zu unrecht kritisiert wird. Dass die „Tagesschau“ selbst dann nicht mehr an ihre eigenen Kriterien glaubt – ja, bitter, aber das kann ja nicht mein Kriterium sein.

  140. @156

    Sie schreiben wirres Zeug. Im ersten Artikel ging es um die Verurteilung eines Menschen. Im Zweiten geht es um die Prüfung der Aufhebung des Urteils auf Grund einer neuen Bewertung. So weit nichts, was noch nie vorkam. In beiden Fällen ist eine womöglich folgende Abschiebung nicht das Thema. Im ersten Artikel wird beiläufig erwähnt, dass dies nach der Haftstrafe zu prüfen ist. Im zweiten Artikel ist es gar kein Thema. Für jemanden, der von „Wachträumenden “ schwadroniert sind Sie schon sehr in Ihrem kleinen Weltbild gefangen.

    Der Rest Ihres Posts beinhaltet dann nur polemische Fragen, die Sie für sich wohl schon längst beantwortet haben.

    Ich weiß manchmal nicht, ob hier eine ernsthafte Diskussion möglich ist oder ob ich im Moment für die Mittagsfütterung eines Trolls verantwortlich bin. Nein, das ist nicht einfach daher gesagt. Ich schreibe das, weil Sie nicht auf andere Punkte eingehen und meiner Meinung nach einfach immer wieder ein neues Scheinargument einbringen.

    Verziert mit Herabsetzungen von Andersdenkenden als Wachträumende oder Naive. Keine Angst, ich fühle mich nicht beleidigt. Ich erkenne darin aber ein Mangel an Diskussionskultur Ihrerseits.

  141. @Bülent Akili

    Nach allem, was ich bisher von Andreas Müller gelesen habe und nach Einschätzung seiner Reaktionen auf Diskussionsversuche, glaube ich, dass zumindest für mich da keine sinnvolle Diskussion mehr möglich ist.
    Und zwar NICHT (!) weil er eine mir unangenehme Meinung vertritt, sondern weil ihm entweder die Fähigkeit oder der Willen zu einem vernünftigen, auf Klärung ausgerichtetem Gespräch abzugehen scheint.

    pit

  142. @ Stefan Niggemeier #157
    „Dass die ‚Tagesschau‘ selbst dann nicht mehr an ihre eigenen Kriterien glaubt“
    Sie sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Tagesschau NIE an Ihre Kriterien geglaubt hat (siehe meine Beispiele zur Handgranate von Villingen und zum Fall Khaled in Dresden), sondern sie nur dann vorschiebt, wenn es passt. Das soll kein Argument gegen Ihre Kriterien an sich sein, sondern zuallererst gegen die schnöde Praxis der Tagesschau.

    @ Bülent Akilli #158
    Können Sie nicht sehen, dass sich die „Wachträumenden“ auf die präfaktische Mahnwache von Dresden beziehen (sowie auf ähnliche Heuchler in allen anderen ungeklärten Fällen)? Präfaktische Schuldzuweisungen und Mahnwachen sind ein Übel, egal, wer sie gegen wen organisiert. Sie müssen sich damit nicht identifzieren, weil ich es kritisiere.

  143. @160 Was erlauben Sie sich!!!! ;)

    Nicht schlimm, kann passieren.

    @159

    Mir geht es genauso. Ich habe nichts gegen andere Meinungen, im Gegenteil. Aber dann muss auch der Willen da sein (ich glaube nicht, dass es an mangelnder Fähigkeit liegt) die gegensätzlichen Sichtweisen sachlich auszutauschen. Am Ende können ja vielleicht beide Seiten etwas für sich gewinnen.

    Aber wenn es um Herabsetzungen, Pauschalisierungen und platte Vorurteile geht komme ich nicht mehr mit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bülent Akilli

  144. @Müller: Warum sollte die Tagesschau auch an Niggemeiers Kriterien glauben? Oder wissen Sie nur nicht, wann man „ihre“ und wann „Ihre“ verwendet?

  145. Müller:

    „die Möglichkeit…, dass die Tagesschau NIE an Ihre Kriterien geglaubt hat (siehe meine Beispiele zur Handgranate von Villingen und zum Fall Khaled in Dresden), sondern sie nur dann vorschiebt, wenn es passt“

    ist eine weitere Vermutung ihrerseits, die gefühlt hunderdreiundvierzigste in diesem Blog.

    Welche Art von Spekulation möchten Sie uns als nächste präsentieren?

  146. @161

    Neuer Versuch:

    Wieso sind diese Leute Heuchler? Gegen wen hetzen sie?

    Und ich muss mich nicht angesprochen fühlen (was ich in diesem Fall ja auch nicht tue) um Ihre Wortwahl und Polemik zu kritisieren.

  147. Neuer Versuch:
    „Wieso sind diese Leute Heuchler? Gegen wen hetzen sie?“
    Sie heuchelten Anteilnahme (sogar mehr als das: „Ich bin Khaled“) mit dem Opfer, versuchten es aber lediglich gegen die gemutmaßten Täter zu instrumentalisieren. Das wurde offenbar, als der falsche Täter gefunden war. Die Hetze richtete sich gegen Pegida-Anhänger, denen die Tat ohne Fakten zugeschrieben wurde, und gegen die Polizei, der eine parteiische Ermittlungsarbeit unterstellt wurde.

  148. @Müller: „Sie heuchelten Anteilnahme (sogar mehr als das: „Ich bin Khaled“) mit dem Opfer,“

    Klar, Anteilnahme mit Opfern kann ja nur geheuchelt sein. Deshalb können Sie auch echt stolz drauf sein, dass man Ihnen nicht vorwerfen kann, Anteilnahme mit dem Freiburger Opfer „zu heucheln“. Das Opfer interessiert Sie nur als Mittel zum Zweck. Sie, die im Artikel erwähnten freundlichen Hipsterfaschos und etliche andere:

    http://www.badische-zeitung.de/fall-maria-l-ein-blick-in-die-abgruende-von-facebook

  149. @167

    Ich fürchte Sie meinen das Ernst. Sie meinen also die Intention im damaligen Fall und aktuell ist die gleiche?

    Also gibt es nun Hetze gegen PEGIDA-Anhänger, aber nicht gegen Flüchtlinge?

  150. @163 Inga
    Kapiere ich nicht. Zum aktuellen Zeitpunkt des Kommentars von SN und der ersten Stellungnahme von Dr. Gniffke auf dem Tageschaublog waren die Kriterien doch ziemlich identisch, da ist es relativ egal, ob er das „Ihre“ groß schreibt oder nicht. Herr Müller mag eine Reihe von Verständnisproblemen haben und möglicherweise auch Schwierigkeiten mit der Textanalyse seiner eigenen Pressebeispiele, aber mit der Orthografie kommt er schon zurecht.
    Oder sehe ich da etwas nicht?

  151. Der Sinn von Übermedien liegt in der Kritik an Medien, im Artikel jeweils am Einzelfall begründet.
    So müsste eigentlich JEDER dieser Artikel auf Interesse oder gar Applaus der „Lügenpresser“ stoßen, dem ist nicht so.
    Sobald sich die Thematik jedoch um Migration/Migranten dreht, dreht sich das Kommentarkarussell um alle abgedroschenen afd-kompatiblen Behauptungen, die Zahl der Kommentare steigt in die Hunderte.
    Damit lässt sich das begrenzte (oder geheuchelte?) Interesse dieser Blogger an vielseitiger Medienkritik ganz einfach ablesen, oder?

  152. Nachdem sich „Khaled“ nicht mehr gegen Pegida instrumentalisieren lies, haben sich plötzlich viel weniger Menschen für sein Schicksal interessiert – war aber sicher nur Zufall.

    Dass es keine Hetze gegen Flüchtlinge gibt, hat das hier irgend jemand behauptet, oder ist das nur ein Strohmann?

  153. @Andreas Müller, #diverse:
    Wenn es für das Opfer eines Verbrechens Mahnwachen gibt, wird über die Mahnwachen berichtet. Ist jetzt eher ein Semi-Argument dafür, über Verbrechen zu berichten, bei denen es keine Mahnwachen gibt.

    Wo ist jetzt das Problem?
    Lügenpresse heißt ja eigentlich, dass die Presse oder meinetwegen das Fernsehen bewusst die Unwahrheit sagt, um jemanden zu täuschen.

  154. @Jub 68: Nö, wenn Sie noch mal durchlesen, was Müller geschrieben hat, ist klar, dass die Kriterien der Tagesschau gemeint sind, nicht die von Niggemeier (Hint: Müller bezieht sich auf einen Kommentar von Niggemeier selbst, in dem klar von den Kriterien der Tagesschau die Rede ist). Rechtschreibfehler anzukreiden ist aber immer etwas doof, das gebe ich zu. Nur dieses ihr/Ihr grassiert schon so sehr, und es bringt mich jedesmal raus, dass ich mich halt manchmal nicht zurückhalten kann…

  155. @ 172 TS66

    Meinen Sie diesen Satz von mir?

    „Also gibt es nun Hetze gegen PEGIDA-Anhänger, aber nicht gegen Flüchtlinge?“

    Falls dem so ist, dann will ich dazu sagen, dass dies meine überspitzte Zusammenfassung von 167 war.

  156. @TS66: „Nachdem sich „Khaled“ nicht mehr gegen Pegida instrumentalisieren lies, haben sich plötzlich viel weniger Menschen für sein Schicksal interessiert – war aber sicher nur Zufall.“

    Zufall oder nicht – das ließe sich vielleicht leichter sagen, wenn Sie mal erklären würden, wie Sie das Interesse quantifiziert und mit der Zeitschiene abgeglichen haben. Mögen Sie Ihre Methoden verraten? Oder ist das eher so ein ‚gefühlter Fakt‘?

    „Dass es keine Hetze gegen Flüchtlinge gibt, hat das hier irgend jemand behauptet, oder ist das nur ein Strohmann?“

    Das ist Ihr Strohmann: Sie fragen, ob jemand behauptet habe, es gebe keine Hetze gegen Flüchtlinge. Hat keiner. Und es hat auch niemand behauptet, dass jemand das behauptet hätte. Aber: nice try.

  157. @Inga: „Nur dieses ihr/Ihr grassiert schon so sehr, und es bringt mich jedesmal raus, dass ich mich halt manchmal nicht zurückhalten kann…“

    Geht mir auch so. Ebenso wie bei „Sie/sie“. Aber vermutlich sind wir da einfach zu kleinlich, warum sollten Deutsche sich mit solchen Feinheiten ihrer Muttersprache befassen wie Groß- und Kleinschreibung, wenn diese doch durch wiederentdeckte Begriffe wie „Lügenpresse“ und“Umvolkung“ oder Neuschöpfungen wie „linksversifft“ und „Kanzlerdiktatorin“ so wunderbar ‚bereichert‘ wird.

  158. Wahrscheinlich hängt es mit der zeitlichen Überschneidung zusammen, Herr Niggemeier, aber ich wundere mich, dass Sie nur den Stern erwähnen. Die viel üblere und größere Kampagne hat die FAZ losgetreten. Der erste Artikel von Rüdiger Soldt war noch sachlich und fair ( 3.12.: Getötete Studentin in Freiburg. Ein gefärbtes Haar führte zur heißen Spur), der zweite von Michal Hanfeld (5.12.:Jetzt berichten sie doch) ein demagogischer Angriff auf die Tagesschau und der dritte, ein Kommentar von Reinhard Müller schlicht scheinheilig (5.12.: Eine Nachricht wert). Hanfeld und Müller suggerieren, dass das Verhalten der Tagesschau politisch motiviert war. Auf den Kommentar von Müller folgten Leserbriefe, die teilweise justiziabel sind. Die FAZ hat sie ungerührt abgedruckt. Das Skandalöse: Müller und Hanfeld vor allem hetzen das ohnehin schon rechtsgerichtet Lesepublikum der FAZ gezielt auf. In meinen Augen ein viel größerer Skandal als die Berichterstattung des Stern. Diese Art der Hetze hat es verdient, einmal gesondert betrachtet zu werden.

  159. @180:

    Ergänzend sei hinzugefügt, dass gerade bei Hanfelds Leser-Echo stark gesiebt wird. Hanfeld, ansonsten glühender Verfechter der Meinungspluralität, lässt gerne Kommentare unveröffentlicht, die ihn kritisieren. Es handelt sich wohl um eine übergreifende Sensibilität, die vornehmlich im rechten Lager um sich greift. Tichy lässt auch gerne Leserkommentare verschwinden, die nicht genehm sind.

  160. Kann ich nur bestaetigen. Kritische Kommentare gegen Hanfeld kommen, wenn ueberhaupt, nur durch, wenn sie ganz harmlos klingen. Habe das mehrfach ausprobiert. Dabei kann man bei ihm eine pathologische Aggression gegen ARD und ZDF konstatieren.

  161. @#168 #169
    Wir wollen hier beim Thema bleiben: Wann berichtet die Tagesschau und wann nicht?
    Meine These dazu lautet weiterhin, dass das Nichtberichten über die offiziellen Ermittlungsergebnisse von Freiburg und das Berichten über falsche Gerüchte von Aktivisten im Fall Khaled in Dresden und im Handgranatenfall von Villingen-Schwenningen nicht unter einer seriösen Informationspolitik vereinbar sind. Die Tagesschau berichtet in dieser Gesamtschau nicht seriös, sondern tendenziös.

  162. Die Tagesschau hat von Anfang an nicht über den Fall berichtet. Das kann man richtig oder falsch finden. Warum die Nationalität des Tatverdächtigen bei der Beurteilung aber irgend eine Rolle spielen sollte erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

  163. Andreas Müller:

    schon beim Begriff „seriös“ wird es unterschiedliche Ansichten zwischen Ihnen und vielen anderen geben. Und was sollen wir über ihre Thesen diskutieren, die mit ein oder zwei Einzelfällen daherkommen und eine Art systematisches Vorgehen der Redaktion unterstellen? Dünnes Süppchen, das Sie da zu köcheln versuchen. Wenden Sie sich an die Tagesschau und lassen Sie sich von denen eine Antwort geben. Nuff said.

  164. „Wir wollen hier beim Thema bleiben: Wann berichtet die Tagesschau und wann nicht?“

    Wenn Sie beim Thema bleiben wollten, könnten Sie das abhaken. Sie kennen die Antworten der Tagesschau. Sie akzeptieren Sie allerdings nicht. Für Sie wurde der Fall erst dann interessant, als ein Tatverdächtiger verhaftet wurde und der kein Deutscher ist. Wäre er es, würden Sie hier überhaupt nichts schreiben.

    „Meine These dazu lautet weiterhin, (…) Die Tagesschau berichtet in dieser Gesamtschau nicht seriös, sondern tendenziös.“

    Das ist keine These, sondern eine tendenziöse Unterstellung. Aber selbst wenn es eine These wäre, hätten Sie arge Probleme, das Nichtberichten über mehr als 7.000 andere Vergewaltigungen (so viele gibt es nämlich im Jahr – beanspruchen Sie bei allen, von der Tagesschau darüber informiert zu werden?) oder das Nichtberichten von mehr als 300 Morden pro Jahr mit Ihrer ‚These‘ in Einklang zu bringen. Welche Absicht unterstellen Sie denn der Tagesschau, weil sie nicht über den Doppelmord des Sportschützen aus Niederkrüchten berichtet hat? Wie passt das zu Ihrer ausgemachten ‚Tendenz‘?

  165. (183) Andreas Mueller

    Zitat: “nicht unter einer seriösen Informationspolitik vereinbar‘‘.
    Das kann man so pauschal nur behaupten, wen man die Stellungnahme der “Tagesschau“ und ihre bisherige Praxis ignoriert und nach eigenem Gutdünken bewertet. Das Thema ist auch nicht nur “Warum berichtet die Tagesschau und wann nicht“, sondern vor allem, wie gehen bestimmte Journalisten/Redaktionen mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen um? Woher kommt die Bereitschaft, den Sendern Unterdrückung von Nachrichten aus politisch durchsichtigen Motiven vorzuwerfen? Im konkreten Fall hat die “Tagesschau“ aus meiner Sicht plausibel belegt, warum sie über den Freiburger Mord nicht berichtet hat. Woher kommt die Bereitschaft, als “Stern“, “Tichys Einblick“ oder “FAZ“ diese Vorwürfe trotzdem zu schüren. Beim Stern mag das an einem einzelnen Journalisten aus der Unterhaltungsabteilung gelegen haben, der den Überblick nicht hat(te), das Selbstverständnis des Tichy-Blogs ist bekannt, aber bei der FAZ ist es eine medienpolitische Linie. Zweifel an der Objektivität und Seriosität der Öffentlich-Rechtlichen pauschal zu schüren . Und da kommt der Freiburger Fall gerade recht. Weil sowohl die innenpolitische Redaktion als auch das Ressort Medien ein erklärter Gegner von ARD und ZDF sind, wird die angebliche Nichtberichterstattung instrumentalisiert. Und zwar nicht alleine gegen die “Tagesschau“, sonder allgemein gegen das gebührenfinanzierte Fernsehen. Es wird nicht mehr unterschieden. Dabei interessiert es nicht, ob die Wahrheit auf der Strecke bleibt, die Stellungnahme der “Tagesschau“ wird einfach zur Seite gefegt. Da interessiert es auch nicht, dass ein ohnehin schon einseitig AfD-affines und rechtslastiges Publikum in seinem Vorwurf der Lügenpresse massiv bestärkt wird und zu einer Hetze ausholt, die dann in einem anderen Bericht, übrigens eines in der Hierarchie der Redakteure unbedeutenden Journalisten, mit Krokodilstränen in Bezug auf die Hetze im Netz bedauert wird. Die FAZ ist aber nicht irgendwer, und das ist dann der größere Skandal als die Frage, wer hat wie wo unzureichend oder nicht berichtet, um Flüchtlinge zu schonen.

  166. (188) Andreas Mueller

    Zitat: “Und woran liegt es bei der ZEIT?“
    Klären Sie uns auf.

    Zitat: “Ist es nicht ein bisschen schräg, alle kritischen Beiträge über eine Entscheidung einer Fernsehedaktion mit dem Besteckkasten eines Pathologen zu untersuchen?“
    Das sage ich ja. Herr Hanfeld von der FAZ z.B. sollte das nicht tun.

  167. Jochen Bittner in der „Zeit“ verstrickt sich etwas in seiner Zahlen-Recherche. Er schreibt: „Denn es gibt leider sehr wohl eine auffällige Korrelation zwischen Straftaten wie der von Freiburg oder Köln und nicht-deutschen Verdächtigen.“ Nur hat das, was er anschließend auflistet, vielleicht mit Köln zu tun, aber nullkommanichts mit Freiburg. Denn das war keine Gruppenvergewaltigung.

  168. (190) TH
    Kenne den Text von Bitter noch nicht, werde ihn aber gerne noch lesen.
    Zu den in den Medien kursierenden Zahlen von Köln meine grundsätzliche Meinung: Es wirdvon 1200 Anzeigen gesprochen und diese 1200 Anzeigen seit Monaten mit 1200 BEGANGENEN kriminellen Handlungen gleichgesetzt. Unter journalistischen und juristischen Gesichtspunkten ein Unding. Niemand weiß bisher, wie viele der Anzeigen begründet und berechtigt sind, oder wo es sich vielleicht um Fakes von politisch Interessierten handeln könnte. Das ist nicht auszuschließen und keine Diskriminierung der wirklich betroffenen Frauen. Tatsache ist, dass nur wenige Prozesse bisher mit einer Verurteilung endeten und laut einer Dokumentation, die ich in der ‘Zeit‘ las, eine ganze Reihe von Falschbeschuldigungen von Frauen gegenüber ausländischen Männern nachgewiesen wurden. Die Vorgänge von Köln sind eine Katastrophe, aber dass Interessierte ihr politisches Süppchen damit kochen, indem sie pauschal Ausländer damit kriminalisieren wollen, ist doch offensichtlich.

  169. @191:

    Silvester Köln war schon schlimm. Da sollte man nichts dramatisieren, aber auch nichts beschönigen. Es gab diese massenhaften, widerlichen Übergriffe gegen Frauen, und in der Mehrzahl waren es junge Männer aus Nordafrika.

    Es sind auch eben diese jungen Männer, die einen gewaltigen Anteil an der Straßenkriminalität haben. Muss man auch nicht beschönigen, ist so.

    Aus meiner Sicht gibt es für die so genannten Nafris nur zwei Möglichkeiten: entweder bieten wir denen eine Option an, sich zu integrieren – oder wir schieben sie ab. Es werden nicht wenige sein, bei denen die Abschiebung unumgänglich ist. Auf jeden Fall geht es so wie bisher nicht weiter.

    Nur bedeutet das eben nicht unbedingt, dass alle so sind. Es bedeutet eben nicht, dass ein 17jähriger aus Asien so sein muss wie Männer aus Afrika. Vor allem bedeutet es nicht, dass alles mit dem Glauben zu tun hat – dann würden die sich ja auch nicht derart zudröhnen. Und auch dann, wenn der Vater einer Flüchtlingsfamilie fremde Frauen vergewaltigt, sagt das nichts aus über andere Väter von Flüchtlingsfamilien.

    Soviel Differenzierung muss sein, und das leistet Bittner nicht. Er verkürzt, und in einem Punkt (wie genannt) ist das ja sogar verfälschend.

    Es ist aber das Ziel der Rechtspopulisten und Neu-Rechten, diese Differenzierung möglichst insgesamt zu verhindern. Sie werden stets nach Gemeinsamkeiten suchen, weil man nur so wirkungsvoll ganze Bevölkerungsgruppen ausgrenzen kann.

  170. @ TH #192
    Danke. Dem kann auch ich Mal voll zustimmen. Natürlich.
    Bittner ist letztlich nicht interessant. Er läuft einfach opportunistisch einem Trend hinterher.
    Wenn man in der ZEIT aktuell etwas lesen sollte, dann DAS.
    Die ZEIT ist ein merkwürdiges Produkt, das immer wieder auch Perlen enthält.

  171. @Müller: Genau wegen Leuten wie Ihnen ist es hierzulande kaum möglich, über die wirklichen Probleme bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation und der Integration einer großen Zahl von Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen sinnvoll zu führen. Leute wie Sie und Ihre Freunde von der AfD schüren Angst und Hass und machen Integration erst recht schwer. Anstatt die Probleme, die auch die willkommenklatschenden linkdsgrünversifften GutmenschInnen und BärchenwerferInnen nicht leugnen, gemeinsam anzugehen, sind wir nur damit beschäftigt, die unzähligen Vereinfachungen, Verdrehungen und glatten Lügen zu bekämpfen, die derzeit von blanken Hetzern, aber auch von Kreidefressern verbreitet werden. Sobald man nämlich über die Probleme spricht, kommen sie aus ihren Löchern und stülpen ihre antihumanistische Agenda drüber. Genau deshalb stimmen Sie TH hier zu, obwohl Sie natürlich sehr genau wissen, dass Ihrer beider Positionen nicht weiter auseinander liegen könnten.

  172. #194 @Inga, das klappt bestimmt prima mit der Verständigung untereinander, wenn Sie unbedingt JEDE Wortmeldung noch zum Nachtreten hernehmen müssen, auch wenn der Gegenüber sich sogar zustimmend geäußert hat.

  173. @193
    Danke für den Link.

    Zitat aus dem Kittlitz-Beitrag:

    „Wir sollten der anderen Seite wertemäßig nicht entgegenkommen. Wir können nicht sagen: Gut, wir mindern unsere Solidarität mit all jenen, die sie wirklich brauchen können. Wir sollten der anderen Seite allerdings entgegenkommen, indem wir sagen: Euer Scheitern an unseren Werten macht euch nicht zu Unmenschen.“

    Als Unmensch hat Sie hier noch niemand bezeichnet.

    Mit Alard von Kittlitz versucht jemand, das zu relativieren, was er selber tut. Er hinterfragt sich selbst. Ihr stetes Bemühen um Relativierung hingegen dient einem anderen Zweck. Sie möchten neu-rechtes Gedankengut in hübschere Kleider zwängen. Der Inhalt bleibt aber unverändert.

  174. @Jörg
    Es geht nicht ums „Nachtreten“ – Es geht um die Herausstellung argumentativer (antihumanistischer) Strategien/Muster.
    @Inga
    Vielen Dank, dass Sie (u. a.) dafür sorgen, dass bestimmte Sachen hier nicht unwidersprochen stehen bleiben.

  175. @ INGA
    „Leute wie Sie und Ihre Freunde von der AfD schüren Angst und Hass und machen Integration erst recht schwer.“
    Wo soll ich Hass geschürt haben? Gegen wen?
    Sie können den Leuten allerdings das Recht auf ihre Angst nicht absprechen. Als ich im Sommer 1989 in einer Fabrik gejobbt habe, war die Flucht/Masseneinwanderung aus der DDR auf ihrem Höhepunkt. Ein türkischer Arbeitskollege hat damals während der Brotzeit plötzlich gesagt: „Wenn das so weitergeht, wird es Bürgerkrieg geben in Deutschland“. War der Mann ein Rassist? Hat er einen Hass gehabt? Denken Sie mal darüber nach, warum er das gesagt haben könnte.
    Und wenn Sie damit fertig sind, denken Sie mal darüber nach, ob ähnliche Sorgen von vielen seit letztem Jahr grundsätzlich anders zu bewerten sind.

  176. @Andreas Müller
    „Wo soll ich Hass geschürt haben?“ Ich finde zum Beispiel im Thread zu Mely Kiyak. Wo ja auch Beispielsweise einer Ihrer Kommentare von Herrn Niggemeier der „Ekligkeit“ geziehen wurde.

  177. @TH

    Danke! Hat wirklich einen hohen Unterhaltungswert. Früher war leider doch nicht alles besser – vor allem die Frisuren…

  178. Sehr interessante Filme. Was damals ähnlich war wie heute:
    – viel Veränderung
    – viele Zuzüge
    – Konkurrenz um alle möglichen Ressourcen: Wohnraum, Arbeitsplätze, Kredit,…
    Diese Ossis waren wahnsinnig lästig, weil sie alles bei uns toll fanden, sich an den Schaufensterscheiben der Bäckereien die Nase platt gedrückt haben, weil sie Kohl toll fanden und im Amt gehalten haben. Grauenhaft. Trotzdem habe ich keine Sekunde einen Bürgerkrieg in Westdeutschland befürchtet.
    Die Befürchtungen meines türkischen Kollegen waren damals völlig übertrieben, aber nicht unsinnig. Er hat geahnt, dass die Ostdeutschen den Status der Türken in Deutschland in Frage stellen würden, weil sie selbst wirtschaftlich unterprivilegiert, aber unbestreitbar Deutsche waren. Man könnte vielleicht sagen, dass er die Konflikte geahnt hat, für die heute PEGIDA steht.

  179. @Müller: Woher soll ich wissen, ob Ihr damaliger Arbeitskollege ein Rassist war oder Hass geschürt hat? Ich kenne ihn nicht. Seine Angst war aber offenbar unbegründet. Was genau wollten Sie mit dieser merkwürdigen Anekdote eigentlich sagen?

    @Jörg: Wenn Sie die verschiedenen Diskussionsstränge hier verfolgen, wird Ihnen auffallen, dass Müller kein Interesse an Verständigung hat. Dass ich trotzdem ab und zu auf seine Posts eingehe, liegt daran, dass manches aus meiner Sicht einfach nicht unkommentiert irgendwo herumstehen sollte.

  180. @Müller, #198 und #203:
    Was ist/war der Status von Türken in D., inwiefern könnte der von Ostdeutschen infrage gestellt werden, und ist dieser Status überhaupt etwas wünschenswertes? Mir ist nicht ganz klar, worauf das hinauslaufen soll.

    Möglicherweise hielt Ihr Kollege Ostdeutsche für eine andere ethnische Gruppe wie die Kurden in der Türkei, die gerne einen eigenen Staat hätten.
    Oder er hält Deutsche generell für aggressiv und kriegslüstern. Naja, wenn’s ihm hier nicht gefällt, es gibt bestimmt Menschen, die gerne mit ihm tauschen würden.

    Pegida steht, soweit ich das wahrnehme, einerseits für Leute, die schlechte Erfahrungen mit Veränderungen und – soweit in der DDR aufgewachsen – mit Medien gemacht haben und daher ein gewisses Misstrauen anderen Menschen gegenüber haben, und andrerseits für Leute, die neidisch werden, wenn Menschen, die fast alles verloren haben, mehr Mitleid erfahren als sie selbst.

  181. Aus meiner Sicht ist es nicht mehr erforderlich, auf Andreas Müller groß einzugehen. Man muss ihn nicht beschimpfen, man muss ihn nicht ernst nehmen, sondern nur stellen. Bei der Diskussion, um die es geht, den Vorwürfen gegenüber der Tagesschau, musste er, wenn seine These von der Manipulation und dem Verschweigen von Sexualmorden immer nur dann, wenn sie durch einen Flüchtling begangen werden, stimmen soll, belegen, dass die Tagesschau in vielen (!), nicht in ein paar Einzelfällen von Sexualmorden und anderen Verbrechen durch Nichtflüchtlinge berichtet hat. Nur darum geht es. Hat sie aber nicht, wie sie überzeugend dargelegt hat. Den gegenteiligen Beweis hat er seit Tagen nicht angetreten, also argumentiert er ohne Substanz. Einfach nicht ernst nehmen, dann hört er schon von selber auf. Wenn er nicht aufhört, löschen. Das ist dann Notwehr gegen einen Troll. Alles andere ist vergebliche Liebesmüh. Es ist das Kennzeichen von AfD-Anhängern sich der Realität zu verweigern. Da hilft keine Rationalität.

  182. @ Werner Kiby #206
    „seine These von der Manipulation und dem Verschweigen von Sexualmorden immer nur dann, wenn sie durch einen Flüchtling begangen werden“
    Es ist beeindruckend, wie ich mir von Ihnen die Worte im Mund umdrehen lassen muss. Jeder kann oben nachlesen, dass ich nichts davon gesagt habe.
    Schon unter #18 habe ich klar gesagt, dass man das so machen kann, dass man über einen einzelnen Mord nicht in der Tagesschau berichtet. Davon bin ich an keiner Stelle abgewichen.
    Wenn das aber eine Nachrichtensendung so macht, kann sie nicht in anderen regionalen Fällen vor Ende der Ermittlungen völlig ungesicherte Anschuldigungen gegen eine mögliche Tätergruppe bundesweit verbreiten und sich zum Schaufenster entsprechender Aktivisten machen.
    Dadurch hat die Tagesschau selbst massiv ihre Glaubwürdigkeit als um Sachlichkeit bemühte Nachrichtensendung beschädigt, sich zur Partei in einem Konflikt gemacht, der die Gesellschaft in zunehmend gefährlicher Weise spaltet. Nur in der Zusammenschau ist deshalb die Aufregung über den ausgebliebenen Tagesschau-Bericht zu verstehen. Natürlich haben zahllose Leute nach der Vorgeschichte extrem darauf geachtet, ob und wie die Tagesschau über Freiburg berichtet.
    So brechen Stück für Stück alle Institutionen und Plattformen zusammen, in denen sich die Gesellschaft als Ganzes noch darüber einigen könnte, was Fakten sind und was nicht. Ich muss hier nicht vertiefen, wohin das führt.

  183. Die Tagesschau hat sicherlich schon einmal gegen ihre eigenen Prinzipien verstoßen. Selbst dem Heiligen Stuhl ist das schon passiert. Sie, Müller, listen hier ein oder zwei Fälle auf. Die Tagesschau-Redaktion sendet an 365 Tagen, insgesamt sind das mehrere tausend Sendungen pro Jahr.

    Ihre These, die Tagesschau habe durch einen einzigen Bericht „massiv ihre Glaubwürdigkeit beschädigt“, „sich zur Partei gemacht“ etc. pp – und NUR deswegen sei die Aufregung jetzt in Sachen Freiburg zu verstehen – tschuldigung, aber das ist so lächerlich bemüht wie gleichsam verlogen.

    Die Kommentarstränge bei Übermedien scheinen für Sie wohl eine Art Übungsfeld für neurechte Rabulistik-Taktiken zu sein. Sie reißen Dinge aus dem Zusammenhang, Sie zitieren falsch, Sie unterstellen.

    Auf Dauer ist das erschöpfend. Man ist versucht, Ihnen eine Zeitlang zu folgen, Ihnen zu widersprechen, aber irgendwann verliert man die Lust. Ich denke, Ihnen werden hier die Sparringspartner ausgehen. Sie sollten beizeiten nach alternativen Trainingsstätten Ausschau halten.

  184. @Müller: „Wir wollen hier beim Thema bleiben: Wann berichtet die Tagesschau und wann nicht?“

    Bleiben wir doch beim Thema – die Tagesschau hat schon wieder nicht berichtet – den gestrigen Mord an einer 83-jährigen in Essen-Katerberg. Ihr Sohn wurde zudem schwer verletzt. Der Täter: Der Enkel der alten Dame, sein Name ist Markus M.:

    http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/polizei/toedliches-familiendrama-in-kleingarten-49218664.bild.html

    Würden Sie kurz – in Ihren eigenen Worten, nicht dass Ihnen wieder jemand Böses das Wort im Mund herum dreht – erläutern, wie das Nichtberichten in Ihrer „Gesamtschau“ zu bewerten ist, insbesondere im Kontext zu den von Ihnen immer wieder erwähnten Fall ‚Khaled‘ ?

    „So brechen Stück für Stück alle Institutionen und Plattformen zusammen, in denen sich die Gesellschaft als Ganzes noch darüber einigen könnte, was Fakten sind und was nicht. Ich muss hier nicht vertiefen, wohin das führt.“

    Doch, bitte. Vertiefen Sie mal bitte, wohin das neueste Nichtberichten der Tagesschau über einen Mord mit deutschem Täter und deutschem Opfer führt.

  185. Was für eine Menge Kommentare. Habe nicht alle gelesen, Komme aus Freiburg.
    Zitat:
    „Leser:
    „Relevant ist nicht, was viele Menschen interessiert, sondern was viele Menschen betrifft oder angeht.“
    Das ist eine gute Unterscheidung. Meinen Sie, dass das Verbrechen in Freiburg zwar viele Menschen interessiert, aber die meisten nichts angeht?
    Niggemeier : Ja.“

    Ich stimme Niggemeier zu. Die vielen Morde, die in diversen Regionen stattfinden, gehen mir am Arsch vorbei. Interessant wird es erst, wenn eine allgemeine Tendenz festgestellt wird, die für die Allgemeinheit wichtig wäre – z.B. organisierte Kriminalität, Morde im Namen der Ehre, organisierte Flüchtlingskriminalität.

    Man kann es ganz kurz machen: Dieser Mord interessiert nur wegen des Täters. Der Hype in Freiburg in den Kommentaren der Badischen Zeitung, in Hassmails, die auch täglich in das Bürgermeisterbüro eintreffen sprechen eine deutliche Sprache.

    Der Chefredakteur der Zeitung hat sich zudem der allgemeinen Regelung gebeugt und in der Sendung Markus Lanz nur von „die“ gesprochen, als es um eine angebliche NogoArea ging und „die“ kriminelle unbegleitete minderjährige Flüchtlinge meinte, ein Generalverdacht, der so nicht real ist. Die Mehrheit der UMA ist nicht auffällig. Das wird nicht mehr berichtet. Die Zeitung driftet deutlich nach rechts und macht einen ähnlichen Kotau wie die Tagesschau. Das ist erst verstärkt seit etwa 1 Jahr.

    Zeitgleich ist in Freiburg ein Mann zu Tode gekommen, der nachts nahe der Innenstadt in eine Telefonzelle gepinkelt hat. Totgeprügelt. 2 italienische Männer, Vater und Sohn, haben sich der Polizei gestellt. Es wird ermittelt. Der Mann starb an den inneren Verletzungen durch Schläge verursacht. Die Männer streiten das nicht ab, stellen aber den Verlauf anders dar.

    Diese Nachricht bewegt in Freiburg niemanden, wenn man die Kommentare anschaut. Wird auch nicht mehr berichtet. Ausländer, Totschläger, ein Penner? Fabuliere ich – wir wissen nichts. Das Schweigen zeigt deutlich: Das „Volk“ will jemand hängen sehen und der ist eindeutig. Der Flüchtling. Die Zeitung macht mit. Darauf angesprochen: Schweigen. Weitere 5 Morde vor einiger Zeit – sehr ungewöhnliche Anzahl für das beschauliche Freiburg – schrecklich, aber kein Hype.

    Geradezu komödienhaft ist die Tatsache, dass ein ähnlicher Hype vor kurzem wochenlang die Kommentare in Freiburg hochtrieb: Der verweigerte Handschlag strenger Muslime im öffentlichen Bereich. Festgemacht an Schülern in Basel, auch in Freiburg. Das Tabu der Berührung zwischen den Geschlechtern – was auch bei orthodoxen Juden so ist – peitschte die Gemeinde der besorgten Bürger hoch in eine Hysterie, die das Nichtanfassen als unannehmbar, rigide, prüde, frauenfeindlich etc. stigmatisierte, wobei die jüdische Frage geflissentlich in Schweigen versank.
    Jetzt sieht die gleiche Gemeinde rechter Hetzer die gleichen Menschen als Tiere mit lüsternen Blicken, sexgeil und triebhaft.
    In diesem Zusammenhang ist das Einknicken der ARD besorgniserregend. Genauso wie die täglichen Polizeimeldungen in der BZ – längere Tradition – die ich völlig uninteressant finde. Es peitscht nur Sensation und Unsicherheitsgefühl auf. Macht eine jährliche Zusammenstellung mit deutlicher Differenzierung nach Tätern, Merkmalen wie Nationalität, das reicht völlig. Aktuelle Warnungen vor Bandeneinbrüchen reichen völlig aus. Alles andere ist Kriegsberichtserstattung zur Kriegsvorbereitung. Schluss damit.

  186. (207) Andreas Müller

    Hier der Wortlaut Ihres Kommentars in (18):
    “Kann man so machen. Aber dann bitte in Zukunft auch nicht mehr über kleinere Fälle berichten, bei denen niemand geschädigt wurde und noch kein Täter überführt ist:
    https://www.tagesschau.de/inland/anschlaege-fluechtlingsunterkuenfte-
    Sie setzen hier die Berichterstattung über ständig stattfindende Attacken auf Flüchtlingsheime, ein national relevantes Thema, mit der Berichterstattung über einen Sexualmord von regionaler Bedeutung gleich. Ihr zustimmendes Eingangssätzchen ist insofern unglaubwürdig, weil Sie schon im nächsten Satz Ihre Zustimmung zur Redaktionslinie der “Tagesschau“ relativieren.

    Zitat: “Wenn das aber eine Nachrichtensendung so macht, kann sie nicht in anderen regionalen Fällen vor Ende der Ermittlungen völlig ungesicherte Anschuldigungen gegen eine mögliche Tätergruppe bundesweit verbreiten und sich zum Schaufenster entsprechender Aktivisten machen.“

    Auch diese Stellungnahme zeigt, dass Sie in Wahrheit das Kriterium der “Tagesschau“ ignorieren, nur über solche Einzelfälle zu berichten, die in einen größeren politischen Zusammenhang gehören oder gehören könnten. Das ist in Ihrem Beispiel der Fall.
    Ein anderes beispie: Es bestand das journalistische Gebot, über die in einzelnen Regionen Deutschlands geschehenen sogenannte Dönermorde zu berichten, sobald der Verdacht aufkam, dass es sich um zusammenhängende Verbrechen handeln konnte.
    Was konkret werfen Sie denn nun eigentlich der “Tageschau“ vor? Wenn es das Berichten mit zweierlei Maß ist, was ist dann der unterschiedliche Maßstab? Können Sie das in 3-5 Sätzen nochmal so klar formulieren, dass man Ihre eigentliche Position verstehen kann?

  187. (190) TH

    Ein Auszug aus dem Artikel Bittners:
    “Im Jahr 2015 gab es laut Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) in Deutschland 29.886 Tatverdächtige, denen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung vorgeworfen wurden (die Zahl der angezeigten Straftaten in diesem Bereich hat sich im Vergleich zu 2014 nicht erhöht.) In gut 20 Prozent dieser Fälle waren die Verdächtigen ausländische Staatsbürger. Das ist ein deutlich überproportionaler Anteil, denn der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung beträgt lediglich gut 10 Prozent. Allerdings zählt die Kriminalitätsstatistik alle Nicht-Deutsche, auch Touristen, Saisonkräfte, ausländische Studenten.
    Innerhalb der Deliktgruppe fällt eine Begehungsform als besonders häufig von Ausländern verübt auf: In den angezeigten Fällen von Vergewaltigung durch Gruppen (Gesamtzahl: 341) waren 48 Prozent der Verdächtigen Nicht-Deutsche. Von den in absoluten Zahlen 341 Verdächtigen waren 45 Asylbewerber.
    Ist es Hetze gegen Flüchtlinge, diese Statistik zu zitieren? Wer so argumentiert, muss noch dringender finden, dass es Hetze gegen Männer wäre, denn immerhin sind die Verdächtigen zu fast hundert Prozent männlich. “

    Ich lese erstens: 2015 hat sich die Zahl der ANGEZEIGTEN Straftaten gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht gegenüber 2014 NICHT erhöht. Die Zahl der verdächtigten Täter lag bei knapp 30.000. Über die Zahl der verdächtigte Täter in 2014 wird nicht berichtet. Tatsache ist aber auch, dass 2015 890000 Ausländer mehr in Deutschland waren als 2014.

    Ich lese zweitens: 20% der Verdächtigten waren Ausländer aller Art, Touristen, Saisonkräfte, ausländische Studenten. Da 2015 insgesamt nur 10% Ausländer in Deutschland wohnten, ist das ein überproportionaler Anteil. Es stellt sich sofort die Frage: Hat das etwas mit den Flüchtlingen von 2015 zu tun? Wie waren die Zahlen 2014? Dazu schreibt Bittner nichts. Auch nicht dazu, ob in den 10% Ausländeranteil die zusätzlichen 890 000 Neuankömmlinge enthalten sind.

    Ich lese drittens: Bittner differenziert zwischen allgemeinen Verletzungen des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung und einer besonderen “Begehungsform“, der Gruppenvergewaltigung. Es gab 341 angezeigte Fälle von Gruppenvergewaltigungen, der Ausländeranteil betrug dabei 48%. Ein deutlich überproportionaler Anteil von ausländischen Tatverdächtigen

    Und nun wird’s aus meiner Sicht ungenau. Für die 341 angezeigten Straftaten wurden 341 Täter als Verdächtige ermittelt, davon 45 Asylbewerber. Zwei Fragen: Wie kann es sein, dass bei 341 Gruppenvergewaltigungen nur gegen 341 Tatverdächtige ermittelt wird? Vermutlich habe ich etwas falsch verstanden. Und wie waren die jeweiligen Zahlen 2014?

    Fazit aus meiner Sicht: Bittner argumentiert mit unvollständigen Zahlen, die kein Urteil darüber zulassen, ob die Situation sich 2015 aufgrund der 890000 zusätzlichen Flüchtlinge verschärft hat. Aber genau hierum geht es ja in der jetzigen Diskussion. Hat sich die Sicherheitslage 2015 gegenüber 2014 wegen der Willkommenspolitik Merkels verschärft.? Hat es signifikant mehr verdächtige Täter und Delikte gegeben? Mehr Sexualdelikte zum Beispiel? Das ist ja die These: Durch den unkontrollierten Zustrom von 2015 hat sich sowohl die Kriminalitätsrate erhöht als auch das allgemeine Risiko. Das wird ja von der AfD und den Gegnern der Asylpolitik laufend behauptet.

    Der Beitrag Bittners widerlegt die These nicht noch bestätigt er sie. Ganz einfach, weil die Vergleichszahlen nicht vollständig vorhanden sind.

    Was man aber selbst als statistischer Laie herauslesen kann: Wenn bei fast einer Million mehr Ausländern als 2014 sich die Zahl der angezeigten Straftaten in diesem Bereich sich nicht erhöht hat, also die Kriminalitätsrate die gleiche geblieben ist, und das schreibt Bittner eingangs, dann muss man statistisch gesehen von einem Sinken und nicht von einem Anstieg ausgehen. Das meine ich zumindest und lasse mich gerne belehren, wenn ich Wichtiges übersehen habe. Mir geht es nicht darum, Flüchtlinge generell in Schutz zu nehmen, sondern zu prüfen, ob sachlich und auf der Grundlage von Fakten berichtet und geurteilt wird.

  188. „Auch diese Stellungnahme zeigt, dass Sie in Wahrheit das Kriterium der “Tagesschau“ ignorieren, nur über solche Einzelfälle zu berichten, die in einen größeren politischen Zusammenhang gehören oder gehören könnten.“
    Ich ignoriere dieses Kriterium der Tagesschau nicht, sondern ich halte es in jedem Fall für falsch angewendet, so lange keine soliden Ermittlungsergebnisse vorliegen. Wenn es größere Zusammenhänge gibt, dann kann man sich auch auf Taten konzentrieren, in denen die Ermittlungen erfolgreich abgeschlossen und die Täter bekannt sind.
    Die Verbreitung von Gerüchten ist kein Journalismus, den ich in der Tagesschau erwarte, völlig unabhängig vom Zusammenhang. Man könnte in beiden Fällen, die ich genannt habe (Khaled und Handgranate), auch von „Fake News“ sprechen und würde es auch tun, wenn sie in gleicher Weise (aber mit umgekehrtem Vorzeichen) von Breitbart oder Ulfkotte verbreitet worden wären.
    Eine Frage: sollte sich in den 2016er Zahlen zeigen, dass es ein Problem mit sexuellen Übergriffen von Flüchtlingen gibt, würden Sie es dann unterstützen, wenn über einen noch nicht aufgeklärten Sexualmord in der Tagesschau berichtet wird? Würden Sie dann in der Tagesschau über Mahnwachen berichten wollen, die behaupten, dass es garantiert wieder Flüchtlinge gewesen sind? Würden Sie über die Anzeige eines AfD-Bundestagsabgeordneten berichten, der behauptet, dass die Polizei schlecht ermittelt, weil sie die Wahrheit vertuschen will? Ich kann mir das eher nicht so vorstellen, aber beides ist im Fall Khaled passiert.

  189. (214) Andreas Müller
    Danke für die Entgegnung.
    Zitat: “Ich ignoriere dieses Kriterium der Tagesschau nicht, sondern ich halte es in jedem Fall für falsch angewendet, so lange keine soliden Ermittlungsergebnisse vorliegen. Wenn es größere Zusammenhänge gibt, dann kann man sich auch auf Taten konzentrieren, in denen die Ermittlungen erfolgreich abgeschlossen und die Täter bekannt sind“

    Soll das heißen, es darf solange z.B. nicht über sehr häufig vorkommende Angriffe auf Flüchtlings-Unterkünfte berichtet werden, solange nicht klar ist, wer die Täter sind? Ist Ihnen die Konsequenz Ihrer Forderung klar? Das ist letztlich eine Nachrichtensperre, die auch deshalb nicht notwendig ist, weil die Täter in der Regel einer bestimmten Gruppe von Deutschen zugeordnet werden können und es sich um ein deutschlandweites Phänomen handelt. Das sollten Sie doch allmählich mal konzedieren. Während es sich bei einem Sexualmord eben nicht um ein solches Phänomen handelt. Auch das könnten Sie ehrlicherweise konzedieren. Wir kommen nämlich nur deshalb nicht weiter.

    Zitat: “Eine Frage: sollte sich in den 2016er Zahlen zeigen, dass es ein Problem mit sexuellen Übergriffen von Flüchtlingen gibt, würden Sie es dann unterstützen, wenn über einen noch nicht aufgeklärten Sexualmord in der Tagesschau berichtet wird? “

    Nein, das würde ich nicht, weil Sexualmorde kein besonderes Merkmal von Flüchtlingen sind. Also kann bei keinem Sexualmord automatisch davon ausgegangen werden, dass Flüchtlinge beteiligt sein müssen. Wir haben es mit dem ersten oder zweiten spektakulären Verbrechen zu tun, und nichts ist bisher aufgeklärt, aber für die AfD und Sie ist schon alles klar. Es hat übrigens in Freiburg vor diesem Mordfall 5 vergleichbare Fälle gegeben, an denen Deutsche beteiligt waren. Welche Konsequenz hat die AfD daraus abgeleitet? Hat sie in jedem der Fälle gegen die Nichtberichterstattung in der ARD protestiert? Hat sie gesagt, bei Deutschen ist die Gefahr von schweren Sexualverbrechen oder Tötungsdelikten ein strukturelles Problem? Das ist ja gerade die neue perfide Sprachregelung der AfD, sie definiert jetzt Sexualverbrechen demagogisch um als ein “strukturelles Problem“ von Flüchtlingen, um suggerieren zu können, Flüchtlinge seien überproportional an schweren Sexualstraftaten beteiligt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Quote beträgt unter ein Prozent. Zum Fall “Khaled“ ist inzwischen so viel von anderen gesagt worden, dass ich darauf nicht auch noch eingehen will. Ich denke, wir haben unsere gegenteiligen Ansichten sachlich ausgetauscht und sollten es dabei belassen. Danke.

  190. „…solange nicht klar ist, wer die Täter sind?“
    sollte man nicht so tun, als wäre klar, wer die Täter sind und wer dafür verantwortlich ist. Es hat Dutzende Anschläge gegen Flüchtlingsheime gegeben, bei denen die Täter entweder kriminelle Firmen (Vorra, Villingen-Schwenningen,…) oder „schutzbedürftige“ Bewohner selbst waren. Bei weniger aufgeklärten Fällen waren die Täter Anwohner, Rechte oder rechte Anwohner. Trotzdem wird das fast immer zunächst dem „rechtsradikalen Pack“ zugeschrieben.
    Die ganz große Masse der Brände ist schlicht und einfach gar nicht aufgeklärt. Das kann man nicht einfach unter den Teppich kehren.

  191. (216) Andreas Müller

    “…oder „schutzbedürftige“ Bewohner selbst waren.“

    Ja, das kam vor, Sie haben recht, ich denke auch, dass es in den meisten Fällen die Flüchtlinge selber sind, die sich das Dach über dem Kopf anzünden. Dann haben sie es schön warm bei diesem kalten Wetter.
    Und freuen sich so sehr wie Sie, dass die Aufklärungsquote so gering ist.

    Und dabei hatte ich Ihnen doch den freundlichen Vorschlag gemacht, dass wir sachlich voneinander scheiden…

  192. 216:

    Relativieren, kleinreden, alles wie gehabt. Da hüpft einer von Freiburg nach Sachsen, und am Ende zweifelt er daran, dass es überhaupt nennenswerte Angriffe von rechts gibt. Solche Argumentationen kann man auf den Seiten von Kopp lesen, man kann sie bei PI lesen, auf zahllosen rechtsextremen Seiten, und man kann das – dank Müller – auch hier lesen.

    Eine seriöse Statistik dazu kann er nicht vorlegen, wozu auch, es reicht ja ein allgemeines Geraune, sollen doch die anderen versuchen, das Gesagte Stück für Stück zu widerlegen. Um dann irgendwann neue Thesen aufzustellen. Und immer weiter. So führt er die Diskussion. Stets ein neues Stöckchen hinhalten, über das die anderen hüpfen können. Ein moderner Troll.

  193. @216: „Die ganz große Masse der Brände ist schlicht und einfach gar nicht aufgeklärt. Das kann man nicht einfach unter den Teppich kehren.“
    Natürlich nicht, also her mit der Statistik zu Ihrer Behauptung. Danke!

  194. (216) Andreas Müller
    Soeben frisch aus der Lügenpresse, diesmal der SZ:
    “9. Dezember 2016, 09:50 Uhr
    Sachsen
    Mutmaßlicher Bombenleger von Dresden gefasst
    Am 26. September detonierten in Dresden zwei Sprengsätze, einer davon vor einer Moschee – verletzt wurde niemand.
    Nun hat die Polizei einen 29-Jährigen als Verdächtigen verhaftet.
    Er soll auf einer Pegida-Veranstaltung gegen Ausländer gehetzt haben.“
    Natürlich gilt der Mann noch als unschuldig. Wir wissen ja, was sich gehört.

    Schuldfragen stelle sich hier jedoch meist nicht mehr:

    Am 22. August 1980 starben die beiden Vietnamesen Ngoc Nguyen und Anh Lan Do nach einem Brandanschlag der Deutschen Aktionsgruppen um Manfred Roeder auf ein Hamburger Übergangsheim für Flüchtlinge.
    Am 26. September 1980 das Oktoberfestattentat: Durch die Explosion einer Bombe am Haupteingang des Oktoberfests in München starben 13 Menschen, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer.
    Am 19. Dezember 1980 wurden der Verleger Shlomo Lewin und dessen Freundin Frieda Poeschke in Erlangen durch Uwe Behrendt, ein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann, umgebracht.
    Am 1. Januar 1981 wurde im Kreis Ludwigsburg Sydi Battal Koparan (44) von Anhängern des rechtsextremen Motorradclubs „Stander Greif“ erschlagen. Nach der Tat zogen die Skinheads durch den Ort und schrien dabei: „Wo wohnen hier noch Scheißtürken?“
    Am 29. Mai 1981 kam es zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen ANS-Mitgliedern. Der 28-jährige Friedhelm Enk, der von mehreren Gesinnungsgenossen begleitet wurde, holte den 25-jährigen ANS-Aktivisten Johannes Bügner aus einer Gaststätte und ermordete ihn mit 20 Messerstichen an der Stadtgrenze von Hamburg. Grund für die Tat war die Homosexualität des Opfers. Enk gestand nach seiner Verhaftung die Tat und wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt.
    Im Mai 1982 erstach ein Mann in Garbsen seinen indischen Nachbarn, weil die Familie, welche er als „Kanakerpack“ bezeichnete, einen Kinderwagen im Kellergang abgestellt hatte.
    Im Juni 1982 wurde in Norderstedt Tevik Gürel erschlagen. Vor der Tat sollen die Skinheads „Ausländer raus!“ geschrien haben.
    Am 24. Juni 1982 erschoss der Neonazi Helmut Oxner bei einem Amoklauf in Nürnberg drei Menschen (William Schenck, Rufus Surles und Mohamed Ehap). Weitere drei Menschen wurden verletzt.
    Am 16. Oktober 1982 wurden Adrian Maleika und seine Freunde auf dem Weg zum Spiel des Hamburger SV gegen Werder Bremen von Skinheads und gewalttätigen HSV-„Anhängern“ des Fanclubs „Die Löwen“ mit Gaspistolen, Leuchtmunition, Knüppeln und Mauersteinen angegriffen. Maleika flüchtete in ein Gehölz, wo ihn ein Skinhead entdeckte, einen Stein an seinen Kopf warf und ihn brutal zusammentrat. Adrian Maleika verstarb einen Tag später im Krankenhaus des Hamburger Stadtteils Altona an einem Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen.
    Nach einem Brandanschlag der Gruppe Ludwig am 7. Januar 1984 in München erlag einige Monate später das 20-jährige Barmädchen Corinna Tatarotti ihren Verbrennungen.
    1984 schoss ein Mitglied der türkischen Grauen Wölfe in Berlin auf Fatma E. und ihre Rechtsanwältin Seyran Ateş. Fatma E. starb, Seyran Ateş wurde lebensgefährlich verletzt.
    Am 25. Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakcı (29) von drei Neonazi-Skinheads in Hamburg erschlagen.
    Am 24. Dezember 1985 erlag der aus der Türkei stammende 26-jährige Ramazan Avcı (1959–1985) seinen Verletzungen, nachdem er drei Tage zuvor in Hamburg-Hohenfelde von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen worden war. Vorausgegangen war eine Hetzjagd, in deren Verlauf Avcı von dem Auto, mit dem ihn die fünf Neonazis und seine beiden Begleiter verfolgten, angefahren wurde, als er in einen Bus flüchten wollte. Die Skinheads schlugen und traten daraufhin auf den am Boden Liegenden so schwer ein, dass er ins Koma fiel und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag
    Am 3. Februar 1987 wurde der 17-jährige Nazi-Skinhead Gerd-Roger Bornemann von vier ihm bekannten Neonazis aus dem Spektrum der FAP in Hannover ermordet.
    Am 19. August 1987 wurde der 20-jährige iranische Flüchtling Kiomars Javadi in Tübingen (Baden-Württemberg) nach einem vermeintlichen Diebstahl von Angestellten eines Supermarktes festgehalten und misshandelt. Der 18-jährige Lehrling Andreas U. hatte ihn für 18 Minuten in einen Würgegriff genommen. Laut Gerichtsmedizinern war Kiomars bereits nach vier bis sechs Minuten tot.
    In der Nacht vom 19. auf den 20. September 1987 gegen 23 Uhr wurde in Staßfurt (Bezirk Magdeburg) der mosambikanische Lehrling Carlos Conceicao (* 1969) durch einen rassistischen Mob getötet.
    In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1988 steckte der 19-jährige Auszubildende Josef Saller, Mitglied der Neonazi-Organisation Nationalistische Front, aus rassistischen Gründen in der Schwandorfer Innenstadt ein Haus in Brand, in dem vorwiegend Türken wohnten. Vor Gericht sagte der 19-jährige Täter: „Ich hasse Ausländer.“ Durch den Brandanschlag verloren vier Menschen ihr Leben. Der Arbeiter Osman Can (49), seine Ehefrau Fatma (43), sein Sohn Mehmet (11) und der Akustiker Jürgen Hübener (47) verbrannten bzw. erstickten.
    Am 12. Mai 1989 wurde der Familienvater Ufuk Şahin im Märkischen Viertel niedergestochen und verstarb. Der Täter gab als Motiv das orientalische Aussehen seines Opfers an. Rund 7000 Menschen nahmen am darauf folgenden Trauermarsch teil. Dieser wurde durch Neonazis gestört. Quelle: Wikipedia

    Die zwei, drei Attentate von IS-Anhängern in Deutschland bisher sind Fliegenschiss dagegen.

    Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Ansichten, Herr Müller. Aber auch lesen, selbst wenn’s wehtut. Und hinterher nicht behaupten, Sie hätten von nix gewusst und nix sei aufgeklärt

  195. (220) Zum eigenen Beitrag um 10:25
    Ich schrieb :
    “Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Ansichten, Herr Müller.“
    Ich wollte schreiben “Einsichten“. Denn der Satz ist ja ein Plagiat. Aber “Ansichten“ passt besser.
    Denn ich habe im Dialog mit Herrn Müller nur Ansichten kennengelernt, aber keine Einsichten erlebt. Und das macht das Diskutieren verdammt schwer. Wird er mir natürlich auch vorwerfen.
    Genug der Polemik.

  196. @Müller, #216:
    „Die ganz große Masse der Brände ist schlicht und einfach gar nicht aufgeklärt. Das kann man nicht einfach unter den Teppich kehren.“

    Wird es ja auch nicht, von daher ist Ihre Besorgnis unbegründet.
    Der Anschlag auf den Sikh-Tempel hätte eine Lügenpresse, die diesen Namen auch verdient, ja einfach den „üblichen“ Verdächtigen zugeschrieben.

    Letztens kam in der hiesigen Tageszeitung ein Bericht über einen Flüchtling und Familienvater, der mutmaßlich eine Studentin vergewaltigt hat.
    Sicher ein klares Argument dagegen, Leute nach D. kommen zu lassen. Wäre die Studentin in China geblieben, wo sie herkommt, wäre ihr das ja nicht passiert.

  197. Herr Niggemeier, ich schätze Sie als einen Journalisten, der bereit ist, Dinge von mehreren Seiten zu betrachten. Man sollte versuchen, das rechte Denken zu verstehen. Das sollte sich lohnen, wenn doch rund 50 % der Bevölkerung konservativ und rechts denken…
    Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass seit September 2015 eine große Anzahl an Fremden ins Land gelassen wurden. Die Gegner dieser Entscheidung sagen von Anfang an, dass sie das nicht wollen, dass sie wollen, dass die Migranten draußen bleiben müssen, weil dies unweigerlich zu Problemen und Verbrechen führen wird.
    Die Befürworter der Flüchtlingspolitik wollten nichts von dieser Begründung hören, sie wollten die Fremden reinlassen. Die Gegner sagen nun, mit dem Verbrechen ist das eingetreten, was zu erwarten war, daher hätten sie die Migranten von vorne herein auch nicht ins Land gelassen. Die Befürworter sagen, auch soe hatten mit Problemen un Verbrechen gerechnet. Sie hatten es aber billigend in Kauf genommen, dass dann Verbrechen passieren. Das sind die menschlichen Opfer für diese Politik. Aber das war es den Befürwortern wert, denn dadurch konnte weit mehr Menschen geholfen werden. Die Gegner sagen, das ist es nicht wert. Viele Verbrechen wäre zu verhindern gewesen, wäre die Grenze geschlossen geblieben. Wäre unserer Regierung die Sicherheit jeden einzelnen Bürgers wichtiger gewesen als die Bereitschaft, einer riesigen Zahl von Migranten Asylbeantragungen zu ermöglichen, dann wäre das nicht passiert.
    Was bedeutut das also zusammenfassend?
    Es ist tatsächlich für beide Gruppen, die Gegner und die Befürworter, wichtig zu erfahren, welche Schäden/Verbrechen/Kosten/Einschränkungen/Abnahme der Sicherheit durch die Flüchtlingspolitik entstehen. Denn damit ist ein Urteil darüber möglich, ob diese Entscheidung richtig war oder nicht, und ob daraus Konsequenzen für die Zukunft nötig sind.
    Auch die Anschläge auf die Flüchtlingsheime sind eine Folge dieser Politik. Auch eine politische Polarisierung der Gesellschaft ist eine Folge dieser Politik. Wenn wir die Flüchtlingspolitik ehrlich beurteilen wollen, dann gehört jede Information dazu. Dann zählen keine Statistiken, sondern jedes zusätzlich Verbrechen, das dadurch auf unserem Staatsgebiet stattfindet, das sonst nicht stattgefunden hätte.

  198. @ WERNER KIBY #220
    „Mutmaßlicher Bombenleger von Dresden gefasst“
    Lassen Sie uns einfach abwarten, was die Tagesschau über diesen großen örtlichen Fahndungserfolg berichtet, bevor wir darüber sprechen.
    Auch bei der Liste von Verbrechen, die Sie uns (gewiss mit großer Mühe) zusammengesucht haben, fehlt mir ein wenig der rote Faden und vor allem der Bezug zur Tagesschau, zum Thema dieses Beitrags. Wollen Sie mir sagen, dass zu allen diesen grausamen Taten nicht oder falsch berichtet worden ist? Das kann ich mir nicht vorstellen: so schlecht waren die damals nicht. Da ist ganz sicher weitgehend korrekt berichtet worden.

    @ DERMAX #219
    Laut einer Meldung der Tagesschau wurden 2015 27% aller Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte aufgeklärt. Im selben Bericht steht aber auch, dass 901 von „über 1000“ (genauer: 1005) Taten verschiedener Art durch „rechts motivierte Täter“ verübt worden sind. Der mitdenkende Leser fragt sich, wie das sein kann ohne eine Aufklärungsquote von 901/1005=89,5%. Des Rätsels Lösung findet er hier: „Anschläge auf Flüchtlingsheime, sagt der Soziologe Sasa Bosancic, würden inzwischen oft als legitimer Widerstand definiert…Teilen viele diese Einstellung, entsteht die berühmte Mauer des Schweigens, welche die Suche nach Verdächtigen ins Leere laufen lässt“. In diesem Fall war es aber illegitimer Widerstand eines aus dem Kosovo stammenden Bauunternehmers gegen die Insolvenz. Auch der Soziologe unterschätzt eben die Buntheit der Brandstifterszene, und die Mauer des Erklärens hatte nicht nur in diesem Fall erhebliche Baumängel.

  199. @Bieger: „Dann zählen keine Statistiken, sondern jedes zusätzlich Verbrechen, das dadurch auf unserem Staatsgebiet stattfindet, das sonst nicht stattgefunden hätte.“
    Das verstehe ich nicht. Sind diese zusätzlichen Verbrechen etwa nicht Teil der Statistik? Und wenn dieser Flüchtling, der mutmaßlich eine deutsche Bürgerin umgebracht hat, nicht nach Deutschland gekommen wäre, glauben Sie nicht, dass es dann womöglich eine Griechin oder eine Türkin oder eine Libanesin oder gar eine Syrierin hätte treffen können? Und was wäre daran besser gewesen? Hauptsache uns geht’s gut?

  200. “ Dann zählen keine Statistiken, sondern jedes zusätzlich Verbrechen, das dadurch auf unserem Staatsgebiet stattfindet, das sonst nicht stattgefunden hätte.“

    Mal abgesehen davon, dass Statistiken genau für solche Zwecke geführt werden…

    Wie genau bestimmen Sie Verbrechen, die sonst nicht stattgefunden hätten?
    Und müssten Sie dann nicht sinnvollerweise auch die Verbrechen gegenrechnen, die dank der Einwanderer nicht stattgefunden haben?

  201. „Auch die Anschläge auf die Flüchtlingsheime sind eine Folge dieser Politik.“

    Wohlan, Frau Bieger, Sie können natürlich jeden Brandsatz als Notwehr einstufen, wenn Ihnen daran gelegen sein sollte. Und außerdem sollten Sie am besten noch ALLE Ausländer fortjagen, was meinen Sie, dann würde die Zahl der Verbrechen noch mehr sinken. Fangen Sie schon mal mit den Russlanddeutschen an, einer von denen wird bestimmt gemordet haben.

    Es ist das alte Muster in den Kommentarspalten. Wenn du glaubst, jetzt kommt nichts mehr, ballert von irgendwo ne Tanja her. Der gleiche rechte Müll, der schon irgendwo gesagt worden ist, aber halt noch nicht von allen. Auf dass die anderen Menschen sich wieder und wieder daran abarbeiten, bis sie es leid sind, müde sind, bis die rechten Dampfplauderer endlich relativ ungestört weitermachen können. Das funktioniert umso besser, desto enthaltsamer eine Moderation ist.

    Derweil ein Müller seine These – alles halb so wild mit den Brandanschlägen, es sind oft gar nicht die Rechten – mit 1 Fall belegen möchte. Das macht er dann im Prinzip immer so weiter, bis auch die, die trotz der Tanjas noch hier ausharren, ermattet das Kommentieren einstellen. Das Hijacking eines Threads ist halt leicht, wenn die Admins den Read-only-Modus als edle Haltung verstehen.

    [geht ab]

  202. @227 / Stefan Niggemeier

    Links sind ja spätestens seit dem Urteil des LG Hamburg auch nicht mehr so ganz unproblematisch…

  203. @Müller, #228:
    „Der mitdenkende Leser fragt sich, wie das sein kann ohne eine Aufklärungsquote von 901/1005=89,5%.“ Weil viele dieser Taten verfassungsfeindliche Symbole beinhalteten bzw. in Tateinheit mit ihnen ausgeführt wurden, evt.? So als Arbeitshypothese?
    Sie müssen nicht wissen, wer das Hakenkreuz an die Wand geschmiert hat, um die betreffende Person als rechtsextrem einzustufen.

  204. @Tanja Bieger: „Dann zählen keine Statistiken, sondern jedes zusätzliche Verbrechen, das dadurch auf unserem Staatsgebiet stattfindet, das sonst nicht stattgefunden hätte.“

    Ja, das ergibt natürlich total Sinn – „wenn wir die Flüchtlingspolitik ehrlich beurteilen wollen“.

    Und natürlich auch jede andere Politik. Zum Beispiel

    – die Familienpolitik: Wenn wir die ehrlich beurteilen wollen, müssen wir jedes einzelne Verbrechen (und natürlich auch sonst jede Straftat, neuerdings wird das ja gerne synonym verwendet und auch Diebstahl ist plötzlich ein „Verbrechen“, jedenfalls wenn er von Nichtdeutschen verübt wird) betrachten, das von einem in Deutschland von einem echten deutschen Menschen verübt wurde. Und dann kommen wir zu dem Schluss, dass wie besser aussterben – nur so lässt sich das Kriminalitätsproblem der Deutschen lösen. Wenn man ehrlich ist.

    – die Verkehrspolitik: wir müssen einfach mal ehrlich alle Schäden/Verbrechen/Kosten/Einschränkungen/Abnahme der Sicherheit betrachten, den/die Verkehr verursacht. Wenn wir dann ganz ehrlich sind, schaffen wir den Verkehr ab.

    Undsoweiter. Stimmt’s Tanja?

  205. @225: „Wenn wir die Flüchtlingspolitik ehrlich beurteilen wollen, dann gehört jede Information dazu. Dann zählen keine Statistiken, sondern jedes zusätzlich Verbrechen, das dadurch auf unserem Staatsgebiet stattfindet, das sonst nicht stattgefunden hätte.“
    Postfaktisch eben, bloss keine Statistiken, alles am einzelnen Fall, da kann man viel mehr Panik verbreiten, obwohl es ja nachweislich sicherer geworden ist in Deutschland trotz mehr Zuwanderung… und da kommen wir schon zum schönen Beispiel dafür:
    @228: erstmal danke für den Link, aber natürlich hebelt Ihr schöner Einzelfall alles andere aus, gelle?

  206. @ Mycroft #234
    „Sie müssen nicht wissen, wer das Hakenkreuz an die Wand geschmiert hat, um die betreffende Person als rechtsextrem einzustufen.“
    Diese Logik ist so simpel, dass auch der insolvenzbedrohte Bauunternehmer darauf gekommen ist. Auch der syrische Bewohner einer Unterkunft in Bingen hatte die glanzvolle Idee, einfach ein Hakenkreuz an die Wand zu schmieren, um den Verdacht hinter die Mauer des Schweigens zu lenken. Hakenkreuze scheinen im Integrationskurs früh durchgenommen zu werden oder es handelt sich um Vorbildung.

  207. @ Müller #238:
    Und Syrer und Kroaten können nicht rechtsextrem sein, weil…?
    Können sie.

    Das Verwenden von Symbolen verfassungsfeindliche Symbole wäre selbst dann verboten, wenn es von Menschen begangen wird, die keinen Rechtsextremismus unterstützen wollen, denn:
    „Die konkrete Absicht zur Unterstützung ist nicht notwendig.“
    Quelle:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Verwenden_von_Kennzeichen_verfassungswidriger_Organisationen

    D.h., Gesetzgeber und Rechtsprechung gehen davon aus, dass der Kroate und der Syrer Rechtsextremismus unterstützen, deshalb landen sie in der Statistik rechtsextremer Verbrechen.
    Ja, die armen Neo-Nazis, die mit Syrern und Kroaten in einem Topf landen.
    (Theoretisch stellt sich die Frage, was passierte, wenn ein radikaler Jaina ein Hakenkreuz an eine Wand schmiert. Andrerseits dürfen Jainas keiner Fliege was zuleide tun, von daher…)

  208. @ DERMAX #237
    „natürlich hebelt Ihr schöner Einzelfall alles andere aus“
    Ein Einzelfall steht zunächst neben vielen anderen Einzelfällen. Korrekt. Aber Sie wissen bestimmt, dass ein Gegenbeispiel absolut ausreichend ist, um eine allzu forsch aufgestellte Hypothese wie in #234 zu widerlegen.
    Grundsätzlich sollten wir uns hier gegenseitig nicht für ganz doof halten, würde ich gerne mal vorschlagen. #192 hatte ich eigentlich als Gelegenheit gesehen, da mal langsam hinzukommen. Es gibt keinen Zweifel, dass fremdenfeindliche Gewalt existiert und ein Übel ist. Und es gibt keinen Hinweis darauf, dass alle Flüchtlinge böse oder gefährlich sind. Es ist sogar relativ sicher anzunehmen, dass eine große Mehrheit von ihnen nur leben und in Ruhe gelassen werden will.

  209. @240: Selbstverständlich, und Verallgemeinerungen ohne Fakten sind natürlich auch von der anderen Seite unangebracht…

  210. … die erste Stellungnahme der Tagesschau: “ … nicht berichtet, weil es sich um ein regionales Ereignis handelte (oder so ähnlich), war schon befremdlich, also von hier aus, Atlantik, betrachtet.
    Wenn in Bangladesh ein Reissack umfällt, ist dies sehr wohl eine Meldung; … ist ja auch „überregional“ :-)

  211. danke an alle beteiligten (ausdruecklich auch herrn mueller) fuer die interessante diskussion hier.dafuer liebe ich das internet und so kann meinungsbildung erfolgen. auch wenn ich eher nicht muellers argumentation folgen kann, finde ich die ad hominem-vorwuerfe und diskussionsrausschmeisser-versuche gegenueber ihm, die eine handvoll male kamen, einfach nur peinlich. ich finde,das koennte man auch dem hausherrn ueberlassen. einfach mal das gefuehl, auf der richtig)en seite zu stehen runterschlucken! in diesem sinne gruesse an alle!

  212. „Hakenkreuze scheinen im Integrationskurs früh durchgenommen zu werden oder es handelt sich um Vorbildung.“

    Eher Vorbildung, aber vielleicht können Sie die in einem Integrationskurs für Deutsche ja nachholen (wobei ich irgendwie nicht glauben kann, dass Ihnen das wirklich neu ist): Über die rechtsextremen Ustascha können Sie hier https://de.wikipedia.org/wiki/Ustascha beginnen sich zu informoeren und dann raten Sie mal, wo Alois Brunner, Gustav Wagner, Franz Stangl und Walther Rauft ihren Lebensabend verbracht haben.

    „dass ein Gegenbeispiel absolut ausreichend ist, um eine allzu forsch aufgestellte Hypothese wie in #234 zu widerlegen.“

    Ah-ja, welche Hypothese kommt den in #234?

  213. @235 / Werner Kiby

    Da bin ich leider überfragt. Vielleicht kann Ihnen das LG Hamburg weiterhelfen. Aber damit weichen wir hier auch komplett vom Thema ab, das überlasse ich doch lieber den Experten.

  214. @someonesdaughter, #244:
    Die gemeinte Hypothese scheint meine Aussage zu sein, dass Hakenkreuzschmierereien in der Statistik als rechtsextreme Straftaten verbucht werden, auch wenn die Straftat nicht aufgeklärt ist, womit ich erklären wollte, wieso der Anteil „Taten mit rechtsextremen Hintergrund“ wohl größer ist als die Aufklärungsquote insgesamt.
    Die Gegenrede besteht jetzt darin, dass es min. zwei Fälle gibt, worin nicht-deutsche Täter Hakenkreuze verwendet hatten.
    Was meinerseits nicht bestritten wird, nur sagte die Tagesschau ja nicht, dass 90% aller flüchtlingsfeindlicher Übergriffe von „Deutschen “ verübt wurden, sondern von „Rechtsextremen“. Und Hakenkreuze werden nunmal als rechtsextrem eingestuft, ungeachtet der Nationalität des Schmierers, das ist nicht die Erfindung der Tagesschau, sondern ständige Praxis der Strafverfolgungsbehörden, die diese Statistiken erstellen und an die Tagesschau weiterleiten.
    Jetzt mag man es generell schlecht finden, dass Hakenkreuzschmierereien immer als rechtsextrem eingestuft werden, auch wenn der jeweilige Fall gar nicht aufgeklärt ist, aber naja. Einem Deutschen, der Hakenkreuze an irgendwelche Wände malt mit der Begründen, er sei ja gar nicht rechtsextrem, er wolle nur seine – aus völlig nicht-Nazi-Gründen begangenen – Brandstiftung den Neo-Nazis anhängen, würde man das auch nicht erlaben. Wieso sollten Syrer und Kroaten besser behandelt werden?

    Es gibt halt viel zu viele Rechtsextremisten im Ausland, die sollte man nicht hierher lassen.

  215. Man kann Hakenkreuze auch an eine Wand schmieren, um ganz einfach eine falsche Spur zu legen, so wie der kosovarische Bauunternehmer aus Vorra oder der Syrer aus Bingen. Das Gerede über den iranischen Nazi hatten wir auch auch schon beim Amoklauf von München. Das muss man nicht glauben, ist IMHO einfach nur eine Nebelkerze. Der Nazi muss in die bunte Zeit gerettet werden, und sei es als Elwetritsch der deutschen Innenpolitik.

  216. Genau, den Nazi gibt es nämlich gar nicht so oft. Wer weiß denn schon, wie viele kosovarische Bauunternehmer oder Syrer aus Bingen durchs Land ziehen und überall Hakenkreuze malen? Und die werfen bestimmt auch die vielen Brandsätze. Aber die Lügenpresse vernebelt das ja. Hätte man auch gleich drauf kommen können. Danke, Müller.

  217. „Das Gerede über den iranischen Nazi hatten wir auch auch schon beim Amoklauf von München. Das muss man nicht glauben, ist IMHO einfach nur eine Nebelkerze.“

    Ja nee, is klar. Zu dumm auch, dass der Mörder von München AfD-Sympathisant war. Aber wahrscheinlich sind diese Prachtexemplare von Abendlandverteidigern hier auch in Wahrheit Syrer und keine deutschen Serienvergewaltiger: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/neonazis-wegen-vergewaltigungsserie-vor-gericht-14173234.html
    Und die Tagesschau hat auch ich nicht darüber berichtet, höchst verdächtig! Und dann ist da noch die neueste Pleite von Dresden: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Nach-Gemkow-Anschlag-Mutmasslicher-Taeter-aus-rechter-Szene-artikel9705961.php Schon wieder einer dieser Nazi-Elwertritsche, zu dumm aber auch. Jetzt sind Sie wieder dran mit ‚muss mann nicht glauben‘ und ‚die anderen aber auch‘!

  218. „Es gibt solche Fälle und solche Fälle und sehr viel ungeklärte.“

    Die Statistik des Bundeskriminalamtes ist da recht eindeutig. Aber vermutlich sind die auch von einem Extrem ins andere gefallen.

    Wer an das Gelingen einer Querfront glauben möchte, der muss wohl zunächst das Ausmaß rechter Gewaltkriminalität verniedlichen. Man kann ja nicht erwarten, dass die Linken sich mit Leuten an einen Tisch setzen, deren Hände noch nach Brandbeschleuniger riechen.

  219. Der Querfront-Troll muss fortan ohne mich spielen.

    Zurück zur Sache – ein Kommentar von „Tagesspiegel“-Chefredakteur Lorenz Maroldt, Zitat daraus:

    „Verantwortungsvoller Journalismus muss diese Ängste ernst nehmen, selbst dann, wenn sie durch keine Statistik begründet sind. Aber er darf diesen Ängsten nicht reflexhaft erliegen. Eine schreckliche Tat wird nicht dadurch schrecklicher, dass sie ein Flüchtling begeht, und Journalismus wird nicht dadurch besser, dass er sich an jenen orientiert, die gar keine „ausgewogene“ Berichterstattung erwarten, die nicht „aufgeklärt“ werden wollen, sondern die nur das zur Kenntnis nehmen, was ihnen politisch passt. Ach ja, und ein Mord ist ein Mord, wenn am Ende eines Verfahrens ein Schuldspruch steht. Kein gutes Zeichen, dass daran erinnert werden muss.“

    http://www.tagesspiegel.de/politik/medienkritik-im-fall-freiburg-journalismus-darf-aengsten-nicht-einfach-erliegen/14961818.html

  220. „Aber nun, mit dieser massiven Einwanderung aus Syrien, aus dem Irak und aus Afghanistan, patrilinearen Systemen mit vom Start weg erhöhter Endogamie, wird das für Deutschland nicht zu bewältigen sein. Das wird Phänomene der Segregation, der Schichtenbildung und der Gewalt produzieren. Aber man darf den deutschen Pragmatismus nicht unterschätzen. Die deutsche Gesellschaft wird Möglichkeiten haben, sich zu organisieren, aber der Preis, der zu bezahlen sein wird, wird die Entstehung einer Kastengesellschaft sein, mit einem extrem harten politischen und polizeilichen System. Alles ist möglich.“
    http://www.forum-freie-gesellschaft.de/migration-schafft-kastengesellschaft-demographie-laesst-eu-und-euro-scheitern/

  221. Müller, #254:
    „Mit vom Start weg erhöhter Endogamie“ soll heißen, dass Syrer keine Afghanen heiraten? Falls ja, wird die Inzuchtdepression das Problem in ein wenigen Generationen lösen, da der „massive Zustrom“ ja nicht ewig anhalten wird.
    Und „patrilinear“ ist nicht viel wert, wenn man eh‘ nix zu vererben hat. Wäre bei Leuten aus matrilinearen Gesellschaften aber auch nicht anders.

  222. @ Mycroft #255
    Endogamie bedeutet, dass typischerweise innerhalb der Verwandtschaft geheiratet wird. Der Autor weist hier darauf hin, dass der Prozentsatz von Ehen zwischen Cousins und Cousinen in diesen Ländern Afghanistan und Syrien bei ca. 35% liegt:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2016/07/18/deutschland-im-manischen-modus/
    Alle Familienstrukturen Europas (mit Ausnahmen von Korsika) sind dagegen exogam, Ehen zwischen Verwandten also unerwünscht, im Falle von Cousins und Cousinen sogar genehmigungspflichtig oder verboten. Endogame Familienstrukturen in ihrer extremen Form gehen häufig mit einem Ehrenkodex einher, der zur Tötung von Delinquenten bei außerehelichen Beziehungen führt. Dass das mit dem Islam als Buchreligion nicht direkt zu tun hat (da haben islamische Gelehrte tatsächlich völlig Recht), zeigen zum Beispiel die Jesiden, die anfällig sind für sogenannte Ehrenmorde in Nordsyrien, im Nordirak, in den Kurdengebieten der Türkei, aber auch noch in Deutschland.
    Patrilinear beschreibt nicht nur eine Erbregel, sondern auch die Wertigkeit von Frauen gegenüber Männern. In patrilinearen Familiensystemen werden Frauen und Männer früh verheiratet und gehörte historisch oft die Tötung weiblicher Neugeborener zu den Mitteln der Bevölkerungskontrolle, wie der Autor hier ausführt:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2016/08/20/individuum-und-gesellschaft/
    Es ist eine Illusion zu glauben, dass Menschen, die so sozialisiert worden sind, dieses Wertesystem in einem Integrationskurs ablegen können. Wenn sie im Pulk einwandern noch viel weniger als wenn sie auf einer individuellen Basis einwandern und den Regeln des Aufnahmelandes stärker ausgeliefert sind.
    Die Integrationsprobleme, insbesondere in Bezug auf die Geschlechterbeziehungen, von Einwanderern aus dem Irak, Syrien und Afghanistan sind Anthropologen wie Emmanuel Todd bekannt. Sie werden durch die Familienstrukturen verursacht und haben nur indirekt mit dem Islam zu tun. Er weist an anderer Stelle darauf hin, dass seine eigenen jüdischen Vorfahren nach der Emanzipation von 1789 noch 5 Generationen benötigt haben, bevor die erste Frau einen nichtjüdischen Franzosen geheiratet hat (Die Endogamie ist in diesem Fall aber nicht mit patrilinearen Familienstrukturen verbunden)
    Er wirbt dafür, den arabischen Einwanderern in Frankreich ebenso viel Zeit zu lassen, bis sie vollständig assimiliert werden, schüttelt aber den Kopf über das Problem, das sich Deutschland im letzten Jahr mit der plötzlichen Masseneinwanderung aufgeladen hat.
    Vielleicht hilft Ihnen das ein wenig zu verstehen, dass die Befürchtungen in dieser Frage keineswegs rein populistisch und dumm sind, sondern einen sehr rationalen Kern haben.

  223. @Müller, #256:
    1. Heiraten zwischen Cousinen sind nicht mehr genehmigungspflichtig, außer bei Katholiken. Oder meinten Sie mit Endogamie nicht Verwandtenheirat, sondern Heirat in der eigenen sozialen, ethnischen und/oder religiösen Gruppe? Wie auch immer, ist erst dann mein Problem, wenn ich mich in eine Frau aus einer endogamen Gruppe verliebe.
    2. Ein Ehrenkodex hat mit Endogamie oder Exogamie wenig zu tun, das gibt es bei beiden. Ehrenmorde und Zwangsheiraten haben aber die Idee zum Hintergrund, dass eine Ehe zwischen zwei Menschen auch einen Vertrag zwischen zwei Familien darstellt, also gerade in exogamen Gesellschaften wird das genutzt, um die Familie in der Gesellschaft(sschicht) besser zu vernetzen, wodurch eine Heirat eine zu ernste Sache ist, um sie verliebten Jugendlichen zu überlassen. Muss man ganz sicher nicht gut finden, aber dieses System hat tatsächlich auch pragmatische Gründe statt reine Sozialisation oder Religion. Die romantische Welt von Romeo und Julia halt.
    3. Das Töten weiblicher Kinder ist in Gesellschaften verbreitet, in denen die Familie der Braut der Familie des Bräutigams Mitgift zahlen muss (hallo Indien, hallo China); im arabischen Raum ist das genau umgekehrt, weshalb dort eher selten Mädchen umgebracht werden. (Sie mögen jetzt einwenden, dass eine höhere Wertigkeit von Frauen in arabischen Ländern gegenüber Frauen in Indien oder China nicht direkt schon dasselbe ist wie Gleichberechtigung, aber meine Wahrheitsliebe lässt solche Gleichsetzungen nicht unkommentiert stehen.)
    4. Ob eine bestimmte Sozialisation per Integrationskurs behoben werden kann, ist sicher eine interessante Frage. Aber ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, dass in erster Linie solche Menschen hier Heimatland verlassen, die mit der dortigen Gesellschaft eher nicht so zufrieden sind, bspw. Paare, deren Familien ihnen mit der „Ehrenermordung“ drohen?

  224. @ Mycroft
    Danke für die detaillierte und sachorientierte Antwort.
    1.) Die Verwandtenheirat bedingt die Heirat in der eigenen Volksgruppe. In einer Auswanderungssituation verschärft sich (verständlicherweise) zunächst diese Neigung zur Heirat in der eigenen Volksgruppe zum Zweck der Stärkung des Zusammenhalts. Die Einwanderer werden auch traditioneller als die Daheimgebliebenen. In diesem Buch beschreibt Todd solche Phänomene u.a. für die Juden in den USA und die Türken in Deutschland. Ein interessantes Buch, das der Autor selbst aber heute für zu optimistisch hält.
    2.) Die Jesiden sind ein Beispiel für starke Endogamie und einen unerbittlichen Ehrenkodex. Der Ehrenkodex wurde in den exogamen Gesellschaften Europas im 19. und 20. Jahrhundert stark abgebaut. Aber es ist richtig, dass er auch in Südeuropa sehr zählebig war. Der Orient ist da nicht komplett anders, sondern nur später dran.
    3.) Mit der Aussage habe ich keine Probleme. Ich weise selbst im Kommentar zu dem Text über ‚Individuum und Gesellschaft‘ darauf hin, dass diese Tradition in Indien und China heute noch durch einen erschreckenden Männerüberschuss nachwirkt, den es in der islamischen Welt nicht gibt.
    4.) Den Gedanken halte ich für plausibel, aber im Wesentlichen für eine Flucht auf individueller Basis, wie sie das deutsche Asylrecht ursprünglich vorsieht. Das Modell ‚Schleusen auf‘ (nach bereits längerer Talfahrt) von Frau Merkel im Jahr 2015 hatte damit Nichts zu tun und ist Gift für eine solche Positivauswahl. Mit dem Bodensatz, der in dieser Zeit ins Land gekommen ist, werden wir uns noch lange Zeit herumschlagen. Genau dieser starke Eindruck hat viele schockiert, die mit einer pauschalen Fremdenfeindlichkeit nichts zu tun haben. Das ist der Schlüssel zu der schweren Staatskrise, in die Deutschland hineingeschlittert ist.

  225. „Mit dem Bodensatz, der in dieser Zeit ins Land gekommen ist, werden wir uns noch lange Zeit herumschlagen.“

    Tja. Mit so angenehmen Zeitgenossen, die Menschen als „Bodensatz“ abwerten müssen wir ja auch irgendwie klarkommen.

  226. Ein kleiner, aber problemrelevanter Teil der Leute ist mit dem Begriff ‚Bodensatz‘ ganz sicher noch gut bedient. Oder wollen Sie im Fall der Killer von Freiburg, Reutlingen, Ansbach, Würzburg und Bad Friedrichshall einen angemesseneren Euphemismus vorschlagen?
    Ich schweige hier höflich darüber, für was ich jemanden wirklich halte, der in einem fremden Land Asyl beantragt und dann eine alte Frau erwürgt, weil er „Ungläubige umbringen“ will. ‚Bodensatz‘ bleibt mein Euphemismus.

  227. @ Andreas Müller, 13.12.16, 9:05

    Kommen Sie zum Punkt. Wie wollen Sie diesen „Bodensatz“ aus Deutschland raushalten und denken Sie wirklich diese Menschen wären niemals durch eine „Flucht auf individueller Basis, wie sie das deutsche Asylrecht ursprünglich vorsieht“ nach Deutschland gekommen?

  228. @Müller, #258:
    Nicht alle Menschen, die in der eigenen Gruppe heiraten, tun das aus „Endogamie“, es kann auch daran liegen, dass die anderen Gruppen endogam sind. Dass Juden in Frankreich zwar de jure erlaubt war, Christen zu heiraten, sie es aber erst Generationen taten, könnte ja auch daran gelegen haben, dass sich keine Christen fanden, die Juden heiraten wollten.
    Christliche Endogamie halt.

    Jedenfalls hat das Verhalten von Moslems, Juden, Jesiden und anderen Gruppen ebenfalls einen rationalen Kern.

    Persönlich habe ich weder behauptet noch gedacht, dass es keine kriminellen Flüchtlinge geben könne, von daher kann ich nur sagen, dass es genauso schlimm ist, wenn ein Afghane eine Deutsche vergewaltigt, wie wenn er eine Afghanin vergewaltigt. Oder wenn ein Deutscher eine Afghanin vergewaltigt.
    Das ist aber so oder so nicht Merkels Schuld. Oder anders, nächstens behauptet wer, mit Burkha wäre die Frau nicht vergewaltigt und ermordet worden, und das wäre Merkels Schuld, weil sie die Burkha verbieten ließ. Yay, Logik! Ähh, Logick.

  229. @Müller, #264:
    Ob der Fall konstruiert ist, tut eigentlich nichts zur Sache. Er ist nicht unmöglich.
    Dass die Afghanin von ihrem Mann bestraft wird, ist nicht minder konstruiert. Falls er wirklich glaubt, dass das keine Vergewaltigung, sondern Ehebruch gewesen sei, wird er – wenn er schon das Recht in die eigene Hand nimmt, weil das in Afghanistan passiert ist, leider Gottes nicht wirklich ein Rechtsstaat – seine Frau _und_ den Deutschen bestrafen.
    Achja, und wenn der Deutsche die Afghanin auch noch umbringt, halte ich es für unwahrscheinlich, dass ihr Mann sie noch ersticht.

    Aber nehmen wir mal ein weniger konstruiertes Beispiel: ich habe seit der Wende, weder in der Tagesschau noch sonstwo – von einem Vergewaltigungsfall gehört, bei dem ein Mann aus Ostdeutschland eine Westdeutsche vergewaltigt und/oder ermordet hätte. Liegt das Ihrer Meinung nach daran, dass das nie vorgekommen sei, oder werden diese Fälle mit Absicht verheimlicht, damit die Mehrheitsgesellschaft keine „ossifeindlichen“ Vorbehalte entwickelt?
    Weiterhin, wäre eine solche Vergewaltigung und/oder Ermordung Schuld des jeweiligen Ostdeutschen oder die Schuld von Kohl, Genscher und den anderen Wiedervereinigungsgutmenschen, ohne die die nie zu „uns“ gekommen wären?

  230. @ Mycroft #265
    „tut eigentlich nichts zur Sache“
    Sie machen es sich in der Abstraktion bequem, wo alles irgendwie gleich ist oder nichts zur Sache tut.
    Sie sollten sich etwas mehr mit der Realität beschäftigen, in der die Zahlen so aussehen: 2015 wurden in Bayern 42,7% der Vergewaltigungen (Kapitel 8.5.2) von nichtdeutschen Tätern begangen und auch 43.8% der Fälle von Raub und räuberischer Erpressung (8.5.3) sowie 34.5% der Tötungsdelikte (8.5.1). Die Zahl der im selben Zeitraum in Bayern lebenden Ausländer (also nichtdeutschen Staatsbürger) lag aber bei nur 11,5%. Ich sehe da bereits ein enorm ungleich verteiltes Gefährdungspotenzial, auch wenn man noch ein paar Touristen, Geschäftsreisende und reisende Kriminelle berücksichtigt.
    Wirklich interessant ist aber der Trend seit 2014, viel signifikanter jedenfalls als ein einzelner Sexualmord hier oder dort. Der Ausländeranteil ist ab 2014 erkennbar über den langjährigen Durchschnitt gestiegen. In erster Linie bei Vergewaltigungen scheint sich das bereits 2015 deutlich ausgewirkt zu haben, wie die PKS-Daten bereits im Vergleich von 2014 und 2015 andeuten. Es könnte also sein, dass die neu Hinzugekommenen erheblich auffälliger waren als die bereits länger im Land lebenden. Man darf gespannt sein auf die 2016er PKS-Daten. Die Zeit, in der man sich auf das Nochnichtwissen heraus- und deshalb im ganz Abstrakten herumreden konnte, läuft unweigerlich ab.
    Und natürlich ist Merkel nicht an allem Schuld, aber sie hat sich für sehr viele Wähler sehr deutlich erkennbar positioniert, auch in Abgrenzung zu den bösen Politikern im Ausland. Das ist eine weltweit bekannte Tatsache, die Sie gerne leugnen dürfen.

  231. Zum ursprünglichen Thema noch ein schönes Zitat von Bundesrichter und Kolumnist Thomas Fischer. (Ich finde Herrn Fischer zwar zutiefst unsympathisch und finde auch diesen Kolumnentext nicht so toll, aber an der Stelle spricht er mir aus dem Herzen. Einzig das Wort „Pöbel“ stört mich, da kommt wieder die allgegenwärtige Arroganz des Verfassers durch.)

    „Ich habe einen Traum: Ein Brennpunkt tut sich auf. Ein Intendant erscheint aus dem Nebel: verschwitzt, erregt, sanft angetrunken. Die Krawatte gelockert, der oberste Hemdknopf geöffnet. Er sagt: Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich bin der Intendant dieses Senders. Ich verantworte die Nachrichten, die wir Ihnen Tag für Tag als Wahrheit darstellen. Viele von Ihnen meinen offenbar, sich darüber beschweren zu müssen, dass wir nicht darüber berichtet haben, dass in Freiburg ein Jugendlicher festgenommen wurde, weil er dringend verdächtig ist, ein schweres Verbrechen begangen zu haben. Dies ist im Grundsatz ein Geschehnis, das sich überall in Deutschland viele Male im Jahr ähnlich ereignet.

    Der Grund, warum die Beschwerdeführer sich so über alle Maßen aufregen, ist weder Mitgefühl mit der Toten und ihrer Familie noch Interesse an der Genese dieses Falls. Es ist vielmehr ausschließlich und ganz allein der Tatsache geschuldet, dass der Beschuldigte Mitglied einer Minderheit ist, deren Aufenthalt in unserem Land auf Angst, Wut, Hass und Ablehnung stößt. Ich teile diese irrationalen, von kenntnisfreier Angst beflügelten Emotionen nicht. Ich finde sie widerlich. Ich bin nicht verantwortlich für das Wohlbefinden und den Quotencheck des Pöbels, sondern für das kleine bisschen Wahrhaftigkeit, das dieses Medium vermitteln kann. Und aus diesem Grunde sage ich Ihnen, liebe empörte Volksgenossen: Lecken Sie mich am Arsch.

    Wie gesagt: Nur ein Traum.“

    http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-12/kriminalitaet-massenmedien-freiburg-berichterstattung-tagesschau-fischer-im-recht/komplettansicht

    (Ich hoffe, das ist noch durch Zitatrecht gedeckt? Einfach nur verlinken ist ja keine Lösung, weil damit unklar bleibt, auf welchen Abschnitt ich mich beziehe…)

  232. @Andreas Müller / 258
    „eine Flucht auf individueller Basis, wie sie das deutsche Asylrecht ursprünglich vorsieht“

    Wie kommen Sie denn darauf? Das Asylrecht ist ja wie so vieles andere im Grundgesetz unter dem Eindruck der gerade besiegten Nazidiktatur entstanden. Da hatte man die Judenverfolgung vor Augen, auch die massenhafte Verfolgung von Nazigegnern – also Verfolgungen, die nicht nur einzelne Individuen, sondern Massen von Menschen betrafen.

  233. @ EARENDIL
    Natürlich dürfen Sie den Fischer im Recht zitieren. Aber der Intendant der ARD wäre schlecht beraten gewesen, diesem Ratschlag zu folgen.

    Was man am Fall von Freiburg sehr viel besser diskutieren könnte als einen einzelnen Mord, sind falsche Altersangaben bei angeblich Minderjährigen und den mangelnden Datenaustausch in der EU, insbesondere von DNA-Mustern in diesem Fall eines Frauenangreifers, der bereits in Griechenland verurteilt worden war. Eine deutsche und EU-Bürokratie, die gierig den Datenschutz durch immer mehr Überwachung aushebeln, sind offensichtlich nicht in der Lage, Daten auszutauschen, deren Erhebung seit Beginn der DNA-Analyse unstrittig ist. Die Debatte darüber wäre viel sinnvoller als das nicht endende Palaver um den ausgebliebenen Tagesschau-Bericht.

    Nach dem deutschen Asylrecht muss die politische Verfolgung immer individuell nachgewiesen werden. Deshalb erhalten ja auch nur unter 1% der aktuell Anwesenden einen Aufenthalt nach diesem Recht. Sie sehen also, in welchem Ausmaß die Bedeutung dieses Rechts für die heutigen Zustände überzeichnet wird.

  234. @266
    „von nichtdeutschen Tätern“

    Dumm nur, dass die von Ihnen verlinkte PKS gar keine Daten über Täter enthält.

  235. @ Wonko
    Danke für den Hinweis. Es handelt sich in der Polizeistatistik natürlich immer um ermittelte TatVERDÄCHTGE. Das ist ja das Schöne, wenn man diese Statistik verlinkt, dass jeder selbst nachsehen kann, was genau drinsteht und so bleibt von den Inhalten auch mehr hängen.

  236. @Andreas Müller, #266

    Die Zeit, in der man sich auf das Nochnichtwissen heraus- und deshalb im ganz Abstrakten herumreden konnte, läuft unweigerlich ab.

    Indes reden Sie nur auch völlig abstrakt herum. Blenden Sie doch all die anderen Faktoren und Einflüsse hinsichtlich Kriminalität aus. Nationalität ist schließlich nur ein (schwaches) Merkmal.

    Aber, mein Gott, muss man dieses Diskussion immer und immer wieder führen?

  237. @Müller,

    natürlich betrachte ich das abstrakt. Nur so entsteht Gerechtigkeit.

    Es ist z.B. ungerecht, wenn ich keine Bayern mehr nach NRW kommen lassen wollte, nur weil mal ein Franke einen Rheinländer umgebracht hat.

  238. @ ZET
    „Blenden Sie doch all die anderen Faktoren und Einflüsse hinsichtlich Kriminalität aus“
    Wieso sollte ich das tun? Natürlich ist die Nationalität nur ein Faktor, der mit anderen (soziale Situation,Bildungsstand,..) vielfältig korreliert, nicht die letzte Ursache an sich. Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet. Es ändert aber nichts daran, dass man anhand der Zeitreihen den Impact der seit 2014 vermehrt Eingewanderten herausfiltern kann. Selbstverständlich ist auch bei diesen die Nationalität nicht die letzte Ursache möglicher negativer Aktivitäten (die im Einzelnen noch zu quantifizieren wären), sondern die Fluchtsituation, die Entwurzelung, die Vereinsamung, die Unterbringung in Massenunterkünften, natürlich auch ganz individuelle Umstände und möglicherweise auch eine Negativauswahl durch hausgemachte Politik.
    Was aber ändert das an der Auswirkung auf die objektive Lage in Deutschland? Was ändert das daran, dass die alteingesessene Bevölkerung (inklusive denjenigen ohne deutschen Pass) Befürchtungen hatte und hat, die in Teilen möglicherweise selbst dann eine reale Grundlage haben, wenn sie in anderen Aspekten übertrieben sind?
    Wenn Sie die verlinkten Zahlen für 2014/15 genau ansehen, werden Sie tatsächlich feststellen, dass die Neuen 2015 bei Raub- und Tötungdelikten kaum negative Auswirkungen gehabt zu haben scheinen, die absoluten Fallzahlen sogar teilweise rückläufig waren. Das Bild ist also gar nicht komplett schwarz. Aber gerade bei Sexualdelikten sehen die Zahlen etwas anders aus, was gar nicht so schlecht mit der populären Wahrnehmung der veränderten Gefahrenlage im öffentlichen Raum übereinstimmt. Der ungeschützte Blick in die nackte Statistik hat also durchaus auch seine gute Seite. Nur Mut! Wir schauen dann im Mai mal in die Zahlen für 2016.

  239. Ja mei, Müller, man muss halt auch wissen, wie man Statistiken liest. Kleiner Hinweis: Sie demonstrieren nun schon zum wiederholten Mal, dass Sie keine Ahnung davon haben. Was Sie hier machen, ist, mal wieder, einen Kommentarstrang zu kapern und ihn mit Ihren Agendathemen zu befüllen. Solange, bis keiner mehr Lust hat, Ihre Fehlschlüsse und Unwahrheiten noch zu widerlegen. Hier geht es nicht um Ihre Fremdenangst, sondern um die Frage, ob die Tagesschau hätte berichten sollen. Exemplarisch Ihr Kommentar #269. Sie sagen, der Intendant hätte Fischers Rat nicht bevolgen sollen. Warum, schreiben Sie nicht. Stattdessen springen Sie zu einem Thema, das mit der Frage, ob die Tagesschau hätte berichten sollen oder nicht, rein gar nichts zu tun hat. Es läuft ja immer gleich ab mit Ihnen: Man demaskiert Schritt für Schritt Ihre rabulistischen Methoden, Ihre Fehlsschlüsse und glatten Lügen, dann werden Sie dünnhäutig und ausfallend, dann wird Ihr Kommentar gelöscht. Dann fangen Sie von vorne an. Wird Ihnen das nicht allmählich zu blöd? Ist es Ihnen nicht peinlich, jedes Mal so vorgeführt zu werden? Oder merken Sie das gar nicht?

  240. @Inga,
    so von frömmelnder Betschwester zu frömmelnder Betschwester: ich fürchte ja, da ist vielleicht jemand schlauer, als wir denken. Schreibt er vielleicht gar nicht im Interesse eines an rationalen Prinzipien orientieren Austausches? Sondern für manche stillen Mitlesenden? Die sich jenseits jeder Ratio einfach nur freuen, wenn von der räudigen Antifa und Ähnlichem die Rede ist und einfach nur das Ressentiment bedient wird?

  241. @Maike: Nö, ich glaube, da sieht jemand die Kommentarspalten hier als Trainingsplatz für Rabulistik an. Offenbar hat er da aber noch eine Menge Training vor sich. Die verbalen Ausfälle kommen ja immer dann, wenn er (mal wieder) argumentativ in der Ecke steht.

  242. Fazit dieses Beitrags mit einigem Abstand:
    Uebermedien muss aufpassen, dass es nicht päpstlicher wird als der Papst. Die Realität ist im Freiburger Fall wie eine Monsterwelle über die Tagesschau und die hier geäußerte Rechtfertigung hinweg gegangen. Die Tagesschau selbst ist regelrecht zu Kreuze gekrochen und hat letztlich mehr berichten müssen, als wenn sie gleich in einer kurzen Meldung die Fakten genannt hätte: die totale Demütigung.
    Warum das passiert ist, erklärt ein Journalist indirekt in diesem Interview mit Meedia: Warum es richtig war, die Täterherkunft zu nennen.
    Aus pragmatischer Sicht hat er völlig Recht: Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Die Badische steht dank ihres Realismus noch aufrecht. Gniffke ist schwer angezählt.

  243. @278
    Sie versäumen es immer noch darzulegen, warum die Tagesschau ausgerechnet über diesen Fall hätte berichten sollen. Sie tat es nicht, als es noch keinen Tatverdächtigen gab und konsequenterweise auch nicht, als einer festgestellt wurde.

    Inwiefern das verlinkte Interview irgendeine Relevanz haben soll erschließt sich mir nicht.

  244. Wonko # 279
    „…konsequenterweise auch nicht, als einer festgestellt wurde.“
    Das ist ja nicht korrekt.Die Tagesschau hat inzwischen schon x-Mal über den Fall berichtet. Was ist daran „konsequent“:
    http://www.spiegel.de/kultur/tv/getoetete-studentin-maria-l-in-freiburg-warum-die-ard-nun-doch-ueber-den-mord-berichtet-a-1124574.html
    https://www.tagesschau.de/inland/mordfall-freiburg-107.html
    https://www.tagesschau.de/inland/mordfall-freiburg-109.html
    Natürlich sind die Griechen jetzt an allem schuld. Die deutschen Behörden haben eine eingebaute Unschuld, schon klar. Und die Tagesschau muss jetzt strafberichten. Sieht bei Ihnen so Konsequenz aus?
    Und der Redakteur erklärt warum die Tagesschau zur Inkonsequenz gezwungen ist:
    „Denn es ist schon so, dass sich die Realität verändert hat….Jeder Leser kann sich die Informationen praktisch selbst zusammensuchen und findet sie auch ohne uns.“

  245. „…und konsequenterweise auch nicht, als einer festgestellt wurde.“
    Konsequent? Ich bitte Sie! Die Tagesschau berichtet wie toll über den Fall:
    http://www.spiegel.de/kultur/tv/getoetete-studentin-maria-l-in-freiburg-warum-die-ard-nun-doch-ueber-den-mord-berichtet-a-1124574.html
    https://www.tagesschau.de/inland/mordfall-freiburg-107.html
    https://www.tagesschau.de/inland/mordfall-freiburg-109.html
    Konsequent geht anders. Und das ist der Grund dafür aus dem verlinkten Interview:
    „Denn es ist schon so, dass sich die Realität verändert hat….
    Zum einen sind wir auf dem Informationsmarkt nicht mehr alleine. Jeder Leser kann sich die Informationen praktisch selbst zusammensuchen und findet sie auch ohne uns.“

  246. @279 (Wonko)

    Sie sehen nicht die Relevanz? Meine Güte. Da ist endlich mal einer, der sagt, warum eine Lokalzeitung so gehandelt hat wie sie eben gehandelt hat. Da geht es zwar um ein Lokalblatt und nicht um eine bundesweite Hauptnachrichtensendung mit 15 Minuten Sendezeit, aber das ist doch jetzt wieder „päpstlicher als der Papst“. ;-)

    Die Tagesschau hat zwar erst dann berichtet, als das Thema zu einem bundesweiten Politikum geworden war (was es dann nun einmal von ähnlichen Fällen unterschieden hat), aber hallo, da wollen wir jetzt mal nichts beschwichtigen oder bei den Tatsachen bleiben: „totale Demütigung“, darunter geht es nicht bei Müllers&Co. Und Gniffke ist „schwer angezählt“ (vermutlich laut Tichy, Junge Freiheit, Epoch Times etc.)

    Und so wird hier weiter polarisiert, maßlos übertrieben, gehetzt, aus dem Zusammenhang gerissen, noch mehr gehetzt, frech fabuliert und rasante Rabulistik betrieben… stets mit einer neuen Volte… Müllers&Co haben einen langen Atem, leider nicht frei von Geruch.

  247. @Andreas Müller: Es rührt mich, dass Sie sich Sorgen um Übermedien machen, dass wir allmählich päpstlicher als der Papst werden könnten. Ohne das jetzt nochmal nachgelesen zu haben, scheint mir die langjährige Kommentarfreundschaft, die Sie mit dieser Seite und vorher meinem Blog pflegten, allerdings doch von Anfang an von einer – sehr euphemistisch formuliert – ähnlichen Sorge geprägt und motiviert zu sein.

  248. @ Stefan Niggemeier
    Ich denke, die Tagesschau hätte letztlich besser daran getan, kurz und sachlich zu berichten. Die Sendung ist in der Übung der journalistischen Zurückhaltung und Redlichkeit schlicht nicht glaubwürdig genug.
    „..langjährige Kommentarfreundschaft..“
    Na ja, sehr viel mehr als ein Jahr war es wohl nicht, und auch nicht von einer Sorge geprägt, sondern eher von einigen unbequemen Stellungnahmen. Die kommen ja immer mal wieder.

  249. Wenn das geschlossene Weltbild auch noch ein stimmiges ist dann ist doch alles prima.

    Die Tagesschau macht so geschickt Propaganda, dass sie im Fall Freiburg schon damit anfing, als noch gar nicht absehbar war, dass es welche sein könnte.

  250. Mir wird echt schlecht beim Lesen all dieser Kommentare linksorientierten Gutmenschen .Habt ihr alle keine Kinder??
    Es macht mich ratlos wie alle Medien des -Refugees welcome Gutmenschenclubs- immer noch versuchen alle Deutschen für Dumm zu verkaufen.Alle verfehlungen der Regierung werden nicht thematisiert . Die Grünen pochen auf Rechtsstaatlichkeit gegenüber Gefärdern. Der Staat muß also beweisen, daß ein Gefährder gefährlich ist. Im Umkehrschluß heißt das, der Gefährder muß einen Mord oder ein andere Straftat begehen. Die Sicherheit der Bevölkerung ist somit Nebensache.AFD-Fremdenhasser. Linke-Deutschenhasser.Frau Merkel und die Bundesregierung setzen auf „weiter so …“. Die Verursacherin des Problems als Problemlöser. Keine gute Idee.Anschlag in Berlin–„Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert.“Wie lange wird das so bleiben?? Es wird Zeit, dass man Gespräche und Diskussionen einstellt und mit dem Handeln beginnt. Wir Bürger wollen wieder Sicherheit, wie vor der Grenzöffnung von Kanzlerin Merkel. Es müssen Abschiebezentren erstellt werden, damit man die abgelehnten Antragsteller auch wirklich aus dem Land bekommt. Ebenso ist es von Nöten, dass man eine Obergrenze festlegt und die Einreisenden ganz genau unter die Lupe nimmt und erfasst.Keine Wirtschaftsflüchtlinge mehr.Wir sind nicht das Sozialamt der gesamten Welt.War es nicht Merkel die meinte –Für eine bessere Integration will Kanzlerin Merkel Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen.
    Als eine Option bringt sie den Job des Kraftfahrers ins Spiel. Die würden „überall gesucht“„ Wir haben neulich im Kabinett diskutiert, dass das Umschreiben einer syrischen Fahrerlaubnis in eine deutsche 500 Euro kostet. Und natürlich hat ein Flüchtling nicht sofort 500 Euro. Also hilft da vielleicht ein Darlehensprogramm. Wenn man dann verdient, kann man diese 500 Euro zurückzahlen, es werden überall Kraftfahrer gesucht.“ Der blanke Hohn nicht nur nach Nizza und Berlin! Silversternacht in Köln.-Mehrere Identitäten, Straftaten auf dem Kerbholz,-nichts passiert. Natürlich alles keine Bericht wert !!.Stattdessen die große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen in der Bildzeitung;; Deutsche Männer sollten „als Vorbild dienen, mit den jungen Männern alternatives Verhalten einüben“.Alternatives verhalten üben?? Die Medien schüren Hass!
    Wenn Bürger sich nicht mehr sicher fühlen, dann hat ein Staat verloren.
    Bin ein 50 jähriger Deutscher Steuerzahler der sich von der Politik und der Lügenpresse verraten fühlt.

  251. Die Tagesschau hatte im Jahr 2014 berichtet, dass laut Studie (Googlesuch: ZEW Holger Bonin Studie Ausländer pdf“ oder Titel „Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt“) Ausländer 3.300 Euro mehr in Sozialkassen einzahlen als sie herausbekommen. Dazu gab es keine weitere Erklärung, außer dass wir deshalb von den Ausländern angeblich profitieren.

    Dieses steht tatsächlich im Vorwort dieser Studie.
    Aber ein paar Sätze weiter, immer noch im Vorwort, steht dort auch,

    „Stellt man alle allgemeinen Staatsausgaben, etwa für Verteidigung oder Straßenbau, mit in Rechnung, schlägt für jeden lebenden Ausländer ein langfristiges Staatsdefizit von 79.100 Euro, für jeden lebenden Deutschen von 3.100 Euro zu Buche.“
    (Die 3.100 Euro sind Staatsverschuldung im angenommenen Zeitraum x)
    Ich möchte hinzufügen, dass der gesamte Staatshaushalt gemeint ist, der mindestens ein Drittel auch in Sozialausgaben fließt.
    Wie diese Zahlen zustande kommen, kann ich nicht erklären, es steht aber so drin.
    Jedenfalls halte ich es für Lügenpresse, aus der o. a. Studie ausschließlich den ersten Satz zu zitieren.

    Sie sehen, dass Menschen wie ich, sehr wohl in der Lage sind, selbst seriös zu recherchieren.

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