„Wie Giftpilze, die man nicht aufhalten kann“

Helene Fischer war Anfang der Woche zu Gast in der Vox-Sendung „Meylensteine“, in der Sänger Gregor Meyle mit Künstlern singt und über ihr Leben spricht.

Dabei erzählte sie auch – was sehr selten vorkommt – von ihrem Kampf gegen die Regenbogenpresse und gab einen kleinen Einblick, wie sehr die Quatschblätter ihr Leben (und das ihres Freundes Florian Silbereisen) beeinflussen.

Screenshot: VOX

Gregor Meyle: Viele Menschen leben davon, Geschichten zu erfinden, die vielleicht gar nicht so wahr sind. Wie gehst du damit um?

Helene Fischer: Ja, es ist schon schwierig, weil das ist ein Teil meines Berufs, den ich nicht so gerne mag. Also: Paparazzi-Aufnahmen oder diese vielen Geschichten, die man immer über mich liest (deutet auf einen Stapel Klatschhefte), das ärgert mich schon sehr oft, obwohl ich da drüberstehen müsste. Und das Traurigste daran ist eigentlich, dass noch viel zu viele Menschen das kaufen – und dass sie es glauben. Selbst meine Oma ruft manchmal meine Mutter an und sagt: „Ach, ist Helenchen dieses und jenes …?“ Und sogar meine Mutter muss es dann erklären. Das finde ich halt so schlimm. Die sind wie Giftpilze, die aus dem Boden wachsen und die man nicht aufhalten kann.

Helene-Fischer-Cover aus den letzten zwei Wochen

Helene Fischer: Viele denken, das muss doch ganz toll für mich sein, jedes Mal stattzufinden in den vielen Zeitschriften, aber es ärgert mich oft auch, und damit umzugehen … da muss man erst mal seinen Weg finden. Und, naja, das sind so die Schattenseiten, die mich dann begleiten und tatsächlich auch auf mir und Florian ganz besonders lasten.

Gregor Meyle: Ist das ein Preis, den man bezahlen muss, wenn man so erfolgreich ist wie du, dass man mit solchen Dingen einfach entspannt umgehen muss?

Helene Fischer: Anscheinend können wir uns nicht wirklich dagegen wehren. Wir versuchen schon unser Bestes und gehen gerichtlich immer dagegen vor, damit das einfach nicht so auf die Spitze getrieben wird und dass wir auch wirklich … gerade wenn wir im Urlaub sind, das schnürt mir manchmal wirklich die Kehle zu, wo ich denke: Eigentlich will ich hier nur meine Ruhe haben und fliege hierher, weil ich abschalten will. Und wir sind wirklich manchmal am überlegen, ob wir da nicht mehr hinfliegen, weil uns das auch ein bisschen vermiest wird. Und da kommen wir dann an einen Punkt, wo es dann nicht mehr lustig ist, weil wir dann eben nicht mehr wir sein können.

Gregor Meyle: Könntest du dir ein Leben vorstellen, wo du das alles aufgibst, wo du vielleicht in ein anderes Land gehst? Also wäre das eine Option für dich irgendwann mal, wenn‘s dir zu viel wird?

Helene Fischer: (seufzt) Also ich möchte eigentlich keinem Journalisten und keiner Zeitschrift der Welt die Macht geben, das …

Gregor Meyle: … für dich zu entscheiden.

Helene Fischer: Ja.

„Meylensteine“ in der VOX-Mediathek

8 Kommentare

  1. in dem Fall ist das für mich ausgleichende Gerechtigkeit für die Musik. Mich würde aber auch mal interessieren, was Frau F denkt wenn sie mal einen Monat in keinem dieser Frauenhasser – Machwerke auftaucht. Ob man dann selbst zur Homestory einlädt?

  2. @Anderer Thomas: Das muß sie nicht. Wenn sie mal kurzzeitig nicht im Gespräch ist sendet der NDR gern eine als Talkshow getarnte mehrstündige Dauerwerbesendung für ihr neues Album, läßt der DFB sie beim Pokalfinale auftreten, ist sie Gast bei Gottschalk und bei „Meylensteine“ oder wird in „Übermedien“ erwähnt… und schau da: Das neue Album hat Platz 1 der Charts und Frau Fischer wieder etwas Kleingeld :-)

  3. Sorry, aber das sind reine Neidkommentare.

    Ich kann die Musik von HF auch nicht leiden und finde eine Welt ohne diese Musik besser, aber auf ein solches Niveau muss man echt nicht sinken…..

    Natürlich gehören Offentlichkeitsarbeit, Marketing und mediale Präsens zum dasein eines erfolgreichen Musikers, aber es ist doch ein gravierender Unterschied, ob ich mich freiwillig darauf einlasse oder ob ich permanent und ständig irgendwelche Lügen und Erfindungen über mich lesen muss. Vor allem mit dem permanenten Drama Unterton der sogar Verwandte aufschreckt.

    Alles in allem tut mir jedes prominente Opfer dieser Klatschzeitschriften leid.

  4. Eigentlich ist das ja auch ein profundes Justiz- und Staatsversagen, wenn die Persönlichkeitsrechte bestimmter Menschen in der Praxis dermaßen schlecht geschützt sind.

    Und wo das Geschäftsmodell eines „Mediums“ darin besteht, die Leser andauernd anzulügen und die Persönlichkeitsrechte anderer Leute zu verletzen, wird das Prinzip der Pressefreiheit m.E. überstrapaziert. Pressefreiheit ein sehr hohes Gut, hat aber – zumindest auch – eine dienende Funktion. Sie ist dazu da, dass die Öffentlichkeit informiert wird (und verschiedene Meinungen erfährt); sie ist aber nicht dafür da, dass die Öffentlichkeit ständig und systematisch DESINFORMIERT wird.

    Eine Kritik an solchen „Medien“ mag verdienstvoll sein, bleibt letztlich aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier müsste wirklich der Gesetzgeber durchgreifen und dafür sorgen, dass das Lügen und Bespitzeln finanziell unattraktiv wird.

  5. das alles kann nur passieren weil es die Politik fortgesetzt versäumt, rechtliche Grundlagen dafür zu schaffen, dass die verantwortlichen Lügner in den Redaktionen für ihren geistigen Dünnschiss endlich schmerzhaft belangt werden können.

    Eine Rüge eines zahnlosen Tigers Presserat ist halt ein Witz. Da lachen die Lügner drüber.

    Es muss endlich richtig weh tun, Lügen zu verbreiten und im Privatleben Prominenter herumzuschnüffeln. Nur weil jemand den Beruf eines Unterhaltungskünstlers ausübt bedeutet das nicht automatisch, dass er Freiwild für durchgeknallte Schmierfinken ist.

  6. Wenn man das nötige Kleingeld hat, lohnt sich eine dafür qualifizierte Anwaltskanzlei, die solche Schmierfinken quer durch alle Instanzen prügelt. Denn nur wenn diese Schreibtischtäter mehrfach schmerzhafte Geldstrafen berappen durften, setzt ein Lerneffekt ein.

    Verleumdung und üble Nachrede sind strafbare Handlungen, die insbesondere in solchen Fällen weitaus härter bestraft werden sollten.

  7. Weil Pfingsten ist. Das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“

  8. @ Schmidt123: besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Auch Meinungen wie „die verdient ja genug, das muss die aushalten…“ Was hat bitte das Gehalt oder die Berühmtheit mit dem Charakter oder der Würde oder den Persönlichkeitsrechten eines Menschen zu tun??
    Gleiches Recht für alle, und dreiste Lügen wie in den meisten Klatschblättern müssen empfindlich bestraft werden. 1. Mal 50.000€, 2. Mal 100.000, usw.
    Wie lange das Geschäftsmodell dann wohl noch hält?

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