Weltraumbahnhof

Es gibt wenig Worte, die ihren Schwachsinn so auf der Stirn tragen. Weltraum und Bahnhof! Wer ist bloß auf diese Kombination gekommen? Wie konnte so ein Unfug zum Standard werden? Was, bitte, macht einen Bahnhof aus?

Schienen würde ich vorschlagen, auf Ewigkeiten festgelegte Fahrpläne in einem bestimmten Takt, Massenverkehrsmittel, Scharen von Pendlern, Durchreisende, tonnenschwere Loks.

Nichts davon passt zur Weltraumfahrt.

Weltraumflughafen, okay, damit könnte ich leben. Auch mit Weltraumhafen – wie Überseehafen, und es geht ja um Raumschiffe. Raketenstartplatz würde heutige Technologie noch eine Weile brauchbar beschreiben.

Es gibt allerlei Möglichkeiten. Aber was da dauernd in Radio, Fernsehern und Displays aufpoppt, ist unmöglich.

 

17 Kommentare

  1. Richtig! Fast genauso schwachsinnig ist das Wort „Busbahnhof“. Da gibt’s ja schließlich auch keine Schienen und tonnenschwere Loks…

  2. Für meinen Geschmack ziemlich irrelevant und nicht mal unterhaltsam – was möchte Herr Kleber den Lesern hier transportieren?

  3. Mein persönliches Hasswort, wenn ich mit Nachrichten in Kontakt komme, ist ja „Putin“. Überall dort, wo der Name synonym für „russische Regierung“ oder gar „Russland“ verwendet wird. „Putin lässt 3 t illegal eingeführter Butter vernichten.“ – nein, das schafft die russische Zollbehörde wohl noch allein. Es klingt furchtbar unprofessionell (als könnten wir uns Richtung Osten nur noch 1, 2 Zusammenfassungen merken) und lässt das Gefühl aufkommen, hier würde langsam und stetig zu einem neuen kalten Krieg aufgehetzt.

    (Langsames Aufhetzen, geht das? Aber das ist zweit 2 Jahren mein Empfinden. Jede Nachricht hat den Unterton: „Der Putin schon wieder!“).

  4. @Stefan: Wenn ich hier einfach schreibe, dass mein persönliches Hasswort „Toaster“ ist und vielleicht noch dazu schreibe, dass es so ist weil ich finde man sollte das Wort mit „oo“ schreiben. Dann erkenne ich einfach keine Relevanz des Artikel für diese Plattform. Es muss ja nicht gleich eine Verbindung zu Weltverschwörungen vermutet werden. Aber wenigstens wünsche ich mir einen Common-Ground, also die einfachst mögliche Verbindung zwischen Autor und dem Leser. Jörg Kachelmanns Stück fand ich zum Beispiel sehr gelungen. Bei diesem Text finde ich aber nur persönliche Empfindung ohne Verbindung zum Leser.

  5. Wieso denkt Herr Kleber beim Wort „Bahnhof“ an so profane Dinge wie Lokomotiven und Fahrgäste? Ich hatte bei Herrn Kleber erwartet, daß er politisch denkt. Gerade hier in Europa, wo in den meisten Staaten in den 1980er- und 1990er-Jahre die damaligen staatlichen Post- und Bahn-Behörden privatisiert wurden, ganz im Sinne der von Ronald Reagan und Margaret Thatcher vorangetriebene Wirtschaftsliberalisierung, sollte der Begriff „Bahnhof“ bei einem im politischen Raum stehenden Menschen zuallererst Assoziationen an ebendiese politischen Reformen der 1980er- und 1990er-Jahre wecken.

    Der Betreiber eines Bahnhofs verdient nichts an den einzelnen Fahrgästen. Ihm kann egal sein, ob viele oder wenige Pendler bei ihm ein- und aussteigen, ob der Bahnhof dreckig oder sauber ist. Er verdient auch nichts an den Schiene, diese gehören einem anderen Unternehmen. Und im Grunde kann ihm auch der Fahrplan egal sein. Der Betreiber eines Bahnhofs verdient ausschließlich pro an der Bahnsteigkante haltendem Zug.

    Betreiber der meisten Bahnhöfe in Deutschland ist die Firma „DB Station&Service AG“. Kunden dieser Firma sind nicht die Fahrgäste, sondern die Betreiber der dort haltenden Züge. Die Fahrgäste sind dieser Firma egal, sie sind maximal Mittel zum Zweck, damit dort Züge halten. Und das ist nicht so, weil diese Firma böse wäre, sondern weil sie marktwirtschaftlich handelt. Und das ist politisch so gewollt. Das ist das Ziel der Bahnreform der 1980er und 1990, mit der man der damaligen Behördenbahn „Deutsche Bundesbahn“ Beine machen wollte.

    Das Wort „Bahnhof“ ist also ein politischer Begriff. Er steht für die Zerschlagung eines Staatsunternehmens in marktwirtschaftlich agierende Einzelfirmen und die sich dadurch ergebenden Auswirkungen. Und deshalb wäre es interessant, bei dem Begriff „Weltraumbahnhof“ auch zu hinterfragen, wie denn dort die unternehmerische Aufteilung ist. Vielleicht ergeben sich da ja durchaus Parallelen?

    Nebenbei ist natürlich ein Bahnhof außerdem auch ein interessanter Ort, um von dort Lokomotiven zu photographieren, oder um von dort selbst zu verreisen. Aber ich würde mich auch gerne an einen Weltraumbahnhof stellen und dort Raketen photographieren – oder selbst einmal mit einem Sparpreis-Ticket einen Wochenend-Ausflug zum Mond, zum Mars, oder auch bloß zur internationalen Raumstation antreten.

  6. @JörgZimmermann, Nr.9:
    Naja. „Merkel“ oder „Frau Merkel“ wird auch oft synonym für die deutsche Regierung benutzt, oder gar für das Handeln untergeordneter Behörden. Solch eine Personalisierung ist im Falle Russlands, das ja bekanntlich ein wenig stärker auf eine Führerfigur (Putin) zugeschnitten ist als Deutschland, nicht unberechtigt. Wenn Putin die Anweisung gibt, dass ein bestimmter Unternehmer oder Journalist zu verhaften, anzuklagen und zu verurteilen ist, wird das wohl auch so durchgeführt werden, oder sind Sie anderer Ansicht?

  7. @Gernot: Warum soll Herr Kleber über «Prozentpunkte» nachdenken? Weil sie nicht wissen, was das ist?

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