„Die Aktuelle“ bringt Prinz Philip vor den Presserat

Im Dezember rügte der Deutsche Presserat „die Aktuelle“ dafür, dass sie Prinz Philip sterben ließ. Das Schwesterblatt von „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ hatte mit älteren, teilweise manipulierten Fotos und erfundenen Geschichten behauptet, mit dem Mann der britischen Königin gehe es „zu Ende“. Das war alles gelogen.

Medien, die vom Presserat gerügt wurden, sollen diese Rügen veröffentlichen, so steht es im Pressekodex. Beim „Gong“, ebenfalls ein Schwesterblatt der „Aktuellen“, entledigte man sich dieser Pflicht vor Jahren schon dadurch, dass man einen irreführenden Text im Kleinstgedruckten im Impressum veröffentlichte.

Die „Aktuelle“ wählte einen anderen Weg.

Zunächst einmal tat sie: nichts.

Eine Nachfrage bei Tobias Korenke, dem Sprecher der Funke-Mediengruppe, blieb unbeantwortet. Eine weitere Nachfrage bei Tobias Korenke, dem Sprecher der Funke-Mediengruppe, blieb unbeantwortet. Eine weitere Nachfrage bei Tobias Korenke, dem Sprecher der Funke-Mediengruppe, blieb unbeantwortet. Eine Nachfrage bei der Funke-Mediengruppe, ob man etwas zum Verbleib ihres Pressesprechers sagen könnte, führte zunächst zu einer Vertröstung und dann, Ende März, zu einer Antwort von Tobias Korenke:

die aktuelle wird in der übernächsten Ausgabe die Rüge bringen.

Heute nun war es soweit. „Die Aktuelle“ brachte einen kleinen Artikel über Prinz Philip, der … anscheinend irgendwie Ärger mit dem Presserat hat:

Prinz Philip vor dem Presserat

„Prinz Philip – es geht zu Ende“ war auf dem Titel von die aktuelle vom 20. 8. 2016 zu lesen. Wir berichteten, dass Prinz Philip bei einem Schulbesuch zusammengebrochen sei. Dazu veröffentlichten wir ein Bild des Prinzen, wie er in die Innentasche seines Jacketts griff. Dazu hieß es: „Der Schock: Philip greift sich an die Brust. Erst jetzt erkennt die Königin den Ernst der Lage.“ Wie sich herausstellte, zeigte das Foto den Prinzen bei einem anderen öffentlichen Auftritt – und den Schulbesuch überstand er Gott sei Dank auch unversehrt! Der Deutsche Presserat sah in dem Artikel allerdings einen Verstoß gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex (Wahrhaftigkeit und Sorgfalt) und erteilte die aktuelle eine Rüge. Beschwert hatte sich ein Journalist, nicht der britische Prinz. Vor dem Presserat erschien Prinz Philip natürlich nicht persönlich …

Aus jeder Zeile spricht die Verachtung dieser Zeitschrift für die Wahrheit und die Ablehnung jeden Versuchs einer halbwegs wahrhaftigen Berichterstattung. „Die Aktuelle“ erscheint in der Funke-Mediengruppe, deren Mitbesitzer Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger ist.

21 Kommentare

  1. Verleiht die Funke-Mediengruppe nicht auch Preise an Schauspieler die gar keine Schauspieler sind?

  2. Die entscheidenden Tatsachen müssen natürlich wieder draußen bleiben:
    Der Name dieses ominösen Journalisten wird verschwiegen und ob wenigstens er vor dem Presserat erschien, erfährt der interessierte Leser auch nicht.

  3. wer es mit der Wahrheit nicht nur nicht genau nimmt, sondern schamlos seine eigenen Leser belügt und verarscht, bei dem braucht man sich auch nicht wundern, wenn er eine Richtigstellung seiner Lügen nur extrem widerwillig abdruckt.

    Aber das Geschäftsmodell, die eigenen Leser immer wieder zu belügen, funktioniert ja. Ganz offensichtlich gibt es genug Blöde, die den Print-Müll immer wieder kaufen. Warum also sollten die Lügner mit ihrem schäbigen Treiben aufhören?

  4. OT: Entschuldiging, aber WO soll man denn die alltäglichen Fakes der ARD, ZDF usw eigentlich einbringen?
    1.) Gestern abend Karin Miosga: „Eigentlich leben die Christen mit den Muslimen friedlich zusammen in Ägypten, doch seit dem Ende des letzten Jahres gibt es gefährliche Risse“. SEIT WANN ?? Seit 10 Jahren oder mehr haben wir entsprechende islamistische Angriffe auf die Kopten ! Frau Miosga weiß das doch ganz genau. Also FAKE !
    2.) ARD und ZDF ( und alle ? ) tabuisieren bezüglich Syrien und den dortigen Problemen ständig die Stimme Assads. „Stellungnahmen“ aus Washington, Moskau, Berlin, Brüssel uvam werden ständig referiert. WAS DAMASKUS VERLAUTBAREN LÄSST FEHLT ABER !
    „MEDIEN BESSER KRITISIEREN“ ? – Ja, bitte !

  5. „Eine Nachfrage bei der Funke-Mediengruppe, ob man etwas zum Verbleib ihres Pressesprechers sagen könnte …“

    Bis hier hin hatte ich richtig Angst, dass „Die Aktuelle“ bald mit der Schlagzeile aufmacht:

    „Tobias Korenke: Es geht zuende“

    Nochmal Glück gehabt, nur totgestellt.

  6. Es ist schon ganz clever von der aktuellen, sich über die Rügen lustig zu machen. Was sollen die sonst tun? Etwa ernst nehmen?
    Wenn mich jemand mit einem Pappschwert piekt, habe ich ja auch keine Schmerzen, sondern fange an zu lachen, weil es höchstens kitzelt!

  7. Der Unterschied zwischen Rüge und Strafe ist, dass ersteres auf Reflektion und Einsicht zielt. Deshalb ist es auch meines Wissens nach eine Selbstverpflichtung der Verlage. D.h., Wer eine Rüge lächerlich findet, weil sie keine Strafe nach sich zieht, der hat im Mündigkeitstest noch Potential nach oben…

  8. @ 5 Herbert Klupp

    a) Kennen Sie den Unterschied zwischen „Muslimen“ und „islamistischem Terroristen“?

    b) Wissen Sie was eine rhetorische Frage ist?

    Ansonsten hat Frau Thomalla total souverän reagiert auf den „Affront“ von Tills „Busenfreundin“, auch wenn sie nicht mit Prinz Phillip liiert ist. Oder vlt. doch?!

  9. @ 13:

    und wenn Sie den Cursor noch eine Zeile tiefer gezogen hätten, wäre folgendes hängengeblieben:

    „Entsprechende Anliegen werden von uns direkt an die betroffene öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt weitergeleitet“

    hier ein Link für Sie (auch für Herrn Klupp hilfreich):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Selektive_Wahrnehmung

  10. Jetzt geht das AUCH HIER mit den Löschungen von subjektiv äußerst wichtig empfundenen Kommentaren los ! (?) AND NOW MY LOVE ???

  11. @ 16:

    WRONG! (stampft mit dem Fuß, wirft beim rausstürmen Bauklötzchenturm um)

  12. Auch, wenn es überhaupt nicht hier hin gehört, aber trotzdem: Wurde, und wenn ja wieso, liebe Seitenbetreiber, der Kommentar von Herrn Klupp kommentarlos gelöscht?

  13. @ 18
    „Auch, wenn es überhaupt nicht hier hin gehört …[]“

    Das Komma gehört da tatsächlich nicht hin ;-)

    SCNR

    Der fragliche Kommentar wurde übrigens nicht „kommentarlos“ gelöscht: Da steht doch ganz deutlich ein Kommentar.

    Aber es ist ja bald Ostern und da treten die Opferlämmer nun mal gehäuft auf ….

    Aber zur Sache: Der Kommentar wurde auf Bitten Herrn Klumps gelöscht um aufzuzeigen, wie ZENSUR1!1!11 funktioniert.

    Nein – mal ernsthaft: Der Kommentar wurde gelöscht weil das eine Subjekt, von dem der Kommentar als „subjektiv äußerst wichtig empfunden“ wurde, nun mal nicht der Seitenbetreiber ist.

    Ich kanns nicht lassen – nächster Versuch:

    Der Kommentar wurde gelöscht weil er dem einen Subjekt, von dem der Kommentar als „subjektiv äußerst wichtig empfunden“ wurde, bereits bekannt war.

    Mist.

    Ich versuchs nochmal:

    Der Kommentar wurde gelöscht weil er tatsächlich nur von dem einen Subjekt, von dem der Kommentar als „subjektiv äußerst wichtig empfunden“ wurde, als subjektiv äußerst wichtig empfunden wurde.

    Jetzt hab‘ ich es.

  14. Mein Kommentar wurde gelöscht, weil darin eine glasklare und nüchtern differenzierende Bewertung von einerseits wertvollen Muslimen und andererseits einer gefährlichen Ideologie gegeben wurde, und weil dessen Stringenz eine Menge weiterer Diskussionen herausgefordert und nach sich gezogen hätte, und das war wohl nicht erwünscht. Lieber „Redeverbot“, bevor es für gewisse Leute ( wohl die große Mehrheit hier ) argumentativ eng werden könnte !

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