Burda-„Giftpilz“ lässt Helene Fischer werben

Was Helene Fischer von der Regenbogenpresse hält?

Die sind wie Giftpilze, die aus dem Boden wachsen und die man nicht aufhalten kann.

Das sagte sie vor Kurzem in der Vox-Sendung „Meylensteine“, während sie zusammen mit Gastgeber Gregor Meyle angewidert-resigniert durch einige Heftchen blätterte. Sie ärgere sich „sehr oft“ über diese Geschichten, die man dort über sie lesen könne.

Und das Traurigste daran ist eigentlich, dass noch viel zu viele Menschen das kaufen – und dass sie es glauben.

Kein allzu schmeichelhafter Moment für die Klatschpresse, am wenigsten für die „Neue Woche“, deren Quatschgeschichten Fischer beispielhaft für die vielen erfundenen Regenbogen-Storys kritisierte.

Doch überraschenderweise hat wenig später ausgerechnet die „Neue Woche“ über diese Szene berichtet. Und zwar so:

Ausriss aus der Burda-Zeitschrift "Neue Woche", zu sehen ist eine Hand, die die "Neue Woche" hält.
Kritik? Nicht die Spur. Ausriss: „Neue Woche“

Warum sie sich das Blatt anschauen und was Helene Fischer dazu gesagt hat, erwähnt die „Neue Woche“ – nicht. Sie will nur zeigen, wie die beiden das Heft in der Hand halten, damit die Leser glauben, auch „die Schlagerqueen“ lese die „Neue Woche“, womöglich sogar gern. Indem das Blatt Fischers ausdrückliche Kritik weglässt, wird der TV-Ausschnitt quasi zur Werbung umgedeutet.

Allerdings brauchte die „Neue Woche“ den Platz ja auch für ein ganz anderes Drama. Die Schlagzeile zu dem Artikel, in dem es um ihren Auftritt bei Vox geht, lautet nämlich:

(Nein, Jogi war’s nicht.)

Wie dieser „Tränen-Kollaps“ aussah, können Sie hier bestaunen:

Im Artikel ist dann auch nicht mehr viel vom „Kollaps“ übrig, er schrumpft auf ein paar „Tränen der Rührung“, die ihr „über die Wangen“ laufen.

Die Schlager-Göttin hat ihre Gefühle meist im Griff – doch Gregor Meyle berührt sie ganz tief im Herzen.

„Frisch, trendig, fundiert“, nennt der Burda-Verlag so etwas und preist die „große redaktionelle Vielfalt“ seiner Zeitschrift. Über 200.000 Ausgaben verkauft Burda davon jede Woche. Da kommen dann auch uns Tränen.

7 Kommentare

  1. Diese „Käseblättchen“ der übelsten Sorte haben mit richtigem Journalismus nichts zu tun. Leider werden sie meist beim Arzt im Wartezimmer oder beim Damenfrisör ausgelegt. Nach kritiklosem Lesen startet dann die „Kaffeeklatsch-Maschinerie“ und schon sind die Tränchen aus „Meylensteine“, (die Sendung war sehr schön), so verwurstelt, dass zum Schluss der Bundespräsident Schuldner ist !
    Es ist manchmal zum K… ! :-(

  2. Es wäre aber schon lustig, für den kollabierten Kollaps demnächst eine Gegendarstellung auf dem Titelbild zu sehen …

  3. Ist es irgendjemandem mal gelungen, sich das Interview in der Sendung „Meylensteine“ in der VOX-Mediathek anzusehen?

    In dem Artikel vom 02. Juni 2017 ist ja unten ein Link zu dem Video in der Vox-Mediathek. Den Link hatte ich angeklickt, da kam ich zu einer Seite mit einem Videoplayer, ich musste mir zwei Werbespots ansehen (Die Werbespots stoppten, sobald der Player nicht auf dem Bildschirm sichtbar ist. Ich musste diesen Browser-Tab also wirklich unverdeckt im Vordergrund haben, um zum Ende der Werbespots zu gelangen.), und danach kam eine schwarze Fläche mit rotierenden Punkten (die moderne Version der Sanduhr). Ich habe das Browserfenster eine Stunde offengelassen, es tat sich aber nichts. Es kam aber auch keine Fehlermeldung (etwa ein Timeout vom Videoserver), statt dessen unverändert rotierende Punkte auf schwarzem Hintergrund.

    Ich habe es am nächsten und übernächsten Tag erneut probiert, ich habe es auch noch ein paar Stunden später mitten in der Nacht probiert (da sollte der Videostreaming-Server von VOX ja nicht so belastet sein wie tagsüber). Immer derselbe Effekt: Zwei Werbespots kommen ohne Probleme, danach nur rotierende Punkte vor schwarzem Hintergrund.

    Zwischendurch habe ich auch mal vermutet, daß es vielleicht ein Linux-Problem sein könnte (eigentlich nicht, denn die Werbespots kommen ja ohne Probleme, und Youtube funktioniert bei mir auch tadellos. Aber man soll ja keine Fehlermöglichkeit ausschließen). Ich habe zum Glück noch eine Partition mit einem ziemlich frischen Windows 8.1, allerdings habe ich da noch nicht einmal den Videoplayer zu sehen bekommen. Offensichtlich funktioniert also die VOX-Mediathek unter Windows gar nicht, wohingegen er unter Linux Videos abspielt.

    Aber warum macht der Videoserver von VOX immer exakt nach dem Übertragen der zwei Werbespots schlapp? Ich habe mich da auch schon gefragt, ob das womöglich Absicht ist, daß die Auslieferung der Videodaten für die Werbung bewusst zuverlässig funktioniert, und die Auslieferung der Videodaten für den eigentlichen Content auch mal längere Zeit ausfällt? Dann müssen die Anwender ja wiederkommen und jedesmal wieder zunächst die Werbespots abspielen. Ich habe es dann schließlich entnervt aufgegeben.

    Nun habe ich aufgrund dieses Artikels wieder den Link zu der Videothek aus dem Artikel vom 02. Juni 2017 angeklickt. Doch jetzt sehe ich nicht mehr den Videoplayer, sondern eine Information, daß Inhalte nur sieben Tage lang kostenlos verfügbar seien.

    Da probiere ich also etliche Male, den Inhalt zu sehen zu bekommen, und muß mir immer wieder die Werbespots reinziehen, um dann nachher doch nicht weiterzukommen. Und jetzt bekomme ich auch noch mitgeteilt: Ätsch, Deine Zeit die abgelaufen! Diese angebliche Videothek scheint ja in Wahrheit ein Riesen-Beschiss zu sein.

  4. Das war eins der Dinge die mir bei meiner Hausärztin am neuen Wohnort vor 20 Jahren als erstes aufgefallen ist: kein Schmierenblatt, statt dessen GEO, Bild der Wissenschaft etc.

  5. EARONN
    Dann sei froh über diese Ausnahme. Anscheinend eine sehr intelligente Ärztin ! :-)

  6. Es ist schon so, wie Sie schreiben:
    Content und Ads kommen aus unterschiedlicher Quelle.
    Der Player wird dann eine Regel implementiert haben, vor jedem Content einen Werbeclip aus dem Fundus xyz abzuspielen.
    Und wenn dahinter nichts kommt, dann kommt dahinter halt nichts.

    Das wird auch kein „Beschiss“ sein, sondern schlicht schlechte technische Implementation. Wo Menschen sind, passieren Fehler.

    Fragen Sie doch mal bei VOX nach?!
    Ich wette, da das Video anscheinend nie zur Verfügung stand, dass dieses sogar noch einmal für 7 Tage online gestellt wird, wenn die Leute dort denn darüber bescheid wüssten!

  7. Der letzte Satz ist einfach nur genial :p
    Der Rest wie immer sehr ärgerlich und einfach nur zum k*****.

    Bleibt bitte am Ball, auch wenn sich scheinbar nichts ändern wird.

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