+++ Gutes Live +++

Es gibt viel zu kritisieren. Es gibt aber auch viele gute, bemerkenswerte, vorbildliche Texte, Sendungen, Videos. Die uns begeistern, amüsieren, klüger machen. Die empfehlen wir fortlaufend hier.

Vorschläge an: gutes@uebermedien.de

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.04.1715:54

In Ihrer „Hörzu“ markieren Sie gleich mal den Dienstag, 02.05. 00.00 Uhr, denn da läuft im NDR der ganz wunderbare Dokumentarfilm „Parchim International“, der die ungewöhnliche, unglaubliche und teils amüsante Geschichte des „Schwerin-Parchim International Airport“ seit der Übernahme durch den chinesischen Investor Jonathan Pang thematisiert. Von 2008 bis 2014 dokumentierten die Regisseure Stefan Eberlein und Manuel Fenn die Bauarbeiten vor Ort, die Gespräche mit den Verantwortlichen der Kommune, die Hoffnungen der Angestellten; begleiteten Pang gar bis nach China.
Ein teils trauriges, aber durchweg unterhaltsames Stück über die Irrungen des Kapitalismus und den Bau von Luftschlössern.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 27.04.1712:34

Eine kleine Gruppe kann mit vergleichsweise geringem Aufwand viel bewegen. Das beste Beispiel ist Greenpeace. Daran orientiert sich auch die Identitäre Bewegung, die mit markigen Aktionen entsprechend Aufmerksamkeit generiert. „Die Zeit“ hat sich „die Scheinriesen“ mal genauer angeschaut, vor allem ob die wirklich nicht rechtsradikal sind.
Spoiler: Doch sind sie.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 26.04.1723:09

100 Tage Trump. Teils gleicht seine bisherige Amtszeit einem Hühnerhaufen. In den eine Bombe einschlug. Und sich noch Kühe und Schweine dazugesellten.
Dennoch hät er unbeirrt an seinem Stil fest und die Bevölkerung in den USA: gewöhnt sich so langsam an Trump. Mit der Gefahr, ihm, weil er eben entrückt scheint, so ziemlich alles durchgehen zu lassen. Kremlingate? Inzwischen keinen Aufreger mehr wert. Nordkoreakrise? Wie gehabt: chaotisches Missmanagement.
„Foreign Policy“ hat sich mit der Normalität des Unnormalen befasst: Das Undenkbare ist nunmehr wenig bemerkenswert.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.04.1722:26

Nager sind unsere Freunde!
Auch wenn das manche Hunde anders sehen. Manchmal brauchen die felligen Baumkletterer menschliche Hilfe. Sei es, weil sie vom Baum fielen oder sich sonst irgendwie verletzten.
Dann klammern sie sich an Menschenbeine wie Katzen an die Thunfischdose.
Kevin Hoffmann hatte sich ein Eichhörnchen „eingefangen“ und lernte somit die Welt der Eichhörnchenretter kennen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 10.04.1721:19

Seine Leidenschaft zum Beruf machen. Besser geht’s nicht. Musiker, Pornodarsteller, Meerschweinchenzüchter. Oder eben Fußballscout auf der Suche nach neuen, billigen und willigen Talenten die irgendwann mal der nächste Poldi Messi werden sollen. Sportclub Story nimmt sich dem Berufsbild an. Zum Glück nicht unkritisch, sondern hinterfragt auch das eher schräge Geschäftsmodell bei dem Kinder hin und hergeschoben werden.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 08.04.1712:56

Berlin. Hier klappt wenig. Flughafen klappt nicht, Ämter klappen nicht. Und das Impfen klappt auch nicht.
Woher kommt die unbegründete und völlig absurde Angst vorm Impfen?
Sara Pluviano und Sergio Della Sala sind dieser Angst für Spektrumauf den Grund gegangen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.04.1723:52

Fernbeziehung galore. Nicht München-Hamburg, nein Los Angeles-New York.
Barbara und Stanley sind seit 40 Jahren ein Paar, lebten aber nie zusammen. Nicht mal in der selben Zeitzone.
Trotz der Einsamkeit und vielleicht wegen der großen Entfernung hält die Beziehung über Dekaden.
Rachel Fleit hat daraus eine schöne kleine Dokumentation gestrickt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.04.1723:35

Fleisch essen ist einfach, das Essen aber selbst zu jagen und zu töten ungleich schwerer.
Barbara Klingbacher machte den Selbstversuch und besuchte einen Stadtkurse „Schlachten für Städter“ für das „NZZ Folio“.
Im Verlauf kommt zur Frage des Tötens, auch wie wir Tiere behandeln und in welchem Ausmaß die Fleischindustrie gesellschaftlich noch zu vertreten ist. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.04.1711:31

Fakt: Alle 11 Minuten verliebt sich ein Leser in Übermedien. Und Hugo Schmale entwickelte den Fragebogen für ein großes Partnerschafts-Portal. 15 Millionen Menschen haben ihn schon ausgefüllt, in der Hoffnung, die große Liebe zu finden. Der „Tagesspiegel“ hat sich mit ihm über Algorithmen, Liebe und den ganzen Rest unterhalten. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 30.03.1722:09

Sie wollen Antisemiten, Rassisten, Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger mal live erleben? Dann einfach montagabends auf den Berliner Pariser Platz stellen. Dort sind sie alle zu finden. Seit Jahren halten diese Gruppen ihre Mahnwachen für den Frieden ab. Sebastian Leber war dort und hat sich auch mit Aktivisten und Journalisten getroffen.
Es ist gruselig.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 29.03.1713:29

Frühling! Und was kommt mit dem Frühling? Mücken und Fliegen und sonstiges Fluggerät, das durch die bloße Existenz einfach nur nervt.
Aber unsere arachniden Freunde könnten da Abhilfe schaffen, wenn sie ihre Netze an den Fenstern spinnen und das Flatterzeugs abfangen.
Also nicht töten, sondern freuen, auch weil: Spinnen jeden einzelnen Menschen auf der Erde fressen könnten.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.03.1718:53

Wer immer gewinnt, der verlernt das Verlieren. So wie der FC Bayern in der Saison 1991/92. Der Erfolg blieb aus, Trainer Heynckes wurde entlassen, die Mannschaft spielte sogar gegen den Abstieg. Die damaligen Spieler Thomas Berthold, Roland Grahammer und Christian Ziege erzählen für „11 Freunde“ von den Schwierigkeiten, die auf eine Mannschaft zukommen, die ausschließlich an den Erfolg gewöhnt ist. Nicht nur für Fußballfreaks interessant: ein Protokoll des Scheiterns – und was es mit den Menschen macht.
(Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.03.1713:49

„You are wanted“, „Charité“, „Der gleiche Himmel“. Schmonzetten allerorten. Und zumindest sind diese Beispiele weit von den selbsternannten US-Vorbildern entfernt. (Angemerket sei, dass es auch wirklich gute deutsche Serien gibt). Carolin Ströbele hat für die Zeit das Dilemma aufgeschrieben, das den deutschen Serien innewohnt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 25.03.1721:26

In 38 Staaten steht Homosexualität unter Strafe. Uganda ist eines dieser Länder, in dem es Schwule und Lesben am schwersten haben. Nicht nur drohen empfindliche Strafen, die bis hin zum Tode führen können, die gesellschaftliche Ausgrenzung ist ein weiteres großes Problem. Seit 2011 feiert die LGBT-Community in Uganda jährlich ihre „Pride Celebration“. Natürlich im Verborgenen, ohne öffentliche Ankündigung. Die US-Fotografin Diana Zeyneb Alhindawi konnte das Event 2015 fotografieren.


Jürgen Kühner Jürgen Kühner 24.03.1722:33

50.000 Tierarten leben in deutschen Städten und in der freien Natur (in Berlin beschränkt sich das ja eher auf Fuchs und Wildschwein). Ein guter Grund für das „Zeit-Magazin“ tierischen Fragen nachzugehen. Wie leben sie, warum geht es ihnen immer schlechter? Eine faszinierende Reise in die Evolutionsbiologie. Spoiler: Ein Planet der Affen ist eher unwahrscheinlich. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 21.03.1722:10

Martin Schulz und Kim Jong-Un. Beide 100 Prozent Männer, beide kommen aus Würselen. (Nordkorea ist ja bekanntlich das Würselen Asiens). Passend, dass der MDR seit gestern eine Wiederholung der sehenswerten Dokumentation „Inside Nordkorea“ zeigt, die eine nordkoreanische Familie ein Jahr lang begleitet. Natürlich unter Aufsicht. Dennoch bietet sie einen tiefen Blick in ein fast komplett abgeschottetes Land. Die Ideologie, die Indoktrinierung, das Fehlen von teils essentiellen Gegenständen wie Heizungen in Schulen wird auch ohne Subtext sichtbar.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 20.03.1712:14

Hitler lebt! Und Haider auch! Und wenn nicht, dann sind sie zumindest als Reptiloiden reinkarniert. Sie würden das auch wissen, würden sie nicht durch Chemtrails manipuliert werden. Günter Kaindlstorfer hat für die ORF-Reihe „Hörbilder“ untersucht, woher Verschwörungstheorien kommen und warum sie einen so massiven Zulauf erfahren. Eine kurzweilige, spannende und erkenntnisreiche Reportage.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 18.03.170:02

Wenn Sie nachts durch die Straßen der Stadt laufen, fragen Sie sich dann auch, wer hinter den erleuchteten Fenstern wohnt, was die Menschen dort „treiben“. Oder die Nachbarin vom Haus gegenüber die sich ab und zu blicken lässt? Wollen Sie auch ein Fragment des Lebens mitbekommen? Björn Stephan hat sich auf die Suche nach seiner ehemaligen Nachbarin gemacht, die eines Tages nicht mehr am Fenster stand und las oder tanzte. Ein sensibler Nachruf, ein Psychogramm, eine Hommage auf die Unbekannten, die nicht medial im Mittelpunkt stehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 16.03.170:28

Länder in denen Menschenrechte so dermaßen missachtet werden wie in Saudi-Arabien sind ja schnell mit Boykotten belegt. Es sei denn sie haben Öl. Das Land schottet sich noch strenger ab als Nordkorea. Freie Rede, freie Presse, Frauenrechte, faire Justiz sind nicht existent. Ein WDR-Team wagte dennoch die Einreise, natürlich undercover und brachte versteckte Aufnahmen mit. Viel interessanter sind aber die Erzählungen von Menschen die dort leben oder geflüchtet sind, wie die Familie des Bloggers Raif Badawi.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 14.03.1720:11

Anstatt sich den neuesten SUV oder das neueste Smartphone zu kaufen, sollte der Normalbürger eher einen Bunker bauen und sich generell auf einen möglichen Atomkrieg vorbereiten.
Kann man natürlich machen. Zum Beispiel in Brandenburg.
Karl Grünberg war für den Tagesspiegel auf einem Survivaltrip.
Tiere schlachten, Eigenurintherapie, Verletzte versorgen (auch nach der Zombiekalypse gibt es böse Buben die einem ans Fell wollen), sind die zu bewältigenden Aufgaben.
Vielleicht schreckt die Reportage ein wenig ab und wir verschieben kriegerische Handlungen nochmal.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 13.03.1723:18

Sind Sie auch Kunde einer Sparkasse? Ein gutes Gefühl, ist sie doch regional verwurzelt, macht keine krummen Geschäfte, zockt nicht mit Derivaten oder sonstigem Teufelszeug und kümmert sich um das Gemeinwohl. Genau. Und Sauron ist der Gute im „Herr der Ringe“.
Eine ARD-Doku knöpft sich die Sparkassen vor und deren eher zweifelhafte Rolle im Binnenverhältnis zu den Kommunen, die gerne etwas von den Gewinnen der Sparkassen abhaben würden. Aber es ist halt wie ein Lauf durch Mordor: schwierig.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 13.03.1712:35

William Friedkin drehte 1973 den Film „The Exorcist“. Ein junges Mädchen muss sich, da von einem Dämonen besessen, einem Exorzismus unterziehen. Nach mehr als 40 Jahren nahm der Regisseur nun erstmal selbst an Exorzismen teil. Seine Erfahrungen, die er über Monate mit dem Exorzisten und seinem „Opfer“ machte, hat er für die „Vanity Fair“ aufgeschrieben.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 08.03.1722:42

Den Namen Robert Capa haben Sie bestimmt schon mal gehört. Einer der bekanntesten Fotojournalisten des vorigen Jahrhunderts. Gerda Taro? Die sollten Sie auch kennen, waren die beiden doch nicht nur ein Liebespaar, sondern auch künstlerische Gefährten. Leider ist Taros Werk in Vergessenheit geraten, was auch ihrem führen Tod geschuldet ist, doch allmählich rücken ihre Werke wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die ARD hat ihr und anderen Kriegsfotografinnen ein Porträt gewidmet.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 08.03.1722:18

Das Prinzip der „Schuld und Sühne“ ist nicht auf romantische Mafiosigeschichten beschränkt. In Albanien leben 1000 Familien unter dem „Kanun“, dem Gewohnheitsrecht aus dem Mittelalter, aus dem sich bis heute die Blutrache ableitet.
„Geo“ erzählt die Geschichte der Familie
Ndrevataj, die seit über 15 Jahren in eine Fehde verstrickt ist. Eine Reise in eine archaische Gesellschaft.
(Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 04.03.1718:03

Von der amerikanischen Umweltbehörde EPA ist Trump ja bekanntermaßen kein großer Freund, so soll ihr Budget massiv eingestampft werden. Doch wie sahen die Städte in den USA vor der Einrichtung der Behörde aus. Spoiler: nicht schön. „Citylab zeigt Beispiele, wie wichtig Umweltschutz ist. Die EPA selbst stellt auf Flickr ihre Documerica Reihe aus, die das Problem Umweltverschmutzung Anfang der 70er Jahre zeigen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 04.03.1717:50

Unironische, unzynische, fast liebevolle Reportage über einen Elektrosensiblen, dessen „Krankheit“ ihn auf der Suche nach Funklöchern immer umherziehen lässt. Es wird keine Wertung oder gar Anklage vorgenommen, sondern einfach nur versucht, sein Leben kommentarfrei zu begleiten, ganz neutral. Als kleiner Bonus: Sophie Rois spricht den Text zum Mann, der im Wald lebt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.03.1710:53

Seien wir ehrlich. Das mit dem Planet Erde ist durch. Klimaerwärmung, Trump, Veronica Ferres. Nicht nur hat die NASA nun neun erdähnliche Planeten entdeckt, die Suche nach dem „mysteriösen“ neunten Planeten (Pluto darf ja nicht mehr mitspielen) am Rande unseres Sonnensystems geht unvermindert weiter. Loren Grush von „The Verge“ erklärt, was für Probleme es mit sich bringt, einen Planten zu finden, selbst wenn er direkt vor der Haustür liegt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.02.1716:28

Fragen Sie sich auch was das für Menschen sind, die alle zwei Wochen in der Allianz-Arena ein großes weißes „T“ auf den Rängen bilden?
Zumindest Ilja Benisch stellte sich diese und hat die Bürde der Scham für „11 Freunde“ auf sich genommen. Entstanden ist nicht nur eine sehr unterhaltsame Erlebnisreportage, die lässt sich auch als Allegorie auf den modernen Fußball lesen. „Einen im T“ gibt’s bei Blendle.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.02.1712:21

Ich glaub mein Schwein pfeift! Flog doch gerade ein Ufo über Berlin. Vielleicht war’s aber nur eine fehlgelenkte Drohne aus alten Bundeswehrbeständen. Man weiß es nicht.
Die ganz Mystik um Ufos gründet sich auf die Ereignisse in Roswell anno 1947. DRadio Wissen begibt sich auf Zeitreise und versucht den Hype zu verstehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.02.1712:12

Ich glaub mein Schwein pfeift! Flog doch gerade ein Ufo über Berlin. Vielleicht war’s aber nur eine fehlgelenkte Drohne aus alten Bundeswehrbeständen. Man weiß es nicht.
Die ganz Mystik um Ufos gründet sich auf die Ereignisse in Roswell anno 1947. DRadio Wissen begibt sich auf Zeitreise und versucht den Hype zu verstehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 26.02.1712:05

„Ein Sachse in Vietnam“-klingt wie eine Auswandererdoku ist aber eine schönes Portrait über Tilo Nadler, der in der Ferne aktiv für den Artenschutz kämpft. Fritz Habekuß schreibt über einen der trotz aller Widerstände nicht aufgibt und selbst in kleinen Erfolgen Hoffnung findet.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 24.02.1711:12

Der Prototyp des Arbeitnehmers ist schon lange nicht mehr der Fabrikarbeiter. Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft bedeutete aber nicht unbedingt mehr Wohlstand, mehr Freizeit.
Die Arbeiterklasse schuftet nur nicht mehr in Fabriken oder Minen. Heute putzt sie, serviert, fährt LKW oder schneidet Haare.
Die „New York Times“ portraitiert 9 Arbeitnehmer, ihren Arbeitsalltag, ihre Ziele und Wünsche.
Das sind „The Jobs Americans do“.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 22.02.1714:11

Die Wähler von Trump, der AfD, dem Front National als reine Rassisten und Nationalisten abzutun ist und bleibt zu einfach.
Anja Burri besuchte FN-Hochburgen im Süden Frankreichs. Wie so oft treibt schlichte Existenzangst und sozialer Abstieg die Menschen in die Arme der Rechten.
„Wer wählt Marine Le Pen?“ der Versuch einer Antwort gibt’s bei der NZZ.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 21.02.1714:21

Der feuchte Traum rechtsnationaler Politiker wird in Japan gerade Wirklichkeit. Seit Ministerpräsident Shinzo Abe in 2012 überraschend die Wahl gewann, baut er das Land um. Pressefreiehit wird eingeschränkt, ehemalige Kriegsgegner wie China immer wieder provoziert.
Axel Weidmann hat sich das Modell Abe für die „F.A.Z.“ mal näher angesehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 19.02.1714:40

Der Schiri bestochen, Gegner unfair, die eigene Mannschaft natürlich die Reinkarnation des Franz von Assisi. Fußballfantum war schon immer eine sehr schwarz-weiße Angelegenheit, doch zunehmend scheinen die Gräben tiefer, die Beleidigungen hässlicher. Ja, Fußball ist kein Wasserballett, doch erwecken viele Fans den Eindruck vergessen zu haben, dass Fußball ein Spiel ist und kein Krieg. Herm hat mal aufgeschrieben warum es der Fußball ihm zunehmend schwerer macht ihn zu lieben. Er hat da durchaus den einen oder anderen Punkt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 18.02.1720:45

Früher war nicht alles besser, aber zumindest gab es noch „richtige“ Bildredaktionen, demetsprechend gab es auch eine bildliche Blattlinie und nicht nur schlechte Stockfotos. Der „New Yorker“ ist eine der rühmlichen Ausnahmen.
Lensculture hat die leitende Bildredakteurin Genevieve Fussell über die Themen Bildauswahl, Verhältnis Text-Bild und den Workflow innerhalb des Magazins interviewt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 17.02.1716:25

Als Sie heute Morgen in den Spiegel schauten, waren Sie zufrieden? Wenn nicht, könnten Sie zu den 20% der Deutschen gehören, die eine Schönheitsoperation in Betracht ziehen.
Waren solche OPs früher den Gutbetuchten vorbehalten, sind sie heute, dank den osteuropäisch billigen Preisen, auch für Normalverdiener erschwinglich. Marie Teresa Giese und Stefanie Gromes haben drei Frauen auf ihrer Schönheitsreise nach Tschechien, der wie ein Shoppingtrip anmutet, begeleitet.
Das ist einserseits befremdlich und bedenklich, aber auch fast rührend wie Menschen wieder ein gewisses Selbstwertgefühl erlangen. Heute Abend um 21.15 Uhr im NDR oder jetzt schon in der Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 16.02.1711:09

1000 Jahre sind ein Tag und „7 Tage“ eines der besten Dokuformate in der ARD. Mit „7 Tage…mit einem Mörder“ gelang sogar eine außergewöhnlich gute Folge, die im Grunde ein langes, intensives Gespräch ist. Sind 15 Jahre genug Strafe für einen Mord? Was sind die Wünsche eines Mörder nach der Haft?
Was die Reihe immer wieder auszeichnet, gerade in Zeiten von Vice oder Bento oder sonstigen Knallformaten, ist die Zurückgenommenheit der Autoren, die sich nie in den Vordergrund stellen, stattdessen schlicht ihre Geschichte erzählen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 15.02.1722:26

Seit 4 Jahren herrscht im Jemen Bürgerkrieg, seit knapp 2 Jahren läuft eine internationale militärische Operation die bislang 10.000 Zivilisten forderte. Die humanitäre Lage ist so katastrophal, dass die UN die höchsten Notstandstufe ausrief. Dennoch tendiert die Berichterstattung in den deutschen Medien gen Null.
Umso wichtiger, dass auch dieses Land nicht vergessen wird. Volker Schwenck vom ARD-Studio Kairo besuchte ein „Jemen am Abgrund“.
Am Freitag 17.02.17, um 18.00 Uhr auf Phoenix.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 15.02.1714:57

In welcher Branche werden die höchsten Margen erzielt, aber herrschen die miesesten Arbeitsbedingungen?
Es ist nicht die Textilbranche.
Die Elektronikindustrie beutet ihre Mitarbeiter wie keine andere aus.
Das sind natürlich keine Neuigkeiten. Dennoch ist Adrienne Woltersdorfs Artikel für das „IPG Journal“ , der die Probleme im Großen und Kleinen zusammenfasst, lesenswert.


Jürgen Kühner Jürgen Kühner 14.02.1717:10

Autobahnen dienen in der Regel dazu um schnell von A nach B zu gelangen. Kein Ort an dem man sich gerne aufhält. Gianfranco Rosi besucht in seiner Langzeitdokumentation „Sacro Gra“ die Menschen am Autobahnring Roms. Rossi sucht den Kontrast. In den Bildern und in den Geschichten. Abrupte Szenenwechsel, dann wieder regungslose Bilder. Eine fremdartige Geschichte über das Naheliegende und Alltägliche.
Morgen, 15.02.2017 um 22.00 Uhr auf arte.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 13.02.171:14

Was fällt Ihnen spontan zu Deutschland ein? Außer Kehrwoche, überteuerten Automobilen, schlechtem Service und trinkfreudigen Bewohnern?
Natürlich. Gartenzwerge.
Doch was Sie bestimmt nicht wussten: es existiert nur noch eine Manufaktur für Gartenzwerge. Und weil sich kein Nachfolger findet, wird auch diese bald schließen.
Marius Elferling hat für „Reportagen“ Inhaber Reinhard Griebel in Gräfenroda besucht.
Eine schöne Geschichte über noch „echtes“ Handwerk, über Veränderung, gepaart mit ein wenig Melancholie.
(Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 10.02.1711:07

„Deine Mudder!“ War damals in der guten alten Zeit noch die schlimmste Beleidigung im HipHop-Umfeld. Seit auch Deutschland Gangster-Rapper hervorbrachte, verschoben sich die Verhältnisse zu Homophobie, Antisemitismus und Gewalt.
Einer der erfolgreichsten in dem Genre ist Kollegah, dessen Auftritt beim „Hessentag“ gerade verhindert wurde.
Konstantin Nowotny hat sich für die „Jüdische Allgemeine“ den Judenhass und die Gewalt in der Szene vorgenommen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.02.1721:31

Um Donald Trump zu verstehen, muss man Steve Bannon verstehen.
Ob er nun der große Handlanger ist oder doch nur ein Berater von vielen, bleibt offen. „Quartz“ befasst sich ausführlich mit Bannon, seinem Werdegang und seinen Ansichten. „What Steve Bannon really wants ist ein Blick in den Abgrund.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.02.1721:26

Annekatrin Hendels Dokumentation über Rainer Werner Fassbinder ist wahrlich nicht die tiefgründigste oder detaillierteste. Sie reiht Anekdoten aneinander, lässt Weggefährten zu Wort kommen, meist ohne kritische Würdigung. Aber als Einstieg um Mensch und Werk zu verstehen, geht das schwer in Ordnung.
„Fassbinder“ kommt morgen Abend um 00.00 Uhr im WDR.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 04.02.170:28

Die Neurolinguistin Elisabeth Wehling wurde an dieser Stelle schon einmal empfohlen. Nun hat sie dem „Tagesspiegel“ ein langes Interview gegeben. Über Trump, die AfD und warum die Medien den Rechten immer wieder auf den Leim gehen.
Wenn Sie schon drüben beim „Tagesspiegel“ sind, lesen Sie doch auch das Essay von Wilhelm Heitmeyer der die Verschiebung der Normalität nach rechts analysiert und zurecht auf die große Problematik für die Demokratie hinweist.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.02.1723:53

And now for something completely different. Ein wenig Eskapismus tut vielleicht sogar Not. Vom Westen in den Osten: nach Hongkong. Es gibt wohl aberdutzende Reportagen über den chinesischen Molloch. Aber „Hongkong – Metropole im Meer“ sticht deshalb hervor, weil auf die üblichen touristischen Klischees, sei es Kowloon, Victoria Peak oder Temple Street verzichtet wird. Stattdessen geht es auf Erkundung über die Fischmärkte und die vorgelagerten Inseln. Inklusive Seebestattung eines Golden Retrievers.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.02.1718:22

Bis in die 80er Jahre war es für Frauen fast unmöglich ihren Lebensunterhalt als Fotojournalisten zu verdienen.
Meist wurden sie erst gar nicht für voll genommen, was sich in Gehältern und Aufgaben niederschlug.
Seit dem hat sich natürlich viel verändert, oft wird der „weibliche Blick“ gesucht, haben Frauen Zugang zu Stätten die Männer nicht betreten dürfen.
James Estrin zeichnet für die „New York Times“ ein aktuelles Bild der Situation von Frauen im Fotojournalismus.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 01.02.1723:03

Die Gräueltaten in den Konzentrationslagern der Nazis sind rational und emotional kaum zu verarbeiten. Auch nicht nach 70 Jahren.
Neben Alain Resnais‘ „Nacht und Nebel“ steht „Night will fall“ als filmisches Fanal für das Undenkbare.
Kurz vor Kriegsende filmten Kamerateam der Alliiertens die Befreiung der Konzentrationslager. Die Aufnahmen sollten als Lehrmaterial und zur Entnazifizierung dienen, doch der Film wurde nie vollendet. Erst 2014 konnte Regisseur André Singer
mit Hilfe von Historikern aus Fragmenten der ursprünglichen Aufnahmen einen Film fertigstellen, ergänzt durch neue Aufnahmen und Interviews.
Der Terminus „wichtig“ ist im Kontext des künstlerischen immer schwierig zu gebrauchen, doch „Night will fall“ ist ein wichtiger Film. Noch bis zum 06.02. in der ARD Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 31.01.1722:03

Trump! Man kommt ja nicht drum rum. Vergessen Sie aber alle Texte der deutschen Medien und lesen Sie nur „How to Build an Autocracy von David Frum, der ein Manuskript für die nächsten vier Jahre Trump vorlegt.
Ein großartiges, spannendes und lehrreiches Stück des politischen Journalismus.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 31.01.1715:19

Man muss gar kein Architekturexperte oder -liebhaber sein um den Brutalismus zumindest interessant oder gar schön zu finden. Die oft wuchtige, nach außen gekehrte Bauweise aus Beton wurde bis vor kurzem noch als Bausünde verschrien, erlebt nun zwar kein Comeback, erkämpft sich aber gerade ihre Stellung in der Architektur.
Till Raether verfasste für die „Süddeutsche“ eine Liebeserklärung.
(Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 31.01.1712:25

Trotz Trump sollten die AfD nicht vergessen werden, schließlich sind in acht Monaten Bundestagswahlen. Agnes Taegener, Torsten Mandalka & Olaf Sundermeyer folgten in „Die Stunde der Populisten“ AfD und JA-Funktionären. Birgt velleicht nicht für jeden neue Erkenntnisse , aber dennoch wichtig und richtig und mit dem Fokus auf Einzelpersonen durchaus gut gemacht.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 29.01.1722:31

Der berühmteste Kieler? Nein, der andere, der Größenwahnsinnige! Genau.
Kim „Dotcom“ Schmitz. Derzeit wohnhaft in Neuseeland, wo er versucht seine Auslieferung in die USA zu verhindern. Den Gründer der Filehostern MEGA und MEGA Upload, somit Erzfeind der Film- und Musikindustrie, portraitierte das ZDF sehr unterhaltsam in „Der König der Raubkopierer„.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 29.01.1717:07

2011 floh Yassin Terou aus Syrien in die USA. Ohne Geld und Arbeit schlug er sich als Falafelverkäufer durch, konnte sogar ein eigenes Restaurant eröffnen. Ja, das ist eine dieser „you can make your dream come true“ Geschichten, doch einerseits ist sie schlicht gut gemacht und angesichts Trumps neuestem Einreiseverbot und immer mehr Übergriffen auf Muslime werden solche Geschichten wohl zukünftig der Vergangenheit angehören.
So steht „Yassin Falafel“ unbeabsichtigt für ein Amerika der Vergangenheit.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 29.01.1710:45

Durch die Segnungen der Medizin lässt sich heute recht früh zuverlässig herausfinden ob ein Kind an Trisomie leiden würde. Eltern und Ärzte stehen vor der Entscheidung ob sie abtreiben oder sich der Herausforderungen, auch der gesellschaftlichen, eines behinderten Kindes stellen.
Karen Krüger beschreibt in „Das unsichtbare Leben“ eben diese Ambivalenz. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 26.01.1716:26

Als wäre Berlin nicht aufregend genug und hätte die neue Rot-rot-grüne Regierung nicht einen riesigen Berg an Arbeit vor sich, gab und gibt es auch noch eine kleine mediale Verschwörungstheorie von linker Seite.
Auslöser war die Ernennung und der darauffolgende Rücktritt Andrej Holms zum Staatssekretär für Wohnungsbau, der schließlich über seine Erinnerungslücken zu seiner Stasitätigkeit stolperte.
Nun wittern einige eine Verschwörung der Medien in Verbund mit der Immobilienwirtschaft um Holms mieterfreundliche Arbeit zu verhindern.
Robert Ide, Ressortleiter des Tagesspiegels für Berlin/Brandenburg stellte sich den Fragen in einer Podiumsdiskussion an der Humboldt Uni.
Wie tief das Misstrauen in die Medien, auch von linker Seite ist, wie teilweise weltfremd und wenig kenntnisreich argumentiert wird, lässt sich hier exemplarisch nachvollziehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.01.1711:15

Vermeintlich altmodischer Journalismus, also rausfahren, „zu den Leuten“, sich vor Ort umsehen, umhören, die Stimmung aufnehmen, ist ja ein wenig in Vergessenheit geraten, dennoch gibt es sie, die klassische Reportage.
Eine davon ist „Hier herrscht Klassenkampf“ von Caterina Lobenstein, die in die AfD-Hochburg Bitterfeld reiste, um nach dem Grund für deren Erfolg suchte und Angst vor dem Kapitalismus fand.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.01.1710:58

Während Trumps Administration die Fakten verdreht, bringt die „Berliner Morgenpost“ ein tolles Stück Datenjournalismus und räumt gleich mit Vorurteilen auf. Wo wurde seit der Wiedervereinigung rechtsextrem und -populistisch gewählt? Nur im Osten, nur auf dem Land, wo die wenigsten Ausländer leben? „Es war nicht immer der Osten“ zeigt, wie sich die politische Lage nach rechts verschob.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 22.01.1710:44

Der Aufstieg der AfD ist zumindest in Teilen auch auf die überproportionale Präsenz in den Medien zurückzuführen, die über jedes noch so kleine Stöckchen der AfD springen.

„Monitor“ hat versucht zu ergründen, warum so viele Populisten in den Talkshows der Republik sitzen.

Ergänzend dazu: Publizistikwissenschaftler Uwe Krüger spricht in einem Interview über FakeNews und warum Rechte Talkshows spannend machen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 22.01.1710:27

Zum Sonntagsspaziergang das Krokohandtäschchen umhängen und die Wildlederschuhe anziehen? Vielleicht sollte man sich das nochmal überlegen.
In „The Price of Vanity“ dokumentiert der italienische Paolo Marchetti Tierfarmen in Kolumbien und Polen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 18.01.1712:04

Breitbart, Trump, Tichys Einblick, FakeNews bei Facebook. Medial dürfte 2017 zumindest ein spannendes Jahr werden. Das Projekt Schmalbart versucht der Desinformation durch mehr Medienkompetenz und vor allem Aufklärung entgegenzuwirken.
Am Wochenende fand das erste Barcamp in Berlin statt, auf dem erste Projekt entwickelt und die allgemeine Stoßrichtung eruiert wurde. Helena Kaschel war bei den Anti-Populisten für die „Deutsche Welle“ vor Ort. Ein erster Artikel über Schmalbart“: Wie ein Netzwerk die Debattenkultur retten will“ erschien schon vorab.


Und wenn wir schon bei der „Deutschen Welle“ sind: Das Dossier „Fake News: Krise der Fakten – Krieg der Meinungen“ bietet einen umfangreichen Überblick zum Thema.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 17.01.1713:37

Globuli ist nicht nur in aller Munde, inzwischen auch in aller Ohren. Während Apotheker und Ärtze mit diesem Schlangenöl sich eine goldene Nase verdienen, kämpfen Aussteiger wie gegen die Windmühlen der Homöopathiindustrie. Natalie Grams ist eine der wenigen die aus dem lukrativen Geschäft der Homöopathie ausgestiegen ist. Die „Süddeutsche“ unterhielt sich mit der Globulisierungsgegnerin. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 15.01.1711:20

Blond, schön, intelligent. FOX konnte sich glücklich schätzen Megyn Kelly als Aushängeschild unter Vertrag zu haben. Durch Trumps Angriffe, konnte sie sogar im linken Lager Kredibilität erlangen.
Nun wechselt sich ausgerechnet zur Konkurrenz von NBC. Ob Kelly ihre konservativen Ansichten anpassen wird oder sie vielleicht ihren zukünftigen Sender mehr verändert als er sie, versucht der „New Yorker“ in Megyn Kelly, The Glittering Abberation zu ergründen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 14.01.1712:22

Thomas Fischer, seines Zeichens Richter am Bundesgerichtshof und Kolumnist bei der „Zeit“, hat sich aufgeopfert und Reiner Wendts, seines Zeichens Polizeigewerkschafter und Talkshowgast, „Sachbuch“ Deutschland in Gefahr gelesen. Erwartungsgemäß erweist sich das als rechte Hetzschrift, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freiheitliche Grundwerte negiert. Fischer empfiehlt die Lektüre dennoch. Warum, steht drüben bei der „Zeit“.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 12.01.170:41
Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Politiker und Bürger sind sich schon seit Jahrzehnten fremd und kommen sich einfach nicht näher.
Fabienne Hurst, Johannes Jolmes und Jasmin Klofta haben für Panorama das Städtchen Haßloch (ja, die Durchschnittsstadt Deutschlands) besucht und sind mit Lokalpolitikern auf Bürgerbesuch gegangen, um zu erforschen, woher das große Misstrauen für Politiker kommt. Politikerverdrossenheit unterm Brennglas. (Warum das untertitelt wurde, kann ich allerdings nicht verstehen.)
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 12.01.1723:46
Rechtsterrorismus in Deutschland ist nicht erst seit dem NSU ein dunkler Bestandteil deutscher Geschichte. Schon in der alten BRD gab es Terrorzellen und Widerstandsgruppen gegen die Demokratie. Im Radiofeature „Verdrängte Vergangenheit?“ für das Deutschlandradio begibt sich Philipp Schnee auf eine Zeitreise bis in die Sechzigerjahre, um den Terrorismus sichtbar zu machen, der lange Zeit vernachlässigt wurde und dem bis heute eine zu geringe Rolle zugeschrieben wird.
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 09.01.1717:01

Wenn ein „Neon“-Autor eine Lesereise mit PI-Lesern macht, kann man was erleben. Marco Maurer tat genau dies, und die „Freunde Israels“ entpuppten sich recht schnell als waschechte Antisemiten und Rassisten. Mag der Text arg hölzern geschrieben sein, lesenswert ist der trotzdem. „Auf die rechte Tour gibt’s bei Blendle.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 31.12.160:26
Das Jahr ist rum und der 33. Chaos Communication Congress somit gerade auch. David Kriesel hat sich mal überlegt, was wäre, wenn er die Metadaten von „Spiegel Online“ auswerten würde. Also ein Tool gebastelt und seit 2014 jeden Artikel runtergeladen und gespeichert. Was sich mit dieser Datenmenge alles anstellen lässt und welche Rückschlüsse sich aus diesen ziehen lassen, erklärt er in seinem Vortrag. Erschreckend und faszinierend. (Keine Angst, ist nicht zu technisch.)
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 31.12.160:25

Das Jahr ist rum und der 33ste Chaos Communication Congress somit gerade auch.
David Kriesel hat sich mal überlegt was wäre wenn er die Metadaten von Spiegel Online auswerten würde. Also ein Tool gebastelt und seit 2014 jeden Artikel gespeichtert. Was sich mit dieser Datenmenge alles anstellen lässt und welche Rückschlüsse sich aus diesen ziehen lassen, <a href="https://media.ccc.de/v/33c3-7912-spiegelmining_reverse_engineering_von_spiegel-onlinevideo&t=1135″>erklärt in diesem Video.

Erschreckend und faszinierend.
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 20.12.160:50

Sie waren die Tage doch bestimmt in einem dieser grellen und lauten Elektronikmärkte. Vielleicht haben Sie sogar diese auffällig unauffälligen Promoter der Hersteller gesehen oder gar mit diesen gesprochen? Eine Reise in die Gedankenwelt einer Promoterin unternimmt Anne Backhaus, paraphrasiert fast lyrisch unsere Konsumwelt, die Liebe und Ware nicht mehr zu unterscheiden fähig ist. „Freundin bis zur Kasse erschien in „Reportagen“ und gibt’s bei Blendle.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 18.12.1615:45

Warum sich auf das Feld des Fiktionalen begeben, wenn die Wirklichkeit die spannenderen Fälle bereithält. Zunächst sorgte der Podcast „Serial“ für Aufsehen und positive Resonanz, dann die Netflixserie „Making a Murderer“. Jetzt hat sich auch der NDR auf das Feld des „True Crime“ Formats begeben und sich mit „MUNDO. Die Spur des Mörders“ einen Mordfall aus dem Jahr 2010 vorgenommen, der deshalb so außergewöhnlich ist, weil die französischen und deutschen Behörden zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, der Beschuldigte dennoch aufgrund von Indizien zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Der Profiler Stephan Harbort rollt den Fall neu auf, begibt sich auf Spurensuche, stellt Tatorte nach, versucht die Puzzleteile neu zu ordnen. Basierend auf der ersten Folge braucht sich der NDR wahrlich nicht vor den US-Formaten verstecken. Spannend und lehrreich mit Einblicken in Arbeitsweisen eines Profilers setzt der NDR das Format um. Die erste Folge startet morgen um 22.55 Uhr im NDR.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 16.12.169:58

Nomnomnom. „Vanity Fair“ war im Trump Grill. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß desaströs. Das Interieur: Billig, im Sinne von geschmacklos, kitschig im Stile eines Achtzigerjahre-Albtraums. Das Essen: genauso. Von allem zuviel, doch ohne Ahnung von der Materie oder einem Sinn für Stil zusammengewürfelt. Tina Ngyens Artikel „Trump Grill could be the worst restaurant in America liest sich auch deshalb so amüsant, weil sie immer wieder Querverweise auf die aktuelle Politik bietet. An Guadn.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 15.12.1610:46

Der NDR startete gestern eine neue Dokureihe: Ein Foto erzählt Geschichte in der historische Fotos bildhaft für ein Leben stehen.
Den Auftakt macht Domenica Niehoff, die 2011 verstarb. Sie war nicht nur Deutschlands so genannte Vorzeigehure, auch setzte sie sich zunehmend für die Rechte von Sexarbeiterinnen ein, vor allem um die Lebensbedingungen der Frauen zu verbessern und Prostitution zu legalisieren. Inhaltlich eine wirklich gelungene Reportage, die formal allerdings viel Toleranz benötigt. Mit zu viel Kitsch und zu vielen grafischen Spielereien gerät die bemerkenswerte Geschichte ein wenig in den Hintergrund. Domenica und die Suche nach Liebe gibt’s in der NDR Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 13.12.1616:42

Themenabend Tierrechte auf Arte. Den Auftakt macht die sehr sehenswerte Doku „Brauchen Tiere Rechte“, die eben dieser Frage nachgeht. Rechtliche, wissenschaftliche und philosophische Aspekte werden ausgeleuchtet und debattiert. Was ist ethisch noch vertretbar, wo fängt Tierquälerei an, sollten Tiere, auch Nutztiere nach ökonomischen Gesichtspunkten bewertet und gehalten werden? Viele Fragen und zum Glück nicht zu allen eine Antwort.
Heute Abend um 20.15 Uhr auf Arte oder in der Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 13.12.1613:02

Same procedere as every year: Die Staatliche Schauspielschule Hannover sucht ihre Absolventen für das nächste Jahr. Die Zahlen: 687 Bewerber, zehn Plätze, neun Prüfer, zehn Tage. Regisseur Till Harms begleitet in „Die Prüfung“ die Dozenten über diese Zeit und gibt einen tiefen Einblick in das Auswahlverfahren, in die Methoden, die unterschiedlichen Herangehensweisen und die Diskussionen über die Bewerber. Das ist spannend, amüsant und bietet mit der Perspektive aus Sicht der Prüfungskommission mal einen anderen Blickwinkel. Noch bis zum 19.12. in der ZDF-Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 11.12.1613:02

Für den heutigen Eintrag kann Trump ausnahmsweise nichts. Immerhin ist er vom Time Magazine zur „Person des Jahres“ gekürt worden. „The Forward“ bietet mit „Why Time’s Trump Cover Is a Subversive Work of Political Art“ eine lesenswerte Analyse der Aufnahme, die weit über die „zwei Hörner“ hinausgeht und den Bogen von Napoleon bis hin zu Hitler schlägt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 08.12.1612:14

Conan war in Berlin. Also nicht der Barbar, der andere, der aus den USA, Conan O’Brien. Unregelmäßig geht er auf Reisen, und diesmal war eben Berlin an der Reihe. Vom erwartbaren Bierumtrunk, Schuhplattlern und Rasen auf der Autobahn bis zur außergewöhnlichen Domina-Session und dem Besuch der Flüchtlingsunterkunft auf dem Tempelhofer Feld – alles dabei. Enjoy ConanBerlin.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 07.12.1616:54

Der philippinische Präsident Duterte legt sich nicht nur gern mit anderen Regierungschefs an, er fährt auch einen brutalen Antidrogenkrieg gegen die eigene Bevölkerung. Seit Beginn der Säuberungsaktion im Juni diesen Jahres starben mehr als 2.000 Menschen und mehr als 35.000 wurden verhaftet. Der Photojournalist Daniel Berehulak verbrachte 35 Tage auf den Philippinen und dokumentierte für die „New York Times“ das Massaker, das die Polizei dort anrichtet.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.12.1611:13

Bis zu 9.000 Menschen lebten zeitweise im Dschungel von Calais, bis die französische Regierung das Camp im Oktober schloss. Der spanische Fotograf Andrés Solla dokumentiert mit seiner Serie „The last Border“ über einen Zeitraum von einem Jahr das Leben im Camp. Vor allem die Hoffnungslosigkeit, die Ohnmacht und den meterhohen Stacheldrahtzaun.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 04.12.1611:45

Deutschland und seine Komiker. Wer sie verstehen will, blickt oft in Abgründe. David Hugendick blickte in den tiefsten von allen: Mario Barth. Der gastierte drei Tage in Dresden und Hugendick war so frei, sich für uns zu opfern. Wer mit ihm hinabsteigen will, sei „Hier lacht das Volk in der „Zeit“ empfohlen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 01.12.1612:09

Bevor Sie das nächste Mal Gartenmöbel bestellen, sollten Sie prüfen, ob Sie nicht auf einer US-Blacklist stehen. Wie Ulrich Wippermann, dem die amerikanische Regierung Terrorfinanzierung vorwarf und der sich in einem Netz gefangen sieht, das Macht vor Recht stellt. Eine detaillierte Rekonstruktion der Geschichte über die Ohnmacht des Betroffenen. Stefan Buchen und Rainer Hermann haben „Wie ein deutscher Unternehmer auf Amerikas Terrorliste geriet für die FAZ aufgeschrieben. Dasselbe Thema behandelt heute Abend auch „Panorama“ um 21.45 Uhr im Ersten.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 30.11.1610:04

Dominik Graf auf Zeitreise in die Vergangenheit des deutschen Films. Klaus Lemke, Roland Klick, Werner Enke: die deutschen B-Filmer der 60er- und 70er-Jahre. „Verfluchte Liebe deutscher Film“ ist eine wunderschöne Hommage an das Genrekino, an die Leidenschaft der Autoren und Regisseure, die sich nicht um Vermarktbarkeit oder Konventionen kümmerten. Am Freitag um 21.40 Uhr auf arte.

Achtung: Wird danach nicht in der Mediathek verfügbar sein und ist leider nur ein Torso des ganzen 90-minütigen Films.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 29.11.1619:33

So viel Nacktheit wie heutzutage gab es bislang nicht. Virtuell oder real, sogar ins Politische in das Nackte vorgedrungen. Dennoch lässt sich mit nackten Frauen und Männern immer noch schocken und faszinieren. So sehr die Gesellschaft alles über sich preisgibt, die Verletzlichkeit, das Offenlegen unserer Persönlichkeit wird immer noch über unseren Körper definiert. Die BBC erläutert anhand Beispielen einer Ausstellungen die Veränderungen die der menschliche Körper und dessen gesellschaftliche Definition über die Jahrhunderte durchlief: Why the nude stills shocks.

Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 29.11.1615:00

In Österreich wird am Sonntag mal wieder gewählt – also, wenn nun nichts dazwischen kommt. Und vielleicht kann sich noch jemand erinnern, wie die Kandidaten Alexander van der Bellen (Grüne) und Norbert Hofer (FPÖ) vor ein paar Monaten in einem unmoderierten TV-Duell aufeinander trafen – und was für eine (schlechte) Figur sie dort machten. Der Sender ATV, der das Duell ohne Moderator damals ausgestrahlt hat, lässt das TV-Experiment nun noch einmal in einer Dokumentation Revue passieren, kommentiert von Journalisten und Wissenschaftlern. Sehr sehenswert. Und stellenweise erschreckend.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.11.1614:36

Die Olympischen Spiele in Rio werden nicht als Glanzlicht in die Geschichte eingehen. Unfaires Publikum, unschöne Unterkünfte,
chaotische Organisation – und natürlich im Vorfeld Korruption und Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg: Die Fotografen Sebastian Wells und die Journalistin blicken fürs Emerge Magazin auf Olympia zurück.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 27.11.1615:43

Berliner Großbauten. Eine Geschichte voller Missverständnisse. Aber es gibt auch Erfolgserlebnisse, die Museumsinsel zum Beispiel. UNESCO-Weltkulturerbe und neu geprägt vom englischen Architekten David Chipperfield. Das ZDF hat dazu gleich eine Reihe von Dokumentationen bereitgestellt: Über James Simon, den Mäzen der unzählige Ausgrabungen finanzierte; über Chipperfields Bau der James-Simon-Galerie; bis hin zur Dokumentation über die Neuausrichtung des Museums für Islamische Kunst. Auf der Seite „Jahrhundertprojekt Museumsinsel“ der ZDF-Mediathek finden sich noch mehr Dokumentationen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 27.11.169:53

Schygulla, Hermann, Mattes, Carstensen. Die vier Frauen des R. W. Fassbinder. Die Zeit veröffentlichte ein langes Gespräch und natürlich lesenswertes Gespräch über die Zeit mit Rainer: „Als es ihn nicht mehr gab, ist alles auseinandergefallen“ zeigt Fassbinders Gedankenwelt, und dass so einer wie er heute sehr fehlt. (Blendle)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 25.11.169:35

Friederike Haupt mit einem Selbstversuch in den Sozialen Netzwerken: Liebe und Freundlichkeit verbreiten. Ein Versuch, der kläglich scheiterte. Aber lesen Sie selbst: Liebe gegen Hasskommentare – ein Selbstversuch in der FAZ.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.11.1618:36

Der ideale Soldat gehorcht und fragt nicht. Was liegt also näher, Hunde zu Soldaten auszubilden? Sie sind intelligent, robust, agil, mit schneller Auffassungsgabe, und vor allem erkennen sie die Hierarchie Mensch-Tier an. Hundesoldaten von Lena Leonhardt zeigt die Ambivalenz in der Ausbildung und im Einsatz von Hunden der Bundeswehr. Wie verläuft die Ausbildung der Hunde, wie gehen die Soldaten mit ihren felligen Kameraden um, und bleibt die Trennschärfe zwischen „Waffe“ und Kumpel erhalten? Die Dokumentation ist seit heute in der ARD-Mediathek abrufbar und wird heute Abend um 23.30 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 22.11.1613:26

Jack London. Seine Geschichten sind das Gegenstück zum „Doktor und das liebe Vieh“. Sein Todestag jährt sich heute zum 100. Mal. Werner von Koppenfels würdigt ihn in Sozialismus im Mund und Rassismus im Kopfohne in Lobhudeleien zu verfallen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 21.11.1615:49

Trump und kein Ende. Aus Sicht der Linken gibt es natürlich einen Hauptschuldigen: die weißen Männer, das beliebteste Opfer (oder der Täter) seit der Erfindung von Twitter. Joan C. Williams versucht in What So Many People Don’t Get About the U.S. Working Class zu verdeutlichen, warum diese Trump wählten und wie die Demokraten sie zurückgewinnen können. Ihnen ihre Würde zurückgeben, sich auf die Wirtschaft konzentrieren und Jobs schaffen, die zum Leben reichen. Eine neue, interessante und diskussionswürdige Meinung.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 20.11.1621:40

Da Angela Merkel nun endlich und total überraschend (na gut, nach Brexit und Trump ist eh alles anders) die Kanzlerschaft für die nächsten vier Jahre angenommen hat, werden demnächst wohl einige Merkel-Porträts auftauchen. Eines der besseren stammt aus der NZZ, von Caspar Selg: Die letzte ihrer Art gibt’s bei Blendle.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 20.11.1611:34

Rausgehen, den Menschen zuhören. Dafür muss man kein Journalist sein. Eine Kamera reicht. Aber nicht, wie es viele Straßenfotografen machen: einfach Obdachlose abfotografieren und auf den Poverty-Porn-Zug aufspringen. Sie sollten auch zu Wort kommen.

David Hunt kommt nach 20 Jahren im Ausland zurück nach London und lebt nun auf der Straße. Wie überlebt man dort, was hat sich in den 20 Jahren seit seinem Fortgang verändert, gibt es überhaupt noch eine Chance der Straße zu entkommen, wenn man erstmal ganz unten ist? The Streets, My Home ist seine Geschichte.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 19.11.1617:42

Ein sehr empfehlenswerter wöchentlicher Podcast zu relevanten gesellschaftlichen und politischen Fragen ist die Lage der Nation von Journalist Philip Banse und Richter Ulf Burmeyer. Von Brexit über Gina Lisa, von CETA über WhatsApp bis hin zur BND-Reform und der US-Wahl wird vieles detailliert abgearbeitet.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 17.11.1610:38

2001: die Bilder der Stelen des eingestürzten World Trade Centers.
2015: das Bild des toten Jungen von Bodrum.

Nichts prägt unser Leben so sehr wie Bilder. Die Fotojournalisten, die sie aufnehmen, riskieren oft genug ihr Leben, wie die 2014 getötete deutsche Fotografin Anja Niedringhaus.

BilderKrieg zeigt Fotografen bei der Arbeit in Krisengebieten, welche Hürden sie überwinden müssen, um dort hinzugelangen, wie sie ihre Bilder auswählen, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind, und wie sie selbst ums wirtschaftliche Überleben kämpfen.

Noch bis zum 22.11. in der ARD Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 16.11.1610:24

Lampedusa steht für alles was in der EU-Flüchtlingspolitik schief lief oder noch läuft. Tausende Menschen kamen dort an, trafen auf eine hilfsbereite aber überforderte Bevölkerung.
Lamedusa im Winter von Jakob Brossmann zeigt die EU im Brennglas: Verzweifelte Flüchtende und Inselbewohner, die sich im Chaos der Bürokratie verstricken, aber trotzdem versuchten ihre Empathie zu bewahren. Am Ende bleibt Wut, Resignation und Trauer.
Noch sechs Tage in der 3Sat-Mediathek.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 14.11.1622:57
Qaghbe’meH vIneH. Alles Gute zum Fünfzigsten, Star Trek.
Building Star Trek nimmt sich nicht nur wörtlich und zeigt, wie die Serie zum Leben erweckt wurde, aktuelle Ausstellungen kuratiert werden, und wie schwer es ist, Originalrequisiten zu beschaffen. Besonders interessant ist die Restaurierung der Original-Enterprise, die im Smithsonian National Air and Space Museum prominent ausgestellt wird. Auch wie weit die aktuelle Forschung heute ist, wie aus Fiktion Realität wurde, ist Thema.
Eine kurzweilige und unterhaltsame Dokumentation, in der von Schauspielern über Wissenschaftlern bis hin zu Drehbuchautoren alle zu Wort kommen. Für Fans nichts all zu viel Neues, für Normalsterbliche lohnen sich die 90 Minuten auf jeden Fall.
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 14.11.161:23

Berlin, das Mekka der Häuserverschandlungen. Während hier unschöne Tags und meist halbschöne Graffiti die Stadt prägen, sieht das in Lissabon ganz anders aus. Von kleinen in Hauswänden verborgenen bis hin zu großen Murals bietet Lissabon Schönheiten an jeder Ecke. Die kurze Dokumentation Parallel Streets gibt einen Einblick in die Szene der bunten, lauten, knalligen Malerei.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 11.11.1611:54

Inzwischen dürfte jede kleinste Provinzzeitung ihren Kommentar zu Donald J. Trump abgegeben haben. Nehmen wir uns doch mal die visuelle Seite vor: Fotografen der Agentur Magnum zeigen nochmal den Weg Trumps ins Weiße Haus auf. Und mit States of the Union 2008-2016 die acht Jahre unter Obama.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 10.11.1611:29

Nach den beiden vergangenen Tagen braucht es ein wenig Eskapismus. Und wer kommt zur Rettung: die Briten! In Gestalt des neuen John Lewis Christmas Advert. Wer diese nicht kennt: Die Kaufhäuser John Lewis und Sainsbury’s produzieren jedes Jahr aufwändige, anrührende TV-Spots. Dieses Jahr zur richtigen Zeit.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 08.11.160:21
Einer der bewegendsten und schönsten Texte seit langer Zeit:
Sieht mich jemand? Lisa Niethammer über einen Mann, der mittels Kleinanzeige versucht, aus seiner Einsamkeit zu entfliehen. Das ist deshalb so ein tolles Stück junger Journalismus, weil Niethammer rausgeht und sich nicht in eigenen Befindlichkeiten suhlt, wie es gerade en vogue ist – nein, die Autorin interessiert sich für ihr Gegenüber und kann das in passende Worte fassen. Den Anreißer gibt’s beim Tagesspiegel und den ganzen Text bei Blendle.
Jürgen Kühner Jürgen Kühner 07.11.1617:29

Zweimal Umwelt. Eine Erfolgsgeschichte und eine die gerade auf der Kippe steht: Greenpeace und RWE. Das WDR 5-Feature Greenpeace – Von der Protestbewegung zum Öko-Konzern zeichnet nach, wie sich Greenpeace zu einem Umweltkonzern wandelte, der viel Umsatz macht und gleichzeitig versucht, sich nicht von der Industrie vereinnahmen zu lassen. RWE hat da ganz andere Probleme: Gewinne, die wegbrechen, Imageverluste auf einem eh schon niedrigen Niveau, und nun noch die Energiewende und der damit einhergehende politische Machtverlust. Dieses Feature konzentriert sich auf die Frage, wie der Konzern versucht, mit der Braunkohle im Rheinischen Revier weiterzumachen – und wie die unter Tagebau leidende Bevölkerung dagegen mobil macht.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 06.11.1619:48

Die neue Doku von Peter F. Müller, einem der wohl profundesten Kenner der „Unterwelt“ im Ruhrpott. In „Schwarze Kohle, rotes Licht – Kriminalgeschichten aus dem Revier“ blicken Altrocker und ehemalige Polizisten auf die Konflikte und Kriminalfälle der 60er- bis 80er-Jahre zurück. Wenn Kriminelle in Nostalgie verfallen, kann das ein Geschmäckle haben – nicht so hier. Zu nüchtern fotografiert Müller dafür. Und zu sehr fokussiert er sich auf die Kriminalgeschichten. Das ist spannend und sehenswert, auch wegen des Lokalkolorits. Wer den Beitrag vor 20.00 Uhr (Jugendschutz) sehen will: hier auf Youtube.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 05.11.1615:38

So kurz vor der Wahl in den USA lohnt sich ein Blick auf die Tea Party und deren Anhänger im Wahljahr 2012, erscheinen doch diese im Nachgang umgänglicher als die Anhänger Trumps anno 2016. Sie reden ruhig und sachlich, mit welcher Munition man Einbrecher stoppt, warum alles links der Republikaner dem Kommunismus anheim fällt oder Steuern das Böse schlechthin sind.

Außerhalb politischer Themen mag man sich gut vorstellen, mit solchen normalen und freundlichen Menschen mal ein Bier zu trinken und Baseball zu schauen. Beunruhigend allerdings, mit welcher Überzeugung sie ihre kruden und falschen Argumente vortragen. Ihr Leben ist von Angst durchzogen. Vor Gewalt, vor Ausländern, vor Neuem. Die Dokumentation „Ich will in mein Land zurück – Die Tea Party“ ist noch bis zum 08.11. zu sehen.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 04.11.1615:34


Gestern starteten die „Formate des Politischen“ in Berlin. Eine Konferenz von Journalisten, Bürgern, Politikern. Verschiedene Panels und Diskussionsrunden mit den Schwerpunkten Populismus, Migration und Außenpolitik in Zeiten der Krise. Schon jetzt sind zwei Dutzend Mitschnitte online, bis morgen kommen die vom heutigen Tage dazu. Empfehlenswert sind die Talks mit der Linguistin Elisabeth Wehling.

Zunächst der Vortrag Politik, Stimmungen und Emotionen – Beobachtungen aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf (Audiolink): Ein hochinteressanter Beitrag, wie gerade Trump bewusst und unbewusst Wähler manipuliert und warum Menschen darauf anspringen. Danach die Runde: Die Demokratie im Zeitalter neuer Krisen und Herausforderungen (Audiolink): Nochmals mit Elisabeth Wehling, dazu kommen Otto Fricke, Dieter Grimm und Martin Delius. Spannend hier: die Mischung aus Wissenschaftlern und Praktikern. Und die Frage, wie Politik vermittelt wird, unter welchen Voraussetzungen und durch welche Medien.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.11.160:24

Als in Westdeutschland die ersten Gastarbeiter Käfer bei VW zusammenschraubten, kamen in der DDR die ersten Vietnamesen und Mosambikaner als Vertragsarbeiter in den Genuss von Broiler und Halloren. Im Gegensatz zur BRD, deren Migranten recht schnell auch am täglichen Leben teilnahmen – und sei es nur durch die Eröffnung italienischer Restaurants – blieb den Arbeitern die DDR fremd. Ausgangssperren, strikte Auflagen zur Wohnsituation, vor allem keinerlei Initiative der Regierung, überhaupt Kontakt zuzulassen. Sie waren als reine Arbeitskräfte gekommen und sollten nach einer gewissen Zeit wieder gehen. Der Dokumentarfilm „Honeckers Gastarbeiter“ rekonstruiert deren tragische Geschichte.
Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 02.11.1619:29

Es sollte eine Reportage werden, die das grandiose Comeback von Anthony Wiener begleitet, der als demokratischer Kongressabgeordneter zurücktreten musste, nachdem er ein Foto von seiner Unterhose (mit Beule) twitterte. Stattdessen wurde es eine Dokumentation über das erneute Scheitern des Politikers – begleitet aus unglaublicher Nähe.

„Sex, Lügen und Social Media“ ist ein ebenso erhellender wie tragikomischer Film über Politik, Medien und Skandale. Und am Ende fragt der Reporter Wiener aus dem Off, warum er ihn das alles hat filmen lassen. Heute, 2. November, 21:50 Uhr auf arte. Und noch einen Monat in der Mediathek.

(Indirekt ist Wiener übrigens auch dafür verantwortlich, dass Hillary Clintons E-Mail-Affäre wieder groß in die Schlagzeilen gekommen ist. Er ist mit ihrer engsten Beraterin verheiratet.)

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 02.11.1611:50

Wer in Deutschland architektonische Landmarken sucht, muss entweder weit in die Vergangenheit reisen (Neuschwanstein, Kölner Dom) oder es bleiben lassen. Aber so ein paar herausragende Highlights gibt es doch. Eines davon steht in der Berlin. Das ICC.
Ehemalige Kongresshalle, seit 2014 stillgelegt, immer wieder vom Abriss bedroht, die Zukunft ungewiss.

Der RBB hat nun die Webdoku „Das ICC – ein Ufo im Wartestand“ produziert, die schlicht großartig ist. Von der ersten Skizze bis zum Bau, von der Hochzeit bis zur Stilllegung – die ICC-Historie wird mit Interviews, Clips, Bilderstrecken und exklusiven Einblicken beleuchtet. Viel Spaß beim Erkunden.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 01.11.1615:54

Themenwoche: Zukunft der Arbeit in der ARD.
Die Reportage des NDR „Wenn Arbeit nicht mehr lohnt“ berichtet nichts neues, zeigt aber in ausreichender Länge und an interessanten Beispielen, dass nicht jede Arbeit und nicht jeder Beruf
zum Überleben reicht. Dass der Beruf des Bäckers, Bauers sich immer weniger lohnt weiß man, die Frage, die bleibt: welche Berufsgruppen sind als nächstes von der Automatisierung „bedroht“. Einige Ansätze werden hier aufgezeigt.

(Die teils kitschige Musikuntermalung einfach ignorieren.)

Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 31.10.1613:53

Warum haben so viele Menschen auf Usedom die AfD gewählt? Mit Flüchtlingen und Ausländern hat das sehr wenig zu tun.

Der NDR hat eine – im besten Sinne – sehr unaufgeregte Reportage gedreht, aus einer Region, die sich vergessen und abgehängt fühlt: AfD auf Usedom: Warum sind Rechtpopulisten dort so stark?“

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 28.10.1613:38

Und alle so: Yeah! Das ZDF hat seine Mediathek neu gestaltet und gleich „exklusiven“ Content bereitgestellt, bedeutet bislang nur, Inhalte zuerst online und später im TV sehen zu können.
Einen schönen Auftakt bildet die launige und kurzweilige Doku „Reklame fürs Volk: Werbewelt der DDR“. Werbefilmer und Kulturwissenschaftler erzählen Anekdoten und führen das teils Paradoxe an der Reklame vor, denn kurioserweise verkaufte sich ein Wartburg nicht wie frische gebratene Broiler. Neben all den schwermütigen und mit Ossi-Wessi-Konflikten durchzogenen Reportagen, mal was leichtes aber durchaus gehaltvolles aus dem Reich der Spreewaldgurken. Die Doku gibt’s hier schon online und offline heute abend um 20.20 Uhr auf ZDFinfo.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 26.10.1622:26

Die Grenzen Europas sind weitestgehend dicht, kaum noch kommen Flüchtende inzwischen in Deutschland an. Schaffen sie es dennoch, erhalten dank der restriktiv geschnürten Asylpaketen immer weniger Menschen überhaupt Asyl.
Wie so oft in Deutschlands Amtsstuben hängt das unter anderem an der Bürokratie und deren Feinheiten und Auswüchsen. HR2 dokumentiert den Flüchtlingsalltag im Radiofeature: „Im Dschungel der Paragraphen – Flüchtlingsrealität in Deutschland“
Der Vergleich mit dem Passierschein A38 aus den Asterix-Comics bietet sich an, wäre das alles nicht so traurig.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 25.10.1612:49

Wer an die Emirate denkt, denkt an Dubai, denkt an Wolkenkratzer, Luxus, Urlaubsdestination.

Doch dieses Staatenkonstrukt, erst 40 Jahre alt, hat es innerhalb dieser Zeit geschafft, sich vom Beduinenvolk, dessen Hauptexportgut Perlen waren, zu einem der reichsten Länder zu entwickeln.

Die zweiteilige Dokumentation „Die flimmernde Macht der Emirate“ zeichnet diesen Weg nach und dürfte die wohl umfassendste TV-Reportage dazu sein. Vom Abzug der Briten 1971 über die Vereinigung der Stämme bis hin zur Öl- und Gasmacht und dem erneuten Wandel zum Finanz- und Tourismuszentrum wird die Geschichte detailliert nachgezeichnet. Durchaus bemerkenswert: Es bleibt nicht, wie so oft, bei reiner Lobhudelei angesichts des Erreichten. Kritische Stimmen allerorten, gerade jetzt, da die Frage nach mehr Mitbestimmung und Demokratie ansteht.

Wer sich für die arabische Welt interessiert, sollte die Doku unbedingt sehen.
Teil 1: Die flimmernde Macht der Emirate 1/2 Der Golf wird erobert
Teil 2: Die flimmernde Macht der Emirate 2/2 Die Welt wird erobert

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.10.1622:28

Ein Motel-Zimmer im Norden Mexikos, ein ehemaliger Auftragskiller eines Drogenkartells, der unter seiner schwarzen Kapuze die vergangenen 20 Jahre seines Leben resümiert. Klingt plakativ und gewollt, ist aber eine der spannendsten Reportagen über das Verhältnis von Macht und Gewalt (nicht nur) in Mexiko.

Die kühle distanzierte Art, wie „El Sicario“ über Morde und Massenvergewaltigungen spricht, und wie er ohne Fragen zu stellen Befehle ausführt, wirkt länger nach als jede Nachricht über das Thema. Die Enge des Zimmers, aus dem nie ausgebrochen wird, verstärkt das Unmittelbare seiner Erzählungen, die Spielszenen, in denen er Folter nachstellt, sind teilweise schwer erträglich. Trotz bzw. wegen der Schläge in die Magengrube: sehr sehenswert!

Die Dokumentation (an der Arte beteiligt war) „Der Auftragskiller – Zimmer 164“ gibt es derzeit auf Youtube.

Jürgen Kühner Jürgen Kühner 23.10.1612:40

Nordkorea, die DDR Asiens. Zwischen Witzen über Kim Jong-un und der Angst vor einem möglichen Krieg leben 25 Millionen Menschen in teils schlimmer Armut, leiden unter Dauerüberwachung, versuchen notgedrungen ihren Platz in der Diktatur zu finden.

Der Russe Vitaliy Manskiy begleitete ein Jahr lange eine Pjöngjanger Familie in ihrem Alltag. Natürlich unter Beobachtung der Staatspolizei. Dennoch gelingen ihm tiefe Einblicke ins normale Leben einer Durchschnittsfamilie; wie einer schwarzen Komödie stellt sich das System bloß. Die Lautsprecherdurchsagen, die Paraden, die Selbstvergewisserung auf dem einzig richtigen Weg zu sein, bildet den grotesken Rahmen der Dokumentation „Inside Nordkorea“ , die noch bis zum 26.10.2017 in der Mediathek zu sehen ist. (Den Originaltitel „Im Strahl der Sonne“ änderte die ARD.)

Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 23.10.1611:49

Nur noch heute in der ARD-Mediathek: Die Langzeitdokumentation von Andreas Voigt „Alles andere zeigt die Zeit“. Er zeigt Menschen in Leipzig, vor 25 Jahren und heute: Was waren die Träume der damaligen Teenager nach der Wende, was ist aus ihnen geworden? Unbedingt sehenswert!

Fritz Wolf Fritz Wolf 14.09.1612:51

Als wär Vatertag: vier interessante Dokumentarfilme über Väter und die Suche nach den Vätern auf ZDF Kultur: „Aus dem Abseits“, „Portrait of a Lone Farmer“, „Forgetting Dad“ und „Abdullah Yakupoglu“ von Hans-Dieter Grabe. Heute, 14.9.2016, ab 20.15. Prima Alternative zur Champions League. Und ohnehin: schauen Sie ZDF Kultur, solange es den Sender noch gibt. Nämlich noch zwei Wochen, dann ist Schluss. Und für Dokumentarfilme gibt es eine Abspielfläche weniger. Zu den Filmen siehe auch: wolfsiehtfern.de.

Fritz Wolf Fritz Wolf 13.09.1611:40

Heute reich gedeckter Dokumentarfilmtisch. RBB zeigt um 23.30 „Verliebt, verlobt, verloren“, eine weitgehend unbekannte Geschichte, die sich in den Fünzigern zwischen Nordkorea und DDR abgespielt hat. Arte hat um 23.25 einen Film-Essay zur Globalisierung im Programm, „I Want To See The Manager“ (wie man sich denken kann, taucht der Manager nie auf). Und ein sicherlich spannender Rückgriff in die Geschichte des deutschen Dokumentarfilms, der auch etwas über die Geschichte des Landlebens in (West-)Deutschland erzählt: „Die Liebe zum Land“ (1973) von Klaus Wildenhahn, dem großen alten Mann des deutschen Dokumentarfilms, 0.00 Uhr im NDR. Wem das alles zu spät ist: die Filme von Wildenhahn werden vermutlich nicht in der Mediathek auftauchen, da muss dann der Festplattenrecorder her. Die beiden anderen lassen sich in der Mediathek nachsehen. Arte lässt die Filme gerne auch noch durchs Programm kreiseln. Genaueres zu den Filmen auch in http://www.wolfsiehtfern.de

Fritz Wolf Fritz Wolf 03.09.1618:37

Niko von Glasow hält nichts von Sport („Sport ist Mord“ und die Paralympics sind ihm nur „eine dumme Idee“ – ziemlich gute Voraussetzungen, einen schönen Film über körperbehinderte Sportler zu machen. Im HR am Sonntag, den 4.9. für Schlaflose und Nachtwächter um 1.00 nachts, im RBB am Dienstag, den 6.9. etwas zuschauerfreundlicher um 23.15. siehe auch wolfsiehtfern.de.

Fritz Wolf Fritz Wolf 31.08.1613:16

Eine Frau verliebt sich in einen Häftling, die Beziehung hält über die Haftentlassung hinaus, freilich mit großen Schwierigkeiten. „Ritterblut – Verliebt in einen Knacki“, ein ambivalenter Film von Sigrid Faltin, der die Frage nach den Motiven der Protagonisten nicht klärt, sehr intim vorgeht, aber auch authentisch? An Sommerabenden erlaubt sie die ARD gelegentlich einen langen Dokumentarfilm wie diesen. Heute abend, 22.45 im Ersten. Siehe auch wolfsiehtfern

Fritz Wolf Fritz Wolf 27.06.1615:37

Der Kalte Krieg kommt wieder und das historische Gedächtnis vom Vernichtungskrieg der Nazis gegen die Sowjetunion schwindet – hier zwei Filme, die falsche Bilder wieder grade rücken: „Schatten des Krieges“, Zweiteiler von Artem Demenok und Andreas Christoph Schmidt. Herausragendes Geschichts-TV. Am Dienstag, ab 22.45 im RBB.

Fritz Wolf Fritz Wolf 23.05.1613:57

Für viele Menschen ist Arbeit heute gleich Kopfarbeit. Michael Glawogger zeigt andere Arbeit, schwerste körperliche Arbeit. Auch im 21. Jahrhundert. Auf einem Schlachthof in Nigeria, in einer Schwefelmine in Indonesien und bei den Schiffszerschneidern in Bangla Desh. Ein Film von 2005, aber immer noch aktuell. „Workingman’s death“,3Sat, 23.5.2016, 22.25-00.25. Siehe auch #wolfsiehtfern

Fritz Wolf Fritz Wolf 17.05.1619:02

Juristerei und Recht? Nur auf den ersten Blick trockene Materie. Im Film des israelischen Regisseurs Ra’anan Alexandrowitsch geht es um israelisches Besatzungsrecht und ob es mit Rechtsstaat vereinbar ist. Hochspannend und aufklärerisch. Arte, 23.50. siehe auch wolfsiehtfern

Fritz Wolf Fritz Wolf 10.05.1611:17

Mehmet Göker macht weiter, immer weiter. Klaus Stern auch. Ein Dokumentarfilm in Fortsetzungen, jetzt zweiter Akt. Barbara Sichtermann schreibt über „Versicherungsvertreter 2“. NDR, 00.00 Uhr. Siehe auch wolfsiehtfern.

Fritz Wolf Fritz Wolf 10.05.1611:15

Oscar-Preisträger Alex Gibney über Scientology und die irren Ideen des Gründers Ron Hubbard: „Scientology – ein Glaubensgefängnis“, BR, 10.05.2016, 22.30. siehe auch wolfsiehtfern.

Fritz Wolf Fritz Wolf 03.05.1617:44

Er hat das Märchen von Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen erfunden, die den USA als Begründung für den Irakkrieg 2003 dienten. Er war ein kleiner Chemie-Ingenieur, den der deutsche Geheimdienst hochpäppelte. Er war Curveball. Wer war er wirklich? Ein Film versucht es herauszufinden. Spannender Film, ein Erstling noch dazu. BR, heute 22.30-23.00. Siehe auch wolfsiehtfern.de

Fritz Wolf Fritz Wolf 02.05.1618:46

Hannover-Komplex: Klingt nach Verschwörung, meint aber bloß Zusammenhang. Es geht um Hannover als Brutstätte für Politiker: Albrecht, Schröder, Wulff, Gabriel, Steinmeier, Von der Leyen, Trittin. Und um Hannover als Retorte für ein dickflüssiges Gebräu aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur. Und warum ausgerechnet Hannover? Lutz Hachmeister hat ein spannendes Sittenbild gedreht – und die ARD traut sich sogar, das noch vor Mitternacht zu senden. „Der Hannover-Komplex“, ARD, 2. Mai 2016, 22.45 und WDR, 4. Mai 2016.

Fritz Wolf Fritz Wolf 25.04.1617:12

Eine Geschichte, die man nicht erfinden kann: Mossab Hassan Yousef ist der Sohn von Scheich Jassan Yousef, einem der Gründer der Hamas. Zehn Jahre lang hat Mossab für den israelischen Geheimdienst gearbeitet. Der gab ihm den Decknamen „Grüner Prinz“ – BR, Di 26.04.2016, 22.30

Fritz Wolf Fritz Wolf 18.04.1616:24

Ein paar Fragen sind da noch unerledigt. Warum ist die Pharma-Lobby so mächtig? Und warum ist Deutschland wieder einer der größten Waffenhändler? Davon erzählt „Akte D“ in der zweiten Staffel, heute Abend, ARD, 23.30 Uhr, geht es um das Comeback der Rüstungsindustrie. Näheres bei wolfsiehtfern.

Fritz Wolf Fritz Wolf 15.03.1618:52

Arte hat einen Themenabend „Syrien“ aufgelegt: Französische Journalisten haben sich in der IS-Hochburg Rakka umgesehen. Außerdem läuft ein Film über das zerstörte Homs und der sehenswerte Film „Selbstporträt Syrien“. Steht alles für sieben Tage in der Mediathek. Näheres dazu auch hier.

Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 09.03.1620:15

Man weiß nicht, zu welcher Stunde dieses Foto entstand, und ob die junge Frau nach dem Schluck aus der Pulle noch auf die Karnevals-Bühne musste, tanzen, oder eher nach Hause, liegen. Aber das macht auch nichts. Weil Stephan Pramme ja noch mehr Bilder von dieser dörflichen Session mitgebracht hat, alles lustige bis melancholische Kamelle-Fotografien, und in jeder kann man sich verlieren. So sollte Reportagefotografie sein: unmittelbar, mit Gespür für den richtigen Augenblick. Prammes Reportagen sind deshalb nur zu empfehlen, auch die aus Tel Aviv und die über den Pfarrer, der vor fast leeren Bänken predigt.

Fritz Wolf Fritz Wolf 08.03.1611:59

Arte zeigt zum Weltfrauentag gleich mehrere Filme in einem Themenabend. Im Zentrum steht „The Power of Women“: Prominente Frauen und ihr Weg an die Macht, Aktivistinnen der feministischen Bewegung und die Geschichte eines Mädchens aus Niger. Ein Film zur Frage, wie weltweit die Geschlechterverhältnisse neu ausgerichtet werden. Eine Kritik von Katrin Schuster und Hinweise auf die anderen Filme auf #wolfsiehtfern. Arte zeigt den Film heute um 20.15h, der WDR morgen unter dem Titel „Die Macht der Frauen“ zur WDR-typischen Dokumentarfilmsendezeit um 22.55 Uhr.

Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 06.03.1620:21

Ich bin jetzt erst dazu gekommen, „Operation Naked“ zu schauen, die Mockumentary von Mario Sixtus. Sie ist schon ein paar Tage alt, hat aber noch Klicks verdient. Weil sie so gut gemacht ist.

Es geht um eine Datenbrille, die viele Vorteile bietet, Nützliches, aber eben auch Nachteile hat, Gefahren birgt. Toll ist, dass das ZDF quasi alle seine Sendungen in diese Fiktion eingebunden hat. Claus Kleber ist dabei, Jan Böhmermann, das „Morgenmagazin“, alle. Und es ist ein Fiktion, eine Utopie, die in greifbarer Nähe liegt. Die teilweise bald Realität sein könnte.

Deshalb schauen sie doch mal, auf welcher Seite Sie sind – und ob sich das im Verlaufe des Films vielleicht (immer wieder) ändert, weil, wie gesagt: Es gibt Vor- und Nachteile. Sixtus‘ Film ist ein schöner Beitrag zur Debatte darüber, wie weit wir digital gehen wollen. Und an welcher Stelle wir vielleicht Halt machen sollten.

Fritz Wolf Fritz Wolf 29.02.1617:47

Acht Tage im Hotel Mira in Hongkong. Edward Snowden macht sich kenntlich. Glenn Greenwald veröffentlicht die ersten Dokumentare über den NSA-Skandal. Seither sitzt Snowden in Moskau fest und was dieser Film von Laura Poitras erzählt, ist immer noch höchst aktuell. „Citizen four“, NDR, Dienstag, 01. März 2016, 00.00 Uhr

Fritz Wolf Fritz Wolf 29.02.1617:44

Die Furcht muslimischer Männer vor weiblicher Sexualität: im „Jungfrauenwahn“ sieht Güner Yasemin Balci einen zentralen Konflikt in Sachen moderner Islam. Ihr Film porträtiert vier Persönlichkeiten, säkulare Muslime, in ihrem Kamf um ein selbstbestimmtes Leben. „Der Jungfrauenwahn“, ZDF, Montag, 29. Februar, 23.45 Uhr. Danach in der Mediathek.

Fritz Wolf Fritz Wolf 26.02.1617:32

Wer eine Ahnung davon bekommen will, was Traumatisierung durch Krieg bedeutet, für den ist dieser grandiose Animations-Dokumentarfilm grade richtig – für alle, die „Waltz of Bashir“ von Ari Folman noch nicht gesehen haben, RBB, Samstag, 27. Februar, 23.05 Uhr. Siehe auch wolfsiehtfern.de

Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 22.02.1615:11

Clausnitz ist nicht nur ein Ort konkreten Geschehens, es ist auch Teil einer Wiederholungsschleife von schauriger Murmeltierhaftigkeit. Es gibt Exzesse, auf die Exzesse folgt Empörung, auf Empörung folgt Verbitterung – es folgt der nächste Exzess, mit dem alles wieder von vorne beginnt.“ Cornelius Pollmer hat in der „Süddeutschen Zeitung“ übermüdet eine traurig-ratlose Reportage geschrieben über die Exzesse und die Routine. (Kostenpflichtiger Blendle-Link.)

Fritz Wolf Fritz Wolf 22.02.1612:01

Als 2004 in der Kölner Keupstraße die Nagelbombe explodierte, war noch nicht im öffentlichen Bewusstsein, dass eine rechtsradikale Gruppe mordend durchs Land zog. Dennoch war es ein Skandal, dass die Polizei nicht nach Rechts ermittelte, sondern die Opfer zu Tätern machen wollte. Ein Film rekonstruiert die Folgen des Anschlags: „Der Kuaför in der Keupstraße“ kommt ab dem 25. Februar in die Kinos.

Fritz Wolf Fritz Wolf 22.02.1611:58

Zwei Syrer auf Winterreise, davon erzählt „Unser Deutschland“ am Mittwoch, 24. Februar, zur sensationellen Sendezeit 20.15 Uhr auf 3sat. Tarek und Fadi besichtigen das Land, in dem sie Schutz und Zukunft suchen. Ihr fremder Blick auf Land und Leute ist so spannend wie ihr Humor, ihr Charme und ihre Traurigkeit. Das Gegenprogramm zum schreienden Pöbel von Clausnitz.

Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 14.02.1622:25

Frida Thurm hat eine Woche lang die Bürger von Lawitz auf ihren nächtlichen Streifen begleitet, mit denen sie sich vor den angeblich aus Polen kommenden Dieben schützen wollen. Vom Staat fühlen sie sich im Stich gelassen. Eine unaufgeregte, aber beunruhigende Reportage darüber, was kollektives Misstrauen mit Menschen macht: „7 Tage Bürgerwehr“ (NDR).

Fritz Wolf Fritz Wolf 11.02.1617:44

Vier Nerds suchen den Algorithmus der Liebe und wollen herausfinden, wie man eine Frau hackt und ihre Firewall überwindet. Schräg und komisch: „Love & Engineering“ auf Arte, Fr 12.2.2016, 22.40. Näheres auf wolfsiehtfern.

Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 11.02.1613:33

Gut 200 Fälle sind auf der „Hoaxmap“ schon gelistet. 200 Gerüchte, hauptsächlich über Flüchtlinge, alle nach Ort auf einer Landkarte sortiert und – widerlegt.

Wurde in Neumünster ein rechter Demonstrant von Antifa-Leuten erschlagen? Ist eine 19-Jährige aus Magdeburg gestorben, nachdem sie von Flüchtlingen vergewaltigt wurde? Und haben Asylbewerber in Pfarrkirchen ein Modehaus gestürmt?

In allen drei Fällen lautet die Antwort: Nö.

Die „Hoaxmap“ listet deshalb immer das Gerücht – und den Link zu einem Pressebericht, der es widerlegt. 200 Fälle sind erst der Anfang und sicherlich nur ein Bruchteil dessen, was da so an übler Nachrede durchs Netz geistert. Die Betreiber erweitern deshalb die Liste. Und sie bitten um Mithilfe und Hinweise. Ein guter Versuch, den Lügen ganz unaufgeregt mit Fakten zu begegnen.

Fritz Wolf Fritz Wolf 09.02.1620:02

Die Bilder sind verwackelt, oft zu dunkel, zu unscharf, reißen plötzlich ab. Aber das ist keine ästhetische Frage. Es ist die Angst, die die Bilder wackeln lässt, die Qual, die Strapaze der Flucht. Flüchtlinge drehen mit ihren Handys Videos und erzählen ihre Flucht aus ihrer Perspektive. myescape ist ein sehr eindringlicher Film, grade zu einer Zeit, wo Europa überall Zäune und Mauern hochzieht.

WDR, Mi 10.02.2016, 22.55-00.25. Mehr bei Wolfsiehtfern.de

Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 01.02.1614:10

Sehr vielversprechender Auftakt: Deutschland aus der Perspektive eines Flüchtlings. Firas Alshater („In Syrien habe ich Filme gemacht, wenn ich nicht gerade im Gefängnis war, weil ich Filme gemacht habe“) zeigt in seinem Videoblog „Zukar“, was er über die Deutschen gelernt hat.

Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 26.01.1611:42

Heute Abend sind wir mal ganz verrückt und schalten Einsfestival ein, diesen Digitalspartenkanal der ARD, den kaum jemand kennt.

Das ändert sich jetzt, denn ab heute zeigt Einsfestival, immer werktags um 23 Uhr, Jan Böhmermann im Original „The Tonight Show“ mit Jimmy Fallon, und zwar im Originalton und mit deutschen Untertiteln. Und jetzt kurze Zwischenfrage: Ist das nicht toll? Ja, ist es. Wer Fallon tatsächlich (noch) nicht kennt, kann sich ja mal das oder das oder das ansehen. Oder seinen Versuch, Deutsch zu sprechen. (Rätselhaft.)

Und dann schon mal Einsfestival von Programmspeicherplatz 117 oder woauchimmer etwas weiter hervorholen.
Stefan Niggemeier Stefan Niggemeier 13.01.1615:46

Zugegeben: Ich hatte noch nicht die Zeit, mir das ganz anzusehen, aber „STADT“, dieses Projekt von Timo Großpietsch ist so toll, so ambitioniert, so außergewöhnlich, dass ich es auch so schon unbedingt empfehlen will. Begleitet von der NDR-Bigband zeigt er einfach nur Bilder aus und von Hamburg, und das „einfach“ und das „nur“ in diesem Satz sind komplett falsch.

Marie Meimberg Marie Meimberg 11.01.1613:01

Was wäre, wenn Twitterer youtuben würden? Und das nur, weil sie sich eine teure Kamera gekauft haben, die sich ja irgendwie lohnen muss. Instagramig wäre das. Und gut!

(Und ein sehr schönes Beispiel, dass es DIE Youtuber eigentlich gar nicht gibt. Sondern nur Menschen, die Youtube unterschiedlich bespielen. Menschen, zu denen zum Glück auch Patrick Wollny zählt.) Hier.
Boris Rosenkranz Boris Rosenkranz 10.01.1614:38

„Guten Tag, Deutsches Fernsehen, bitte ignorieren“, sagt Sandro Zahlemann und eilt weiter. Am Leipziger Hauptbahnhof wird der König von Buthan erwartet, und der „Sandro-Report“ ist live drauf. Eine der besten Reportagen der vergangenen Jahre. Authentisch, nah dran.

 
Medien besser kritisieren.